Gewinne deutscher Autobauer um 44 Prozent eingebrochen: Letzte Rettung Modelloffensive
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RedaktionDie deutschen Autokonzerne haben 2025 knapp 44 Prozent weniger Geld verdient als im Vorjahr. BMW, Mercedes-Benz und der Volkswagen-Konzern kommen zusammen nur auf einen Gewinn vor Steuern (Ebit) von 24,9 Milliarden Euro, zeigen Handelsblatt-Berechnungen auf Grundlage der aktuellen Geschäftsberichte. Das ist der tiefste Stand seit 2020.
In China gehen deutsche Automanager angesichts der über 100 Anbieter nicht von einer schnellen Wende aus. Gewinn und Marge der Autobauer sind zurzeit deutlich geringer als 2022 und 2023. Damals hatten die Hersteller besonders gut verdient, weil sie angesichts der Chipkrise vorwiegend margenstarke Fahrzeuge verkauft haben.
Wachstum muss aus Europa kommen
Kam das Geld in den vergangenen Jahrzehnten hauptsächlich aus China, müssen die deutschen Hersteller nun beweisen, dass sich auch in Europa stärkeres Wachstum entwickeln lässt. Das soll mit einer Palette neuer Fahrzeuge gelingen – letzte Rettung Modelloffensive. Hoffnungen setzen BMW und Mercedes auf absatzstarke Fahrzeuge, die nun als reine Stromer auf den Markt kommen: In den nächsten Tagen stellt BMW die wichtige 3er-Limousine auf Basis der „Neuen Klasse“ der Weltöffentlichkeit vor. Im April wird Mercedes mit der Konkurrenzlimousine C-Klasse nachziehen.
Für VW gilt der ID. Polo, die elektrische Variante des Kleinwagens Polo, als wichtigstes Auto des Jahres. Mit einem Preis ab 25.000 Euro wollen die Wolfsburger angreifen. Hohe Preise waren bisher ein wesentlicher Grund, warum deutsche Hersteller beim Elektroabsatz hinterhergehinkt sind.
Auffällig ist, wie die in Europa konzipierte neue Fahrzeuggeneration auf die Heimatregion zugeschnitten ist. Weil die Konzerne mit Elektroautos absehbar weniger verdienen werden, sind die Ziele der Hersteller noch verhalten. Mit neuen Modellen allein ist es aber nicht getan. Volkswagen und Mercedes verschärfen ihren Sparkurs, um Kosten zu drücken. VW-Chef Blume kündigte an, „jeden Stein umzudrehen“. Alle Bereiche würden überprüft – von Entwicklung über Einkauf und Produktion bis zu Vertrieb und Qualität. Vor allem in der Produktion: Wie die Konkurrenz verlegen die Schwaben diese in Billiglohnländer wie China oder Ungarn.
Gespart wird auch am Personal: Volkswagen baut konzernweit bis Ende des Jahrzehnts 50.000 Stellen ab. Bei Mercedes haben über ein Freiwilligen-Programm mehrere Tausend Beschäftigte den Konzern verlassen. Bei BMW gibt es bisher kein dezidiertes Kostensparprogramm.
Fazit: Deutsche Autobauer setzen auf Sparkurse und auf eine Modelloffensive – vor allem bei E-Autos. Wie erfolgreich diese Strategie sein wird, ist ungewiss.
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