Antisemit der Woche: „Nahostexpertin“ Kristin Helberg gibt Manipulation zu: Arabische Israelhasser sollen das Wort „Jude“ meiden
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In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unsere Preisträgerin Kristin Helberg.
Sie tingelt durch die politischen Talkshows der Republik und durch einschlägige Formate des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Deutschlandfunk bis Phoenix: die Nahostexpertin des Grauens, Kristin Helberg.
Qualifiziert hat sie sich etwa als Dauergast von Markus Lanz durch ihre stramm „israelkritische Haltung“. Vom obligatorischen Völker- und Kindermordvorwurf („Das sind statistisch jeden Tag 26 Kinder, Israel tötet jeden Tag im Gazastreifen eine Schulklasse“) bis zur Unterstellung, Israel strebe eine „Hegemonie“ in Nahost an, hat sie alles im Repertoire.
Dass der jüdische Staat von Todfeinden umzingelt ist, die es nur auf seine Vernichtung abgesehen haben, sieht Helberg natürlich nicht. Sie erzählt dem Publikum, dass man die Israelis in der Region lieben würde, wenn sie doch nicht die Palästinensergebiete besetzt hielten. Dass der Versuch „Land gegen Frieden“ unternommen wurde und im Desaster der palästinensischen Terror-Intifada endete, lässt sie lieber beiseite.
Mit Hardcore-Antisemiten im Kulturhaus
Kürzlich berichtete der Tagesspiegel über eine denkwürdige Veranstaltung in Berlin. Im Neuköllner Kulturhaus „Spore“ hatten sich Hardcore-Israelhasser zusammengefunden. Titel des Abends: „Das Recht auf Widerstand unter Terrorverdacht“. Wie in diesen Kreisen üblich, wurde behauptet, Gewalt gegen Israelis sei legitim. Wenn etwa die Hisbollah israelische Städte jahrelang mit Raketen beschießt, ist das für diese Extremisten völlig okay.
Der Abend fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zeit zu reden“ statt, in der – Überraschung! – Kristin Helberg aktiv ist und meist als Moderatorin fungiert. Als solche überlässt sie die heftigsten Aussagen anderen und spielt die Dialogbereite, die doch nur auch den Palästinensern eine Stimme geben will, schließlich kämen diese in Deutschland nie zu Wort.
Helberg selbst meint, der 7. Oktober habe eine „Vorgeschichte“. Das hat er auch, denn der Kampf gegen Juden im Land Israel wird schon seit weit über hundert Jahren geführt. Die „Nahostexpertin“ der dunklen Herzen meint allerdings etwas anderes, womit sie den mörderischen Terror relativiert. Dass auch die (Teil-)Besatzung des Westjordanlandes eine Vorgeschichte hat (es wurde bis 1967 von Jordanien besetzt, das es im Präventivkrieg Israels verlor), blendet sie hingegen aus.

Das Hamas-Massaker vom 7. Oktober mit 1.200 Todesopfern hat laut Helberg „eine Vorgeschichte“.
Lieber nicht „Jude“ sagen
Kristin Helberg fordert angeblich eine „offene, ehrliche, differenzierte, vielleicht auch schmerzhafte“ Debatte, umgibt sich aber nur mit Leuten, die Israel bekämpfen, und greift solche an, die es verteidigen. Wer den jüdischen Staat wegbomben will, kann für Helberg einfach kein schlechter Mensch sein. Der kann auch kein Antisemit sein.
Weshalb Helberg laut Tagesspiegel an besagtem Abend erzählte, dass sie Palästinenser „häufig bei Interviews gebeten habe, bestimmte Sätze zu wiederholen, aber dabei auf das Wort Jude zu verzichten“. Dazu muss man wissen, dass die Feindschaft der meisten Araber religiös grundiert ist und Juden als Feinde des Islam gelten. Kaum ein Palästinenser tarnt seinen Judenhass, indem er „Israelis“ oder „Zionisten“ sagt, es sei denn, er richtet sich an westliche Ohren. Eigentlich immer ist von „Yahud“ (Jude) die Rede.
Also ließ die „Nahostexpertin“ ihre arabischen Gesprächspartner dasselbe nochmal sagen, aber dabei den Begriff „Jude“ vermeiden, sonst würde man hier vielleicht ob des offenen Antisemitismus hellhörig werden. Die Teilnehmer der Veranstaltung würden es ihnen wohl nicht krummnehmen, Hamas und Hisbollah gelten dort schließlich als Widerstandsgruppen, die hierzulande diffamiert würden, um Israel das Wort zu reden.

Dauergast in Talkshows, vor allem bei Lanz: Kristin Helberg
Terror als „legitimer Widerstand“
Für Helberg und ihre Mitstreiter von „Zeit zu reden“ aber ist die vermeintliche Unterscheidung von Judenhass und „Israelkritik“ äußerst wichtig, um bei Lanz oder im Deutschlandfunk so richtig gegen den jüdischen Staat vom Leder ziehen zu können. Dass die „Achse des Widerstands“, bestehend aus dem iranischen Regime, Hamas, Hisbollah und den jemenitischen Huthis, gerechtfertigte Gewalt ausübt, steht für sie außer Frage, also gilt es, die Terroristen salonfähig zu machen.
Auf der Veranstaltung in Berlin übernahm diese Aufgabe einmal mehr Helga Baumgarten, einst Dozentin an der palästinensischen Universität Birzeit und dafür bekannt, die Hamas als eine Art islamische CDU weißzuwaschen. Der Begriff Terror werde heute „inflationär benutzt“. Baumgarten spricht von „Notwehr“ und fabuliert von der ersten Intifada als einem „unbewaffneten Aufstand“, obwohl palästinensische Terroristen Israelis umbrachten und vor allem hunderte Palästinenser, die ihnen nicht radikal genug waren und als „Verräter“ den Tod verdienten.
Vor diesem Hintergrund muss man nicht erst fragen, wie Helberg zum Regime in Teheran steht. Vordergründig kritisch, natürlich, de facto aber tut sie so, als sei ein Regimewechsel leider nicht möglich, schon gar nicht durch amerikanische oder israelische Intervention. Sie behauptet, dass für Israel keine akute Gefahr vom Iran ausgehe. Das würde Benjamin Netanjahu nur behaupten, um den Iran angreifen zu können. Die Mullahs wären aber konzessionsbereit, wenn man ihnen denn versichern würde, dass man sie nicht wieder attackiere.
Außer steilen Thesen nichts gewesen
Zwar droht das iranische Regime Israel seit 47 Jahren mit der Vernichtung und lässt bis zur Fertigstellung der Atombombe seine Proxys Terror machen, aber Kristin Helberg meint, hier werde nur ein Popanz errichtet: „Die wichtigste Funktion, den Iran über Jahrzehnte zum Hauptfeind Israels aufzubauen und zu stilisieren, war, von dem Problem der Palästinafrage abzulenken. Keiner sollte sich mehr für eine Lösung mit der palästinensischen Bevölkerung interessieren.“

Al-Quds-Tag in Teheran: Helberg meint, der Iran würde nur zum Feind Israels „stilisiert“.
Eine steile These! Sie selbst nimmt natürlich das Schmierentheater der Präsidentschaftswahlen im Iran für bare Münze. Der Wächterrat wählt Kandidaten aus, von denen einer als „Hardliner“, der andere als „Reformer“ verkauft wird. Manchmal gewinnt der „Reformer“, was aber keinen Unterschied macht, denn würde er sich gegen das Regime stellen, würde er erst gar nicht als Kandidat zugelassen. Trotzdem schrieb Helberg im Juli 2024, die Wahl von „Reformer Pezeshkian“ sei „ein Sieg der Demokratie“.
Es könnte halt alles so schön sein in Nahost, wenn es da diesen machtgeilen Staat „Groß-Israel“ nicht gäbe. „Israel zu kritisieren für die Verbrechen, die es begeht, ist kein Hass, sondern Kritik“, sagt sie, liefert aber keine Belege für den unterstellten „Genozid“. Wie sollte sie auch? Einfach mal die Behauptung aufzustellen, Israel kämpfe gar nicht gegen die Hamas, sondern wolle „alle Bewohner bestrafen“, muss reichen. Und die iranische Gefahr gelte vor allem dem eigenen Volk, Israels Militäraktionen dienten Hegemonie, kollektiver Bestrafung oder Netanjahus Machtsicherung statt echter Selbstverteidigung.
Gerade eben schrieb Helberg bei X: „Nein, ich bin keine Antisemitin. Feindschaft gegenüber Juden als Juden lehne ich selbstverständlich ab und habe ich nie geäußert. Sie verwechseln Israelkritik mit antijüdischem Rassismus. Israel mit dem jüdischen Volk gleichzusetzen ist an sich antisemitisch und gefährdet Juden.“ Was antisemitisch ist und Juden gefährdet, sollen also nicht die Betroffenen definieren, sondern sie. Es ist eben nur Zufall, dass Kristin Helberg ausgerechnet den einzigen jüdischen Staat zum Ziel ihrer Tiraden macht. Hauptsache, man sagt Israel und nicht „Juden“.
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