TU Chemnitz erkennt Thüringens Ministerpräsident Voigt den Doktortitel ab
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Die TU Chemnitz will Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) den Doktortitel entziehen. Nach einem Untersuchungsverfahren entschied die Universität, dass Voigt den akademischen Grad nicht weiterführen soll. Voigt kündigt an, dagegen vor dem Verwaltungsgericht zu klagen, berichtet die Bild.
Auslöser sind Vorwürfe rund um Voigts Dissertation aus dem Jahr 2008. Thema der Arbeit war der US-Präsidentschaftswahlkampf „George W. Bush gegen John F. Kerry“, die laut Bericht größtenteils in den USA entstanden sein soll. Kritiker warfen Voigt vor, einzelne Quellen nicht im Original ausgewertet zu haben, sondern Angaben aus Sekundärliteratur übernommen zu haben. Zur Bewertung der Vorwürfe holte die TU Chemnitz im Dezember 2024 ein externes Gutachten ein. Der unabhängige Gutachter kam im Februar 2025 laut Darstellung aus Voigts Umfeld zu einer insgesamt positiven Einschätzung.
Die Universität setzte das Verfahren fort und startete eine weitere Untersuchung. Nach Darstellung der Anwälte wurden dabei im März 2025 neue Maßstäbe für den Umgang mit Plagiatsvorwürfen entwickelt und erstmals in diesem Fall angewendet. Voigt sieht darin einen Bruch mit einem fairen Verfahren und kündigt juristische Schritte an. Nach Angaben aus dem Uni-Verfahren beziehen sich die beanstandeten Stellen auf 2,58 Prozent der Wörter der Dissertation.
„Mario Voigt hat über 15 Jahre hinweg systematisch plagiiert“
Bereits im August 2024 veröffentlichte der renommierte Plagiatsjäger Stefan Weber ein Gutachten der Dissertation. „Der Thüringer CDU-Spitzenkandidat und Professor an der Quadriga Hochschule Berlin Mario Voigt hat über 15 Jahre hinweg systematisch plagiiert. Die folgenden beiden Dokumentationen stellen 140 Plagiatsfragmente in der Buchfassung seiner Dissertation (2010) sowie weitere 60 Plagiatsfragmente in fünf Publikationen dar, die zwischen 2004 und 2018 erschienen sind“, so Weber.
„Besonders bitter sind vier Plagiatsfragmente im Schlussteil der Dissertation. Wo, wenn nicht dort, hätte man sich eigene Gedanken Mario Voigts erwartet? Aber auch hier griff Voigt an verschiedenen Stellen auf unzitierte Textvorlagen zurück. In einem Fall ,interpretierte‘ er die Bush-Kampagne anlässlich der US-Präsidentschaftswahlen 2004 mit einem österreichischen Text, der schon vor der Wahlkampf-Auseinandersetzung erschienen ist. Peinlich sind auch neun Seiten, auf denen Wikipedia plagiiert wurde“, so Weber weiter.
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