Felix Nmecha lebt seinen Glauben – und das ist gut so!
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Was für ein Skandal: Fußballer Felix Nmecha ist Christ, und er zeigt es. Der DFB „sucht mit ihm das Gespräch“, ganz offensichtlich atheistische Kommentatoren unterstellen abwegige Dinge, die sie wohl für christlich halten, und TV-Sender fragen, ob christliche Gesten im Stadion erlaubt seien. Eine Gesellschaft verleugnet ihre Wurzeln.
Ich bin Christ und kein Fußball-Fan. Das Christentum ist die einzige Verbindung zwischen uns. Und es ist die innigste, unzerreißbarste, intensivste. Wir blicken auf denselben Gott und seine Schöpfung. Als preußischer Protestant zeige ich meinen Glauben weniger, trage ihn nicht vor mir her, sondern bin an „das Wort“, die Botschaft, den Geist Jesu gebunden, weniger an Gesten, Rituale oder Madonnenbilder aus Gips. Für viele Christen weltweit sind sinnlich erfahrbare Zeichen des Glaubens wichtig für die Vergewisserung der Gegenwart Gottes und die Zugehörigkeit zu seiner Gemeinschaft. Für mich sind weltliche, vergängliche Dinge weniger wichtig als die Gewissheit, mich in SEINER Welt zu bewegen. Der Versuch, christliche Regeln zu leben, kann für uns Menschen immer nur Stückwerk bleiben. Aber wir sollten ihn dennoch nicht aufgeben.
Nmechas gelebter Glauben tut mehr für das Christentum als der größte Teil der Amtskirchen
Wer Felix Nmecha für seinen Glauben kritisiert und verlangt, dass er ihn als eine Art stilles Hobby für den Hausgebrauch lebt, hat nichts verstanden. Den Glauben zu verstecken, ist für Christen schlichtweg keine Option.

„Wir sind alle Christen, wir sind alle Brüder“: Felix Nmecha und Jonathan Tah beten mit den Spielern aus Curaçao.
Der sogenannte Missionsbefehl in Matthäus 28,18 („Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“) lässt uns Christen keine Wahl. Wie und in welcher Form er gelebt wird, muss jeder für sich selbst entscheiden. Längst ziehen keine Missionare mehr durch die Welt und wollen vermeintliche „Wilde“ zwangstaufen. Das schlichte (Vor)Leben von Glauben ist nichts anderes als die Nachfolge Jesu, die er Christen in der Nacht vor seinem Tod aufgegeben hat. Das lässt sich nicht an- und ausschalten, ablegen, verleugnen oder tarnen. Wer an Gott glaubt, kann davon keine Auszeit nehmen und bleibt übrigens auch dann Christ, wenn die Amtskirche nichts von ihm wissen will.
Felix Nmecha tut mit seinem gelebten Glauben mehr für das Christentum als der größte Teil der Amtskirchen. Er lebt übrigens den Geist, der unsere gesamte Gesellschaft, unser Grundgesetz von der Präambel („Vor Gott und den Menschen“) bis zur Menschenwürde-Garantie durchwurzelt. Felix Nmecha lebt die Botschaft der Feindesliebe, der Verzeihung für den „verlorenen Sohn“ und der schützenden Hand Gottes über dem Brudermörder Kain. Felix Nmecha lebt einen Glauben, der nicht „Zahn um Zahn“ vergelten will, der Dieben nicht die Hand und Ungläubigen nicht den Kopf abhacken will. Felix Nmechas nigerianischer Vater entstammt einem Land, in dem brutale islamistische Banden Mord, Folter und Entführung praktizieren.
Eine Gesellschaft, die ihre Wurzeln nicht kennt, verliert den Zusammenhalt
Wenn es eine Geste gibt, die ich in den Fußballstadien der Welt sehen will, dann sind es die christlichen und nicht der erhobene Islamisten-Finger, bei dem man sich immer fragen muss, ob er einen friedlichen Islam repräsentiert oder den anderen der Milizen, Terrorgruppen, Alahu-Akbar-Rufer oder Kalifat-Freunde. Wo das Christentum westlicher Prägung das Sagen hat, können sich Muslime, die vor ihren militanten Glaubensbrüdern fliehen, sicher sein. Noch.

Nationalelf-Spieler Antonio Rüdiger zeigt den IS-Finger.
Eine Gesellschaft, die ihre eigenen christlich-jüdischen Wurzeln nicht mehr kennt, versteckt oder gar verfolgt, wandelt sich zurück in eine barbarische Gesellschaft. Sie verliert ihren Zusammenhalt und wird anfällig für „andere Götter“. Es ist kein Zufall, dass die größten, barbarischsten Verbrechensregime des vergangenen Jahrhunderts, der Nationalsozialismus und der Staatssozialismus/Stalinismus, mit Gott und Christentum auf Kriegsfuß standen.
Als ich vor Jahren mit Kanzlerin a.D. Angela Merkel (CDU) in Saudi-Arabien aus dem Regierungsflieger stieg, gab es eine klare Ansage: Wenn jemand eine Bibel dabei haben sollte, solle man diese lieber an Bord lassen. Daran musste ich denken, als Felix Nmecha mit seiner Bibel aus dem Mannschaftsbus stieg. Wir sollten uns nicht nach saudischem Vorbild islamisieren lassen.

Felix Nmecha gehört keiner festen traditionellen Landeskirche an, sondern ist evangelikaler Christ.
Plötzlich war ich kein Fremder mehr
Was Felix Nmecha vorlebt, ist die Weltgemeinschaft der Christenheit, die niemanden aus-, sondern alle Menschen einschließt. Nicht aggressiv, nicht mit Zwang und Vereinnahmung, sondern als lebendiger, gelebter Glaube. Ich selbst habe das vor einiger Zeit in Kenia erlebt, als wir in Mombasa durch einen bedrückenden Slum gingen und plötzlich aus einer Kirche mit Inbrunst gesungene Fetzen eines Kirchenliedes (ich glaube, es war: „Holy God, We Praise Thy Name“). Plötzlich war ich kein Fremder mehr mitten in Afrika. Da war ein großes Gefühl der Wärme, der Zugehörigkeit, ja fast schon Vertrautheit. Fremde Menschen in einer Gemeinde, Gemeinschaft. Ob nun von IHM inspiriert oder einfach nur bekannt von zu Hause.
Ohne Christentum wäre dieses Land nicht, was es ist. Ohne Christentum hätten weite Teile der DDR-Opposition keine Heimat gehabt. Ohne Christentum sähen unsere Städte und Dörfer anders aus. Ohne Christentum würden wir weder „Perlen vor die Säue werfen“ (Mt 7,6) noch „anderen eine Grube graben“ (Sprüche 26,27) oder unsere „Hände in Unschuld waschen“ (Mt 27,24).
Felix Nmecha lebt unsere abendländische Tradition. Und das ist auch gut so!
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Ralf Schuler
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