Wie New Yorks neue „First Lady der Gen Z“ zur Ikone der Linken wurde
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Emanuela SutterDie 28-jährige Ehefrau des frisch gewählten New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani verkörpert alles, was die progressive Szene liebt – Feminismus, Migration, Pro-Palästina-Aktivismus. Rama Duwaji ist die Galionsfigur der Anti-MAGA-Bewegung. Das Paar zeigt, dass selbst Feministinnen plötzlich wieder an Liebe glauben, wenn der perfekte linke Mann kommt.
Das linke Netz erlebt gerade einen Freudentaumel: Die New Yorker Bürgermeisterwahl bescherte den Linken in MAGA-dominierten Zeiten just einen neuen weiblichen Star. Die Rede ist von Rama Duwaji, neue First Lady des Big Apples. Sie ist die Frau des frisch gewählten muslimischen Bürgermeisters Zohran Mamdani, der sich selbst als „demokratischen Sozialisten“ bezeichnet.

Die „neue Lady Diana“: So wird Duwaji in zahlreichen überschwänglichen Artikeln bezeichnet.
2025 war bisher ein mageres Jahr für die progressive Medienblase. Die Zeiten ihrer vormaligen feministischen Ikonen – der einstigen Trump-Herausforderin Kamala Harris, der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez oder auch der ehemaligen First Lady Michelle Obama – sind abgelaufen. Doch jetzt ist es vorbei mit dem Tränental: Der Himmel bescherte ihnen Duwaji, die „First Lady der Gen Z“, die „neue Lady Diana“, wie sie in zahlreichen überschwänglichen Artikeln bezeichnet wird. Hämische Stimmen sagen, den Hype um ihre Person verdankt die 28-Jährige dem Wahlsieg ihres Ehemannes. Diese Tatsache passt freilich nicht in das feministische Narrativ der Selfmade-Frau.
Kunst, die soziale Gerechtigkeit und arabische Identität thematisiert
Eine Bekanntheit war Duwaji vor der Wahl keine. Eine in der Kunstszene etablierte Illustratorin schon. Zu ihren Auftraggebern gehören die New York Times, die Washington Post, die BBC oder die Vogue. In ihren Arbeiten, vorwiegend digitale Schwarz-Weiß-Zeichnungen, verbindet Duwaji Kunst mit Aktivismus. Themen, die ihr am Herzen liegen, sind soziale Gerechtigkeit, Feminismus, arabische Identität – und Palästina. Eine Illustration etwa, die sie auf ihrem Instagram-Account veröffentlichte, stellt eine Palästinenser-Flagge dar. Darunter steht geschrieben: „Beendet den Völkermord“.

Duwajis Illustration: Eine Palästinenser-Flagge mit dem Titel „Beendet den Völkermord“
Eine andere Zeichnung zeigt ein Boot der „Global Sumud Flotilla“, die im September medienwirksam die israelische Blockade nach Gaza durchbrechen wollte. Bekannteste Persönlichkeit an Bord: die einstige Klima-, jetzt Pro-Palästina-Aktivistin, Greta Thunberg.
„Richte deine Energie darauf, über den Völkermord zu sprechen“
Im Netz kursiert eine besonders geschmacklose Äußerung der Künstlerin. Einen Monat nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 schreibt Duwaji in einer privaten Instagram-Nachricht an die Künstlerin Gabi Abrão: „Sprich über Palästina. Richte deine Energie darauf, über den Völkermord zu sprechen“. Damit meint sie nicht die über 1.200 getöteten Israelis, sondern einen angeblichen Genozid des israelischen Staates an der palästinensischen Bevölkerung. Die Nachricht dürfte echt sein. Abrão veröffentlichte sie im November 2025 auf ihrem X-Account.

Einen Monat nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel schreibt Duwaji in einer privaten Instagram-Nachricht an die Künstlerin Gabi Abrão: „Sprich über Palästina. Richte deine Energie darauf, über den Völkermord zu sprechen“.
Zohran Mamdani, langjähriger Unterstützer der antisemitischen BDS-Bewegung, hat in seiner Amtszeit als New Yorker Abgeordneter im Mai 2023 einen Gesetzentwurf eingebracht, der New Yorker Stiftungen davon abhalten sollte, die israelische Siedlungspolitik finanziell zu unterstützen. Das Projekt mit dem Namen „Not on our dime“ würde viele Organisationen, die sich unter anderem für Terroropfer einsetzen, unter Generalverdacht stellen, so die Jüdische Allgemeine in einem Artikel. Mamdanis Frau kreierte den Werbefilm für das Projekt. Darin zu sehen: israelische Drohnen und Blut, das aus Händen tropft, um angebliche israelische Kriegsverbrechen darzustellen. Der Gesetzesentwurf ist nie in Kraft getreten.
Texanerin mit syrischen Wurzeln
Duwaji wurde in Texas geboren und stammt aus einer wohlhabenden Akademiker-Familie mit syrischen Wurzeln. Ihre Jugend verbrachte sie in Dubai, ihr Kunststudium absolvierte sie in Katar, wechselte dann aber auf eine Universität im US-Bundesstaat Virginia. Den Master belegte sie an der School of Visual Arts in New York. Obwohl sie in den USA geboren wurde, hat Duwaji in ihrer Instagram-Bio angegeben, dass sie eine „Illustratorin aus Damaskus“ sei.
Die Anti-MAGA-Look-Ikone
Duwaji wird gefeiert aus drei Gründen: Sie ist links, sie ist Teil der Generation Z und sie stellt das Gegenstück zu den republikanischen MAGA-Frauen dar. Typische Repräsentantinnen des „Make America Great Again“-Looks sind Donald Trumps Frau Melania oder seine Pressesprecherin Karoline Leavitt. Charakterisierend für den MAGA-Look sind wallende, oft blonde, lange Mähnen, falsche Wimpern, dick aufgetragenes Make-up, Pumps, enganliegende Kleider oder Hosenanzüge in femininen Farbtönen.

Duwaji präsentiert den Anti-MAGA-Look.
Duwaji dagegen trägt Problem-Pony, schwarzen Kajal-Strich und generell viel schwarze Kleidung. Das Outfit, welches sie bei der Siegesrede ihres Mannes trug, ist ein politisches Statement: ein Top mit traditioneller palästinensischer „Tatreez“-Stickerei, entworfen vom jungen Designer Zeid Hijazi. In einem Vogue-Interview darauf angesprochen, ob seine Kleidungsstücke politisch seien, sagt der Gen-Z-Designer: „Das ist mein Mittelfinger an das System. Das ist meine Art zu sagen: Free Palestine – ohne es wörtlich auszusprechen.“

Das Oberteil stammt von dem jungen palästinensischen Designer Zeid Hijazi und trägt eine arabische Stickerei, die palästinensischen Widerstand symbolisiert.
Duwaji und Mamdani lernten sich über eine Dating-App kennen
Duwaji und Mamdani sind für eine ungewöhnliche Welle der Begeisterung unter progressiven Frauen verantwortlich: Ihre Beziehung löste eine derartige Euphorie aus, dass Feministinnen scheinbar ganz auf ihre Verteufelung romantischer Beziehungen verzichten und ihre Lobeshymne auf das Single-Dasein vergessen. Die Liebes-Chronik des Ehepaars: Die 28-Jährige und der 34-Jährige lernten sich vor vier Jahren über die Dating-App Hinge kennen und heirateten im Februar 2025.

Zusammen bilden Mamdani und Duwaji das neue linke Glamour-Duo.
Ihre Liebesgeschichte führte dazu, dass die britische Vogue titelte: „Die Beziehung von Zohran und Rama vermittelt uns eine seltene Dosis Hetero-Optimismus“. Übersetzt heißt das: Die Geschichte der beiden gibt verzweifelten Singles, die müde sind vom monatelangen Nach-links-swipen auf Dating-Apps, wieder Hoffnung, dass es die große Liebe im Netz vielleicht doch noch gibt.
Der frisch erschienene Artikel über diesen „Hetero-Optimismus“ steht sinnbildlich für den neuen Hype um das Paar. Mamdani ist der Traummann im linken Dating-Pool: sozialistisch, feministisch, mit Migrationshintergrund – und zugleich verantwortungsbewusst und bindungswillig. Das ideale Date für demokratisch eingestellte Frauen. Immerhin wurde er von 84 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gewählt. Zusammen bilden New Yorks künftiger Bürgermeister und Duwaji das neue linke Glamour-Duo. Sie sind der lebende Beweis dafür: Sobald der perfekte linksliberale Mann daherkommt, werden selbst eingefleischte Feministinnen schwach – und glauben wieder an Ehe und Romantik.
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