„Wir sind bitter enttäuscht“: Baden-Württembergs CDU-Mittelstand verliert die Geduld mit dem Kanzler
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Knapp zwei Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg verliert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) in Baden-Württemberg die Geduld mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) und fordert eine „sofortige Umkehr in der Energie- und Wirtschaftspolitik“.
In einer Erklärung des MIT-Landesvorsitzenden Bastian Atzger, die NIUS vorliegt, heißt es: „Goodbye Deutschland: Die Produktion der A-Klasse soll nun vom baden-württembergischen Rastatt nach Ungarn verlegt werden, um vor allem Kosten einzusparen. Hier werden bereits der elektrische GLB und der CLA gefertigt. Somit kehrt nun nach Bosch auch Mercedes-Benz Deutschland den Rücken, weitere wie ZF oder Stihl sollen offenbar folgen.“ MIT-Sprecherin Madline Gund sagt: „Schon wieder wird eine Produktion ins Ausland verlagert. Auch wenn es sich bei Daimler nicht um einen mittelständischen Betrieb handelt, so sind doch viele Zulieferer Mittelständler. Diese spüren bereits heute die Auswirkungen durch weniger Aufträge.“

Erst kürzlich verkündete Mercedes die Verlagerung der A-Klasse nach Ungarn
„Wir erfahren den eisig kalten Winter der Deindustrialisierung“
MIT-Chef Bastian Atzger rechnet offen mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ab: „Uns wurde ein Herbst der Reformen versprochen. Stattdessen erfahren wir den eisig kalten Winter der Deindustrialisierung. Wir sind bitter enttäuscht.“

MIT-Chef von Baden-Württemberg Bastian Atzger
Der Wirtschaftsflügel im einstigen Vorzeige-Land Baden-Württemberg fordert „ein sofortiges Umdenken in der Wirtschaftspolitik“. Dies betreffe „einerseits eine Kehrtwende in der Energie- und Klimapolitik und damit eine Hinwendung zur Atomkraft und zu bezahlbaren Strompreisen. Andererseits eine umfassende Entbürokratisierung und spürbare Steuersenkungen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben und damit eine weitere Verlagerung
von Produktionsstätten zu verhindern.“
„Diese Politik lässt sich weder mit bürgerlichen Werten noch mit wirtschaftlicher Vernunft begründen“
Während CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel bislang allzu direkte Kritik an der CDU-geführten Bundesregierung vermeidet, geht MIT-Landeschef Atzger frontal auf Kanzler Friedrich Merz und sein Kabinett los: „Diese Politik lässt sich weder mit bürgerlichen Werten noch mit wirtschaftlicher Vernunft begründen. Kompromisse in einer Koalition sind nötig, es sollte jedoch nicht vergessen werden, wer die Mehrheit in dieser Koalition hält und was den Bürgern und Unternehmen zugesagt worden ist“, so Atzger. Der CDU-Mittelstand schließe sich daher auch der Kritik des Chefs des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) im Bundestag, Christian von Stetten (CDU), an, der bei ausbleibenden Steuersenkungen gar das Ende des Koalitionsfriedens in den Raum gestellt hatte (NIUS berichtete).
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Ralf Schuler
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