„Zusätzliche Push-Faktoren“ und „kein Rückgang der illegalen Grenzübertritte“: Das erwartet Frontex vom Migrationsjahr 2024
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Die EU-Grenzschutzagentur Frontex warnt vor einem anhaltenden Migrationsdruck nach Europa. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Zahl der irregulären Grenzübertritte in diesem Jahr deutlich zurückgehen wird“, erklärt Chris Borowski, ein Sprecher von Frontex, im Gespräch mit NIUS.
Seit 2020 steigt die illegale Migration nach Europa kontinuierlich. Auch deshalb stockt Frontex die eigene Mannschaft auf. Bis 2027 sollen 27.000 Beamte die Außengrenzen der Europäischen Union überwachen. Denn die Lage wird immer dramatischer: „In den wichtigsten Herkunfts- und Transitregionen gibt es zusätzliche Push-Faktoren“, meint Borowski und verspricht: Die Bemühungen zur Abschwächung des Migrationsdrucks würden „sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene zunehmen“. Die Auswirkungen dieser Bemühungen seien jedoch „erst mittelfristig zu erwarten“.

Das Hauptquartier von Frontex liegt in Warschau.
Migranten besorgen sich einfach neue Pässe
Was aber sind die genauen Maßnahmen der EU? „Zu den wichtigsten dieser Bemühungen gehört der Neue Pakt zu Migration und Asyl der EU“, erklärt der Frontex-Sprecher. Das sieht unter anderem ein Screening-Verfahren vor, um das Profil eines Asylbewerbers schon vor der Einreise rasch zu prüfen. Auch die Grenzverfahren sollen beschleunigt werden.
„Darüber hinaus werden derzeit neue Migrationspartnerschaften mit wichtigen Herkunftsländern aufgebaut. Diese Initiativen sind vielversprechend, aber ihre direkten Auswirkungen auf die Migrationsströme können unterschiedlich sein“, so der Frontex-Sprecher. Während sich der Pakt auf verschiedene Gruppen von Migranten auf unterschiedliche Weise auswirken dürfte, könnten Menschenschmuggler versuchen, diese neuen Maßnahmen zu umgehen, indem sie die Abreise beschleunigen, um die sich schließenden Zeitfenster zu nutzen.“
Heißt im Klartext: Die Schmuggler sorgen für mehr Migrantenströme nach Europa, noch bevor irgendwelche Grenzschutzmaßnahmen der EU überhaupt greifen. Doch nicht nur das: „Außerdem könnten Migranten, die die neuen Grenzverfahren umgehen wollen, vermehrt die Staatsangehörigkeit wechseln.“
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