Turbo-Deindustrialisierung: Diese Kurve zeigt Deutschlands rasanten Abstieg
Ein Beitrag von
Seit Jahren wird über die Deindustrialisierung Deutschlands diskutiert.
Führende Wirtschaftsvertreter warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung und treffen mittlerweile Investitionsentscheidungen eher außerhalb von Deutschland. Die Politik und ihre Propagandisten hingegen bezeichnen diese Sorge als Panikmache (Bundeskanzler Scholz) oder gar als einen Popanz (Prof. Dr. Fratzscher).
Doch gegen eine Sache können sie nicht argumentieren: gegen die nackten Fakten.
Die deutsche Industrieproduktion schrumpft seit Jahren. In den letzten 6 Jahren um über 12 Prozent. In den letzten 12 Monaten um über 3,7 Prozent. Im September um 1,4 Prozent. Die Deindustrialisierung Deutschlands ist ein Trend, der nun bereits seit Jahren anhält und zuletzt nochmal den Turbo angeschaltet hat.

Der internationale Absteiger: Deutschland
Blickt man auf die Entwicklung der Industrieproduktion in anderen Ländern, dann stellt man fest, dass Deutschland international der Absteiger ist.
Blickt man beispielsweise auf das Vereinigte Königreich, das bereits vor Jahrzehnten das Musterbeispiel einer Deindustrialisierung gewesen ist, dann stellt man fest, dass seit dem Jahre 2017 die Industrieproduktion dort um 7,7 Prozent gestiegen ist (Vergleich auf Jahresbasis bis 2022). In Frankreich fiel die Industrieproduktion im selben Zeitraum um 1,4 Prozent. In Polen stieg sie um 35,8 Prozent.
Außerhalb Europas sind die Unterschiede noch krasser: China steigerte von 2017 bis 2022 seine Industrieproduktion um 43,8 Prozent und die USA um 13,9 Prozent.
Es wird also weltweit nicht weniger produziert, sondern nur anderswo.
Wertschöpfungsanteil geht immer weiter zurück
Auch wenn wir den industriellen Anteil der deutschen Volkswirtschaft mit der gesamten Wertschöpfung vergleichen, stellen wir fest, dass sich hier Fundamentales verändert.
Erbrachte die deutsche Industrieproduktion von 2011 bis 2018 relativ konstant um die 20 Prozent der deutschen Wertschöpfung, so sank dieser Anteil bis zum Jahr 2022 auf 18,45 Prozent. Die Industrieproduktion geht im Jahre 2023 noch schneller zurück als in den Vorjahren, sodass sich der Anteil noch einmal reduzieren dürfte.
Es wurde lange genug gewarnt
Die Deindustrialisierung Deutschlands kommt nicht gerade über Nacht. Lange genug wurde vor den Folgen der politischen Rahmenbedingungen, insbesondere der höchst ideologischen Energiepolitik, gewarnt.
Seit dem Jahr 2009 stieg der Industriestrompreis laut Angaben vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft von 11,4 Cent pro Kilowattstunde auf über 53,4 Cent in der 2. Hälfte des Jahres 2022. Im aktuellen Jahr (bis Juli) beträgt der durchschnittliche Industriestrompreis zur Zeit 26,5 Cent pro Kilowattstunde. In den USA lag der durchschnittliche Strompreis für die Industrie im August 2023 bei 8 Cent pro Kilowattstunde.
Deutschland ist allein aufgrund der Energiekosten nicht ansatzweise konkurrenzfähig, um energieintensiv zu produzieren.

Die Industrie blickt pessimistisch in die Zukunft
Der Auftragseingang der deutschen Industrie sank, laut Angaben des HCOB Einkaufsmanagerindex Deutschland für das verarbeitende Gewerbe, im vergangenen Monat das 19. (!) Mal in Folge. Insbesondere die Exportaufträge gingen abermals kräftig zurück. Insgesamt herrscht ein ausgesprochener Pessimismus in der Industrie.

Konjunkturell verzeichnen auch andere Industriestandorte zurzeit eine eher schwächere Phase, doch fast nirgendwo anders ist diese so dramatisch ausgeprägt wie in Deutschland.
Dies zeigt der Blick auf die weltweiten Einkaufsmanagerindex-Daten für das verarbeitende Gewerbe. Während diese für Deutschland seit vielen Monaten Werte um die 40 melden, kommt die globale Industrie auf 47,6. Ein Wert unter 50 deutet auf eine Schrumpfung hin. Ein noch niedrigerer Wert auf einen noch stärkeren Rückgang.

Die deutsche Deindustrialisierung ist hausgemacht. Die Gründe sind in der Politik und den daraus entstandenen Rahmenbedingungen zu suchen, mit denen sich die deutschen Unternehmen konfrontiert sehen.
Lesen Sie auch:
Mehr NIUS:
Wirtschaftsrat-Boss: „Ohne Kettensäge taumelt Deutschland in den Abgrund – und mit Kettensäge ebenso“
Amerika baut die KI-Zukunft mit Vollgas
SPD stellt sich hinter DGB-Steuerkonzept: Gesamtmetall stellt Zusammenarbeit mit dem DGB infrage
Europa-Chef des neuen E-Autos Chery: „Wir Chinesen führen die globale Autoindustrie an“
Kettensägen-Boss Stihl: „Merz schickt uns mit Bleiweste zum Schwimmen“
Reform-Kommission: Jetzt soll die „atmende Schuldenbremse“ Deutschland vor dem Absturz retten
Nur noch 6 Prozent optimistisch: Absturz-Wirtschaft jetzt Sorge Nummer eins, dicht gefolgt von Migration
DIHK warnt vor nächster Gefahr für die Wirtschaft: Energiedeckel gefährdet Millionen Jobs
Mehr NIUS:
Europa-Chef des neuen E-Autos Chery: „Wir Chinesen führen die globale Autoindustrie an“
Kettensägen-Boss Stihl: „Merz schickt uns mit Bleiweste zum Schwimmen“
Reform-Kommission: Jetzt soll die „atmende Schuldenbremse“ Deutschland vor dem Absturz retten
Nur noch 6 Prozent optimistisch: Absturz-Wirtschaft jetzt Sorge Nummer eins, dicht gefolgt von Migration
DIHK warnt vor nächster Gefahr für die Wirtschaft: Energiedeckel gefährdet Millionen Jobs
Arla übernimmt größte deutsche Molkerei: Milram wird dänisch
Interne Prognose: Bundesagentur für Arbeit mehr als fünf Milliarden Euro im Minus
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Diego Faßnacht
Artikel teilen
Kommentare