Zur Mitte verdammt: Warum die Union vom Ampel-Chaos kaum profitiert
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- Während die Union stagniert, profitiert die AfD vom Habeck-Debakel.
- Der Grund: Wähler sehen die Union immer weniger als Opposition.
- Rechts der Mitte wird AfD gewählt.
Das Chaos um das Heizungsgesetz zieht die Ampel nach unten (INSA-Deutschlandtrend für BILD: SPD: 20,5%, Grüne: 14%, FDP: 8,5%) und die AfD nach oben. Sie kommt aktuell auf 17 Prozent der Stimmen, 26 Prozent der Wähler könnte sich immerhin vorstellen AfD zu wählen. Vergleichsweise wenig profitiert die Union als größte Opposition vom Regierungschaos.
Der Grund: Die Union wird längst ebenfalls als Partei der „Mitte“ wahrgenommen, der man nicht mehr zutraut, einen deutlich anderen oder gar besseren Kurs zu fahren als die Ampel-Parteien. Und auch das lässt sich aus den jüngsten INSA-Befragungen (2004 Teilnehmer) konkret nachvollziehen. Auf die Frage, wo man sich im politischen Spektrum verorte, antworteten 35 Prozent „in der Mitte“, 32 Prozent „links der Mitte“ und 22 Prozent „rechts der Mitte“ (11% weiß nicht/keine Angaben).
Die Wähler „rechts der Mitte“ erreicht die Union mehrheitlich nicht mehr. Wer sich „rechts der Mitte“ positioniert, wählt zu 39 Prozent AfD und noch zu 33 Prozent Union. Menschen der „Mitte“ sind bei der Union mit 37 Prozent die relative Mehrheit, während sich Leute „links der Mitte“ mehrheitlich der SPD (29%) und den Grünen (25%) zuwenden.
Mit anderen Worten: Anders als noch vor Jahren erreicht die Union „rechte“ Wähler nicht mehr. Die Strategen von CDU und CSU gehen deshalb davon aus, dass klassische „Denkzettel“-Wähler nicht mehr die Union wählen und die Union lediglich durch einen moderaten Ton sachlicher Kritik an der Ampel das Potenzial mittiger Wechselwähler abschöpfen und für sich mobilisieren, mit aggressiven Tönen und Vollgas-Kontra nur Mittige verstört und nach noch weiter rechts vertreibt, weil man als Gegenspieler kaum noch glaubwürdig sei. Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen verlor die Union sogar noch im Vergleich zu 2019, während die Protestbewegung „Bürger in Wut“ problemlos mit den Stimmen der nicht angetretenen AfD auf 10 Prozent kam.
Der strategische Kurs der Union lautet deshalb auch: Kleine Brötchen backen, hart in der Sache, moderat im Ton, keineswegs Union pur propagieren, um möglichst bei Wahlen vorn zu liegen, so dass gegen die Union nicht regiert werden kann. Mit welchem Koalitionspartner man dann regiert, da ist man in der Union flexibel. Motto: Regierungspartei zeitweise außer Dienst. Wer Wende will, wird warten müssen.
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Ralf Schuler
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