Wasser-Wahnsinn in München: Die faulen Zahlen-Tricks des grünen Bürgermeisters
Ein Beitrag von
Münchens grüner Oberbürgermeister Dominik Krause begründet drastische Verbote und Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro mit einer angeblichen „Wassernot“. Zwar liegt die Wassermenge, die die Quellen im Mangfalltal liefern (Schüttung), deutlich unter dem langjährigen Juni-Mittel. Ob sie aber tatsächlich einen historischen Tiefstand erreicht hat, bleibt unklar: Die dafür entscheidenden Einzelwerte halten die Stadtwerke weiterhin unter Verschluss.
In München zeigen die Grünen gerade, welchen Gefahren sich eine Bevölkerung aussetzt, die sie an die Macht wählt. Oberbürgermeister Dominik Krause hat dort einen Ausnahmezustand ausgerufen, den er mit angeblicher Wasserknappheit begründet. Die Lokalmedien sprechen bereits von einer „Wassernot“ und bringen Verständnis dafür auf, dass Münchner Trinkbrunnen zugenagelt werden und drakonische Geldstrafen drohen, wenn man gegen Anordnungen des Oberbürgermeisters verstößt, etwa gegen das Verbot, Rasenflächen tagsüber zu bewässern oder den Swimmingpool mit Wasser zu füllen.
Was meint „durchschnittliche Fördermenge der letzten Jahre“?
Wer Zehntausende Euro Strafe androht, sollte sich seiner Sache besser sicher sein. Er sollte Daten nennen und veröffentlichen können, die belegen, dass die Wasserkrise existiert und nicht frei erfunden ist. Hier beginnen die Probleme. Laut Stadtregierung fallen die geförderten Wassermengen historisch niedrig aus. Sie sollen nur „60 bis 70 Prozent“ dessen betragen, was üblicherweise aus den Quellen sprudelt.

So leitet Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause die angebliche Wassernot her.
Wie kommt die Stadt zu diesem Schluss? Indem sie aktuelle Messwerte mit einem Durchschnitt vergleicht. „Unsere Quellen liefern deutlich weniger Wasser“, das zeige die „aktuelle Förderung im Vergleich zum langjährigen Mittelwert, in Litern pro Sekunde“, so der Oberbürgermeister auf Instagram. Noch weniger Daten enthält die Pressemitteilung der Stadtwerke München, die lediglich anführt: „Der Durchschnittsverbrauch liegt normalerweise bei etwa 300 Millionen Litern Wasser pro Tag“, während „der Verbrauch zuletzt wieder auf über 360 Millionen Liter pro Tag“ angestiegen sei. Die Differenz von 60 Millionen Litern, so wird ohne Nennung weiterer Zahlen impliziert, sei aus den Grundwasserbeständen nicht zu decken.

Autoritäre Maßnahmen, die auf Intransparenz beruhen: Nur zwei Zahlen sollen die Wasserregeln legitimieren.
Doch daran gibt es erhebliche Zweifel. Zum einen ist München ein regelrechtes Wasserparadies. Das Lebenselixier fließt der Stadt aus den Alpen auf schier unbegrenzte Weise aus seinen Gewinnungsgebieten entgegen. „Die Wasservorkommen dort sind sehr ergiebig, ja praktisch unerschöpflich“, informierte die Stadt bis vor Kurzem noch ihre Bürger. Inzwischen ist diese korrekte Aussage von der Website verschwunden, da sie „missverstanden“ werden könne, wie NIUS auf Anfrage erfuhr.
Zum anderen ist bis zum Beweis des Gegenteils durch die Veröffentlichung der zugrunde liegenden Einzelwerte zu vermuten, dass der angeblich außergewöhnliche Tiefstand auf einem methodisch unzulässigen Schluss beruht, der es erlaubt, aus jeder Datenlage einen Notstand zu konstruieren. Den historischen Tiefstand leitet der Oberbürgermeister daraus ab, einen Durchschnittswert, bei dem zunächst völlig unklar geblieben war, auf welche Zeitspanne er sich bezieht, mit dem aktuellen Wert zu vergleichen. Weil NIUS nachhakte, ist der Bezugszeitraum nun immerhin bekannt.
Intransparenz bei entscheidenden Daten
Laut ihrer Antwort auf die NIUS-Anfrage vergleichen die Münchner Stadtwerke die Wassermenge, die im Juni 2026 aus den Quellen floss, mit dem durchschnittlichen Juni-Wert der Jahre 2001 bis 2025: „Die aktuelle Schüttung der Freispiegelwerke im Mangfalltal beträgt für den Monat Juni 2026 rund 2.200 l/s gegenüber einem langjährigen Mittelwert für Juni (2001 bis 2025) von rund 3.380 l/s. Dies entspricht etwa 65 %. Alle Werte sind gerundet.“
Einen historischen Tiefstand belegt dieser Vergleich jedoch nicht. Ein Mittelwert lässt nicht erkennen, ob einzelne Juni-Werte seit 2001 ähnlich niedrig oder sogar noch niedriger ausfielen. Besonders ergiebige Jahre können den Durchschnitt nach oben ziehen und dadurch auch einen keineswegs einmaligen Wert außergewöhnlich niedrig erscheinen lassen. Obwohl NIUS ausdrücklich um die konkreten Vergleichswerte der vergangenen Jahre gebeten hatte, übermittelten die Stadtwerke lediglich den daraus errechneten Durchschnitt.
Ob die Quellen gegenwärtig tatsächlich so wenig Wasser liefern wie nie zuvor, bleibt damit weiterhin unbelegt.
Fazit: Wer mit einer angeblichen Wasserkrise tief in den Alltag der Bürger eingreift und Zehntausende Euro Strafe androht, muss belastbare Belege vorlegen. Solange die Stadtwerke die zugrunde liegende Messreihe nicht veröffentlichen, bleibt die Behauptung einer historisch außergewöhnlichen „Wassernot“ eine nicht überprüfbare politische Behauptung.
Haben Sie einen Hinweis zu diesem Thema? Hier können Sie uns schreiben.
Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
Mehr NIUS:
Beweismittel dürfen nicht ausgewertet werden: Die Justiz in Berlin kuscht vor den Tätern der Vulkangruppe
Nach der Spahn-Affäre: Der Kanzler und die Union stehen vor einem Scherbenhaufen
Oppositionsverbote und Geheimdienstaufrüstung: Der autoritäre Umbau des Staates nimmt Fahrt auf
Grüne Männerfantasien: Nach 40 Jahren Feminismus wollen die Grünen sich bei den Männern anbiedern
Nachrichten waren gestern: Warum ZDF heute die Speerspitze linker Ideologie ist
Das System schlägt zurück: Wie die systematische Verharmlosung migrantischer Kriminalität zum Blutbad von Stade führte
50 Prozent sollen weg: Diese Modelle könnte der VW-Konzern aus seinem Portfolio streichen
Das Dunja-Prinzip: Wie der Nachrichten-Journalismus demoliert wurde
Mehr NIUS:
Grüne Männerfantasien: Nach 40 Jahren Feminismus wollen die Grünen sich bei den Männern anbiedern
Nachrichten waren gestern: Warum ZDF heute die Speerspitze linker Ideologie ist
Das System schlägt zurück: Wie die systematische Verharmlosung migrantischer Kriminalität zum Blutbad von Stade führte
50 Prozent sollen weg: Diese Modelle könnte der VW-Konzern aus seinem Portfolio streichen
Das Dunja-Prinzip: Wie der Nachrichten-Journalismus demoliert wurde
Nach Urteil wieder im Präsidentschafts-Rennen: Wie Marine Le Pen jetzt in die Offensive geht
Regierungserklärung des Bundeskanzlers: Warum Friedrich Merz auf Schönreden als Konzept setzt
Klingbeils Schwindel-Haushalt: NIUS erklärt 5 Unwahrheiten rund um die Finanzplanung der Regierung
Felix Perrefort
Artikel teilen
Kommentare