Zwiebelfarm in Belarus: Sächsischer AfD-Politiker soll politische Gefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt haben
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Der sächsische Agrarpolitiker Jörg Dornau (AfD) soll auf seiner Zwiebelfarm in Belarus Zwangsarbeiter eingesetzt haben. Das berichtet das oppositionelle belarussische Online-Medium Reform News.
Dornau soll eine Vereinbarung mit dem „Zentrum für die Isolierung von Straftätern“ (CIO) in Lida getroffen haben und beschäftigte regelmäßig aus politischen Gründen verurteilte Belarusen zur Arbeit auf seiner Zwiebelplantage in der Nähe von Lida. Laut Reform News kontrollierte der deutsche Politiker persönlich die Arbeit der politischen Gefangenen.
Das oppositionelle Magazin unterhielt sich mit einem Zwangsarbeiter, der auf Dornaus Farm gearbeitet haben soll. Der Arbeiter wurde im Februar 2024 für 15 Tage in eine Jugendstrafanstalt eingewiesen, weil er einen Beitrag in den sozialen Medien geliked hatte. Der Arbeiter, der unter dem Pseudonym Andrei spricht, berichtet von Arbeitsschichten von 7 bis 18 Uhr, ohne Essen, Trinken oder wetterfeste Kleidung. Die Entlohnung von knapp fünf Euro die Stunde landeten nicht in den Taschen der Arbeiter, sondern wurden mit den entstandenen Kosten im Gefängnis verrechnet. Im Gespräch mit Reform News betitelt Andrei die Arbeitsbedingungen als „unmenschlich“.
Andrei beschreibt den Farm-Chef als „großen glatzköpfigen Mann“, der mit deutschem Kennzeichen anreiste. Konfrontiert mit einem Foto Dornaus bestätigt er eine Übereinstimmung.
Auf eine NIUS-Anfrage reagierte weder Dornau selbst, noch die Pressestelle der AfD Sachsen.

MdL Jörg Dornau (Quelle: www.landtag.sachsen.de)
Dornau gilt als Kremlfreund
Jörg Dornau ist Mitglied der Landtagsfraktion der AfD-Sachsen und wird dem „Flügel“ zugerechnet. Immer wieder sorgt er für Schlagzeilen mit Bezug zum Kreml-Regime oder dem belarussischen Verbündeten.
„So übernahm Jörg Dornau, Landtagsabgeordneter in Sachsen, nach dem Überfall in einem mittlerweile gelöschten Facebook-Post Putins Propaganda. Neben seinem Porträt stand der Satz: ,Die Ukraine wird entnazifiziert!'“, berichtet die Welt.
„In Weißrussland erschien der Deutsche häufig auf den Seiten der staatlichen weißrussischen Presse, traf sich mit hochrangigen Beamten und genoss die Gunst der Behörden“, so Reform News. Er registrierte sein Zwiebel-Unternehmen Tsybulka-Bel LLC im Oktober 2020 im Dorf Gudy, Belarus. Zu dieser Zeit hat das Lukaschenko-Regime die Demonstrationen der demokratischen Opposition mithilfe von russischen Einsatzkräften brutal niedergeschlagen.
„Jörg Dornau ist der größte Zwiebelspezialist in Deutschland. Innerhalb von drei Jahren wollen die Leipziger Landwirte mehr als 10.000 Tonnen Zwiebeln pro Jahr produzieren. Das bedeutet, dass etwa jede fünfte in unserem Land angebaute Zwiebel eine Leipziger Zwiebel sein wird“, schrieb im Juli 2021 die Zeitung der Lukaschenko-Regierung Weißrussland heute.
Immer wieder sorgt die AfD für Schlagzeilen wegen einer Nähe zum Kreml-Regime. Während die Alternative für Deutschland sich in der Bundesrepublik gegen Massenmigration, Islamisierung und für einen Nationalismus einsetzt, ignoriert sie offenbar Putins Politik der massenhaften Migration aus Zentralasien, der Islamisierung der Großstädte und der Jugendkultur und Putins Hass auf und sogar aktiver und tödlicher Kampf gegen den russischen Nationalismus. Parallel dazu ist der belarussische Aleksandr Lukaschenko eine Schlüsselfigur im hybriden Krieg gegen Europa durch die gesteuerte Einfuhr von Migranten.
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