Das System schlägt zurück: Wie die systematische Verharmlosung migrantischer Kriminalität zum Blutbad von Stade führte
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Am 29. Juni dieses Jahres, einem Montag, steigen in Garbsen bei Hannover gegen neun Uhr morgens drei Mitarbeiter der Jugendhilfestation Garbsen in einen Kleinwagen und machen sich auf die zweieinhalbstündige Fahrt nach Stade, einer malerischen Kleinstadt 50 Kilometer westlich von Hamburg, um dort an einem sogenannten „Hilfeplangespräch“ teilzunehmen. Zur selben Zeit steigt, ebenfalls in Garbsen, ein 45-jähriger in Deutschland geborener Türke mit problematischer Vergangenheit in einen 400 PS starken Mercedes-SUV, mit dem ihn eine 65-jährige Bekannte ebenfalls nach Stade chauffiert. Auch er wird dort an einem Hilfeplangespräch teilnehmen. Die drei Mitarbeiter des Jugendamts Garbsen und der Deutsch-Türke mit seiner Chauffeurin haben in Stade dasselbe Ziel: das Mutter-Kind-Heim in der Dankersstraße 29, dessen Bewohnerinnen überwiegend aus prekären Verhältnissen stammen. Das Mutter-Kind-Heim befindet sich in einem großzügigen Backsteingebäude aus den 1980er Jahren, das auf einem weitläufigen Grundstück mit parkähnlichem Garten, altem Baumbestand und gepflegten Rasenflächen steht.
Als die drei Sozialdienst-Fachkräfte aus Garbsen um 11:50 Uhr in Stade eintreffen, werden sie bereits von drei Mitarbeiterinnen des Mutter-Kind-Heims erwartet. Insgesamt sechs Sozialarbeiter, Pädagogen und Sozialpädagogen, alle mit guter Ausbildung, manche mit Hochschulstudium, haben sich an diesem Vormittag im Besprechungszimmer in voller Mannschaftsstärke versammelt, weil sie wissen: Sie haben es mit einem Klienten zu tun, der als aggressiv, widerspenstig und bedrohlich gilt. Noch ist den Pädagogen allerdings nicht klar, wie schwierig das jetzt beginnende Gespräch werden wird und wie wenig sie darauf vorbereitet sind.

Das Mutter-Kind-Heim in der Dankersstraße 29
Im Luxus-SUV zum Tatort
Inzwischen ist auch Fatih Khan G., ein 1981 in Goslar geborener türkischer Staatsbürger, vor dem Mutter-Kind-Heim in der Dankersstraße eingetroffen. Im Gegensatz zu den Mitarbeitern des Jugendamts Garbsen war er schnell und komfortabel unterwegs. Sylvia S., eine Familien- und Migrationsberaterin bei einer bundesweit tätigen Organisation, die sich für binationale Familien und Partnerschaften einsetzt, fährt einen Mercedes-AMG GLE Coupé, der nur wenige Wochen zuvor auf sie zugelassen worden war. Dieses Mercedes-Coupé ist ein zwei Tonnen schwerer, luxuriöser Hochleistungs-SUV mit 390 PS starkem V6-Biturbomotor, permanentem Allradantrieb, einem Neupreis von 100.000 Euro, einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,7 Sekunden und einer elektronisch auf 250 km/h begrenzten Höchstgeschwindigkeit, der Leistung, Komfort und Prestige miteinander verbindet. Damit fährt es sich komfortabel und sicher. Das ist exakt der Typ von Auto, den ansonsten türkische und arabische Clangrößen gerne fahren, um sich und der Welt zu demonstrieren, was sie in Wirklichkeit nicht sind: nämlich seriös, erfolgreich und vermögend.
Kurz nach zwölf Uhr mittags sind dann alle Teilnehmer des Hilfeplangesprächs im Besprechungszimmer versammelt: die sechs Pädagogen von Jugendamt und Mutter-Kind-Haus, Fatih G. und seine zehn Jahre jüngere Partnerin. Das Gespräch kann beginnen. Ziel des Hilfeplangesprächs nach § 36 SGB VIII ist es, zu klären, wie es mit der Unterbringung der drei Monate alten Tochter von Fatih G. und seiner Partnerin weitergeht, ob die Mutter mit dem Kind weiterhin in der Mutter-Kind-Einrichtung in Stade leben soll und welche Umgangsrechte Fatih G. künftig erhält sowie unter welchen Bedingungen er seine Tochter sehen darf.

Hochleistungs-SUV mit 390 PS starkem V6-Biturbomotor
Die Warnzeichen im Fall Fatih G.
Um zu verstehen, warum dieser enorme Aufwand an Personal, Zeit und Geld überhaupt notwendig war – noch dazu für einen türkischen Staatsbürger –, müssen wir Fatih G.s Vergangenheit und die Vorgeschichte zum Gespräch in Stade rekonstruieren.
Ende März dieses Jahres werden Fatih G. und seine Partnerin Eltern einer Tochter. Doch nur fünf Wochen später wird das Baby als Notfall in die Medizinische Hochschule Hannover eingeliefert. Die Ärzte diagnostizieren eine Hirnblutung und äußern den dringenden Verdacht auf ein Schütteltrauma – eine lebensgefährliche Hirnverletzung, die durch absichtliches, gewaltsames Schütteln eines Babys entsteht. Fatih G. und seine Partnerin bestreiten den Vorwurf vehement und erklären die massiven Verletzungen mit einem nächtlichen Unfall im Ehebett, in dem angeblich auch das Baby schlief. Bei diesem nokturnen Malheur seien die Köpfe von Vater und Tochter im Schlaf unbeabsichtigt zusammengestoßen, was beim Baby zu einer Hirnblutung geführt habe. Diese Erklärung, die allem medizinischen Fachwissen widerspricht, vertritt interessanterweise auch die Migrationsaktivistin Sylvia S., die sich als „Patentante“ des Babys versteht und Tage vor dem Treffen in Stade einer handverlesenen Auswahl von Medien (wie dem NDR) ein 20-seitiges Dossier zuschickt, in dem sie die Geschichte vom nächtlichen Unfall im Ehebett detailfreudig ausbreitet und jedes Schütteln bestreitet.
Die Ärzte glauben Fatih G.s Version der Dinge nicht, was zu schweren Konflikten zwischen ihm, der Mutter und dem Klinikpersonal führt. Der Türke bedroht Ärzte und Klinikpersonal und stellt medizinische Maßnahmen infrage. Deshalb erstattet die Klinik am 22. April Strafanzeige und schaltet das Jugendamt ein. Dieses nimmt das Kind nach der Entlassung aus dem Krankenhaus am 15. Mai gegen den Willen beider Eltern in Obhut. Später entscheidet das Familiengericht, dass Mutter und Tochter zwar wieder zusammenleben dürfen, jedoch ausschließlich unter Aufsicht in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade. Fatih G. darf seine Tochter nur noch unter den vom Jugendamt und dem Familiengericht festgelegten Bedingungen sehen.
Die Schusswaffe besorgte er auf dem Schwarzmarkt
Die bei dem Hilfeplangespräch anwesenden Sozialarbeiter und Pädagogen, alles erfahrene Kräfte, wissen, dass Fatih G. ein schwieriger und aggressiver Mensch ist, aber sie haben keine Ahnung, wie schwierig und wie aggressiv. Das zeigt sich jedoch schnell, als der Türke nur wenige Minuten nach der freundlichen und konstruktiven Gesprächseröffnung durch die anwesenden Pädagogen erklärt, er müsse kurz etwas aus dem Mercedes holen, in dem die Migrationsaktivistin Sylvia S. auf ihn wartet.
Als er wieder zurückkommt, wird schnell klar, was der Türke aus dem Auto holen musste: nämlich eine halbautomatische Pistole der Marke Beretta. Mit ihr erschießt Fatih G. vor dem Haus zunächst den Leiter des Mutter-Kind-Heims, der gerade aus dem Gebäude kommt und nach Hause fahren will. Danach geht der Türke mit raschen Schritten zurück in das Besprechungszimmer, in dem die anderen fünf Pädagogen immer noch auf ihn warten, schickt die Mutter seines Kindes jedoch erst noch aus dem Raum. Und dann geht das Hilfeplangespräch schnell und unplanmäßig zu Ende: Fatih G. erschießt die im Zimmer wartenden fünf Personen mit jeweils einem Kopf- oder Brustschuss, die bei allen zum sofortigen Tod führen. Auch wenn noch nicht alle Details bekannt sind, lässt sich dieser Tathergang allein durch den Typ der verwendeten Waffe gut begründen.
Fatih G. benutzt für seinen Massenmord nach übereinstimmenden Presseberichten eine Beretta Modell 70. Das ist eine alte, aber legendäre Pistole, die vor allem für ihre Präzision und einfache Handhabung bekannt ist. Sie lässt sich schnell und kontrolliert abfeuern, hat einen sauberen Abzug und bleibt auch bei mehreren Schüssen hintereinander stabil und treffsicher. Die leichte Kontrollierbarkeit im Schnellfeuer, geringe Kollateralschäden und hohe Präzision machen sie ideal für enge Räume oder unauffällige Einsätze.

Beretta Modell 70 (Archiv)
In den 1970er Jahren ist sie die bevorzugte Handfeuerwaffe der israelischen Geheimdienste Mossad und Sayeret Matkal. Genau diese Eigenschaften erklären, warum Fatih G. mit wenigen gezielten Schüssen in Kopf oder Brust eine so hohe tödliche Wirkung erzielen konnte – die Waffe ist technisch ausgereift und für solche Nahschüsse wie gemacht. Fatih G. soll die Waffe in Berlin am Kurfürstendamm illegal erworben und für sie sowie 21 Schuss Munition zusammen rund 4000 Euro bezahlt haben.

Fatih G. soll die Waffe in Berlin am Kurfürstendamm illegal erworben haben.
Der NGO-Sumpf trägt eine Mitschuld
Der Massenmord von Stade, der vom NDR und vielen anderen Medien gerne als die „Gewalttat von Stade“ verharmlost wird, ist, gemessen an der Zahl der Opfer, eines der schlimmsten Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik. Nur die Amokläufe von Erfurt 2002 und Winnenden 2009, der Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz 2016, das Oktoberfestattentat 1980, der Anschlag von Hanau 2020 und der OEZ-Anschlag von München 2016 waren noch schlimmer.
Und was war denn jetzt der Grund dafür? Von der Oberfläche her gesehen: Kindesgefährdung durch die Eltern, ein Sorgerechtsstreit und die Übertragung des Sorgerechts auf das Jugendamt. Aber das ist wirklich nur die Oberfläche, denn in diesem Land finden jedes Jahr 70.000 Sorgerechtsverfahren statt – aber nie wird dabei jemand erschossen.
Was sind also die Gründe für das Massaker von Stade? Denn genau das war es: ein Massaker. Ein Massenmord an wohlmeinenden und arglosen Menschen, die eine soziale Tätigkeit zu ihrem Beruf gemacht hatten und im Rahmen dieser Berufspflicht zwei Eltern dabei helfen wollten, ein Kind wohlbehütet und gesund aufzuziehen. Ein Massenmord an Pädagogen und Erziehern, die tagtäglich mit Widerstand, Aggressionen und Konflikten zu tun haben, deren Ausbildung und Berufspraxis sie aber in keiner Weise darauf vorbereiteten, mit einer halbautomatischen Waffe aus kürzester Distanz erschossen zu werden.
Die Gründe für die Morde von Stade liegen einerseits selbstverständlich in der kriminellen Persönlichkeit des Täters, der, sollten die Recherchen der Bild-Zeitung zutreffen, bereits vor Jahren und Jahrzehnten in der Türkei eine Reihe schwerer Verbrechen beging – sie liegen aber ebenso im weitverzweigten Archipel der vom Steuerzahler finanzierten NGOs, die Straftaten von Migranten verharmlosen und entschuldigen und jeden Kritiker daran als Rassisten brandmarken. Im Falle der Morde von Stade hat dieses System nun gegen seine Urheber zurückgeschlagen. Die Aktivistin einer der vielen Migrations-NGOs sieht sich plötzlich dem Verdacht ausgesetzt, einem Massenmörder zur Flucht verholfen und sein Fluchtfahrzeug gesteuert zu haben. Die Leiter von Behörden zum Jugendschutz haben die Gefahren, die von Fatih G. ausgingen, sträflich unterschätzt und ihre eigenen Mitarbeiter in eine Gefahrensituation gebracht, mit der diese niemals umgehen konnten. Die Gefahr, die von Fatih G. ausging, wurde möglicherweise auch deshalb unterschätzt, wenn nicht sogar bagatellisiert, um eine Stigmatisierung des Täters zu vermeiden – eine Fehlleistung mit fatalen Konsequenzen.
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