Antisemit der Woche: Roger Waters fordert mit mehr als 1.000 Musikern ESC-Boykott, weil Israel teilnimmt
Ein Beitrag von
In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unser Preisträger Roger Waters.
Die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island nehmen aus Protest nicht teil, der spanische Fernsehsender RTVE will nicht einmal übertragen, weder die Eurovision 2026, deren Finale am 16. Mai in Wien stattfindet, noch das Halbfinale am 12. und 14. Mai.
Parallel ist eine Kampagne ins Leben gerufen worden, die einen Boykott des Eurovision Song Contest 2026 (ESC) in Wien fordert – solange Israel teilnimmt. Sie hat nun einen Aufruf mit dem Titel „No Music For Genocide“ (Keine Musik für Völkermord) veröffentlicht. „Peter Gabriel, Paloma Faith + C. – mehr als 1.100 Stars fordern ESC-Boykott“, meldete die Gala.
Zu 99 Prozent unbekannte „Stars“
Allerdings handelt es sich keineswegs um „1.100 Stars“, denn von den Unterzeichnern sind der Öffentlichkeit nur eine Handvoll bekannt. Oder sagen Ihnen diese Namen etwas? Brynhildur Björnsdóttir (Island), Szklane Oczy (Poland), Tatu Nenonen (Finland), Anais Naharro-Murphy (Niederlande), Daniel Pereira Cristo (Portugal). Von diesem Bekanntheitsgrad sind 99 Prozent der Boykotteure: Musiker, Musikschaffende (!), Bands und andere Künstler.
Auch 23 deutsche Musiker und Bands sind unter den Propaganda-Opfern: 0046blkn, AKA KELZZ, CCL, Electrosexual, J.G. Biberkopf, J.K. Langford, Julián Croatto, Kettil Myrstrand, King Veganismus One & Dr. Alsan, Lazy Rosario, Lou Drago, Líneik, Mad Kate und so weiter – Stars, die niemand kennt.

Einer der wenigen Promis: der 76-jährige Peter Gabriel (früher Frontmann von Genesis).
Einige wenige Prominente sind es, mit denen die Kampagne hausieren geht: Gala nannte „Peter Gabriel, Paloma Faith & Co.“. Daneben mag man noch von Paul Weller, Massive Attack und Macklemore gehört haben, Hardcore-Musikfans kennen vielleicht bestenfalls noch ein Dutzend weitere.
Auftritt im Hamas TV
Die mutmaßlich treibende Kraft hinter der Kampagne aber ist Roger Waters, der ehemalige Pink-Floyd-Frontmann, als Antisemit schon seit langem in Erscheinung getreten. Dauerbrenner ist das gigantische aufblasbare Schwein mit Davidstern und anderen Symbolen, das über dem Event schwebt und in der Regel am Ende des Konzerts vom Publikum zerstört wird.

Das berüchtigte aufblasbare Schwein mit Davidstern.
Waters ist schon vor vielen Jahren als vehementer Israel-Basher in Erscheinung getreten, hat sich im Laufe der Zeit weiter radikalisiert und fällt heute mit klar antisemitischen Signalen auf. Der britische Sänger hegt eine veritable Obsession mit Israel, das er gern mit dem nationalsozialistischen Deutschland und Südafrika („Apartheid-Regime“) vergleicht, und ein „Experiment“ nennt, das „ein Fehler“ gewesen sei.
Auch im palästinensischen Terror-Kanal Hamas TV trat der Sänger auf. Dort erzählte er unter anderem, dass Israel der Grund für die Polizeibrutalität in den USA sei und dass der verstorbene jüdische Geschäftsmann Sheldon Adelson, den er als „rechten, faschistischen, rassistischen Fanatiker“ bezeichnete, die USA kontrolliere und „die Fäden zieht.“
Waters hält sich für das Opfer einer „jüdischen Lobby“
Hier eine kleinere Auswahl weiterer judenfeindlicher Schmankerl: Auf einer Tournee ließ Waters die Namen von Anne Frank und der Journalistin Shireen Abu Akleh (im Jahr 2022 bei einer Militäroperation im Westjordanland versehentlich erschossen) nebeneinander projizieren. Der Musikproduzent Bob Ezrin erzählte, dass Waters sich über die im Holocaust ermordete Großmutter eines Musikers lustig gemacht habe, in einem vegetarischen Restaurant einen Kellner barsch aufgefordert habe, „das Judenessen wegzunehmen“, und ein improvisiertes Liedchen sang, das mit den Worten „Cos Morri is a fucking Jew“ endete. Er wollte auch mal „Dirty Kike“ (im Englischen ein antisemitisches Schimpfwort für Juden) auf das erwähnte Schwein schreiben lassen.
Nun ist Waters’ Besessenheit in erster Linie sein eigenes Problem, das uns nicht weiter beschäftigen müsste, wäre er nicht leider auch ein recht erfolgreicher Aktivist. Er macht regelmäßig Druck gegen Musiker, die in Israel auftreten. Den Musiker Stevie Wonder etwa rief er auf, den ihm verliehenen Wolf-Preis nicht anzunehmen. Kein Wunder, dass er als besonders lautstark auftretende Speerspitze der Israelboykott-Bewegung BDS („Boycott, Divestment and Sanctions“) gilt.
Sich selbst sieht Waters als Opfer einer besonders in der Musikindustrie mächtigen „jüdischen Lobby“. Insofern passt die Kampagne „No Music For Genocide“, die auch „Sing nicht mit Juden“ heißen könnte, zu Waters’ sonstigem antisemitischen Wirken wie die Faust aufs Auge. Auf der Website der Aktivisten wird behauptet, Israel begehe einen „Völkermord in Palästina“. Der Eurovision Song Contest werde „genutzt, um Israels Völkermord und brutale militärische Besatzung gegen die Palästinenser*innen zu normalisieren und zu beschönigen“.

Roger Waters zog bei Hamas TV vom judenfeindlichen Leder.
Weiterer Versuch, Israel zum Paria zu machen
Die Boykotteure schwadronieren von „US-amerikanisch-israelischen Plänen für hyperüberwachte Konzentrationslager in ‚New Gaza‘“, von „digitaler Apartheid“ und „Kindern in israelischen Gefängnissen“, die „Prügel erleiden, weil sie eine Melodie summen“. Und ziehen einen denkbar unpassenden Vergleich mit Russland heran, das wegen des Überfalls auf die Ukraine vom ESC ausgeschlossen wurde. Das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 erwähnen sie, wen wundert’s, mit keinem Wort. „Alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Künstler*innen, Veranstalter*innen von Public Viewings, Crews und Fans“ werden zum Boykott der Show gedrängt, die Länder gelobt, die sich vom Wettbewerb zurückgezogen haben.
„Je mehr Menschen teilnehmen“, heißt es in den FAQ, „desto stärker wird der Druck – besonders in Gesellschaften wie den USA, Großbritannien und Deutschland, in denen Unterstützung für den Zionismus tief verankert ist. Mit wachsender Beteiligung steigt auch der Druck auf Streamingdienste und Labels, die durch ihre Präsenz vor Ort zur Normalisierung beitragen.“ Angestrebt wird hingegen eine neue „Normalität, in der pro-palästinensisches Engagement selbstverständlich ist“. Engagement für ein Volk, das den Staat Israel von der Weltkarte getilgt sehen will. Kein anderer Konflikt, kein anderes Land macht sie so betroffen, nur das mit dem Davidstern auf der Flagge und dem siebenarmigen Leuchter im Staatswappen.
Die Israel-Hasser glauben schon so viel Oberwasser zu haben, dass sie den jüdischen Staat überall zum Paria machen können, selbst bei einem Musik-Event, bei dem der Spaß am Trash im Vordergrund steht.
Antisemiten wollen sie natürlich nicht sein. Sie stellen sogar die steile These auf: „Palästinensische Aktivisten unterscheiden seit Jahrzehnten klar zwischen Judentum und Zionismus.“ Den Vorwurf des Antisemitismus weist auch Roger Waters zurück: Er habe jüdische Freunde, betont er immer wieder. Klar. Nur alle anderen Juden kann er nicht ausstehen.
Lesen Sie dazu auch:
- Antisemit der Woche: Ines Schwerdtner mit dem Kein-Israel-Schal
- Antisemit der Woche: Sahra Wagenknecht nennt Israel im Gaza-Krieg „Aggressor“
- Antisemit der Woche: Stephan Detjen stellt Bezug zwischen Israel und den Nationalsozialisten her
- Antisemit der Woche: Jürgen Todenhöfer relativiert Hamas-Terror am 7. Oktober als „verzweifelten Aufstand“
- Antisemit der Woche: Sophie von der Tann erklärt von Israel freigelassene palästinensische Häftlinge zu Opfern
- Antisemit der Woche: Sawsan Chebli unterstellt Israel „Vergewaltigungen durch trainierte Hunde“
- Antisemit der Woche: Journalist Martin Gak: Israel ist kein jüdischer Staat, hat kein Existenzrecht und muss auf dem Schlachtfeld angegriffen werden
- Antisemit der Woche: Linksjugend-Sprecherin Martha Wüthrich hält den Gaza-Krieg für einen „fucking Holocaust“
- Antisemit der Woche: Uni-Präsidentin Geraldine Rauch lässt Israel-Hass auf dem Campus zu und verdächtigt Islamismus-Kritiker
- Antisemit der Woche: Enissa Amani vergleicht die Hamas mit Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela
- Antisemit der Woche: Rauswurf bestätigt – Terror-Unterstützer Ramsis Kilani ist sogar der Linken zu extrem
- Antisemit der Woche: Sophie von der Tann relativiert den 7. Oktober und wird für ihre „Haltung“ ausgezeichnet
- Antisemit der Woche: Ex-ARD-Korrespondent Christoph Hörstel nennt 7. Oktober „Märchen“
- Antisemit der Woche: Sozialdemokratin Isabel Cademartori setzt sich für Freilassung des Terror-Führers Barghuthi ein
- Antisemit der Woche: Für New Yorks Bürgermeister Mamdani ist Hass auf Israel kein Antisemitismus
- Antisemit der Woche: Früherer ZDF-Korrespondent Stephan Hallmann nennt Israel „Völkermordstaat“, nicht besser als das Mullah-Regime
- Antisemit der Woche: Hausanwalt der Israel-Hasser Ahmed Abed ist jetzt Spitzenkandidat der Neuköllner Linken
- Antisemit der Woche: Michael Lüders sagt „Mit Auschwitz kann man auch viel Unfug treiben“ und diffamiert Israel als „faschistischen Staat“
- Antisemit der Woche: UN-Sondergesandte Francesca Albanese tritt mit Hamas-Führer auf und nennt Israel „gemeinsamen Feind der Menschheit“
- Antisemit der Woche: Filmemacher Abdallah Alkhatib droht uns als „Partner im Genozid in Gaza durch Israel“
- Antisemit der Woche: taz-Redakteurin Susanne Knaul maßregelt Zentralrat der Juden: „Einfach mal die Klappe halten!“
- Antisemit der Woche: SPD-Lokalpolitikerin Melek Hirvali Cizer – Israel züchtet „babyfressende, weltweit Kinder entführende Agenten“
- Antisemit der Woche: Linksjugend-Politiker Erik Uden spricht Juden das Recht auf Selbstbestimmung ab
- Antisemit der Woche: Linke-Bürgermeisterkandidat Yunus Çakar demonstriert für Irans Revolutionsgarde und nimmt am Al-Quds-Marsch teil
- Antisemit der Woche: Pontius Pilatus provozierte, war grausam und ließ Jesus als jüdischen Aufrührer hinrichten
- Antisemit der Woche: Israel-Hasser inszenieren mitten in Berlin ein perverses Hinrichtungs-Spektakel
Mehr NIUS:
Antisemit der Woche: Comedian Bassem Youssef leugnet Hamas-Gräueltaten am 7. Oktober
Hier üben linke Eiferer in der Kirche, wie man den AfD-Parteitag blockiert
HateAid-Chefin Josephine Ballon: Erhalt des Politiker-Beleidigungsparagrafen zum „Schutz der Demokratie“
Nach Klage gegen Frauen-Fitnessstudio: Hateaid unterstützt Transperson bei Rechtsstreit gegen Frauenrechtsverein
Deutsche Post bringt Antifa-Briefmarke raus
Arzt im Hamburger Problemviertel Steilshoop: „Es macht mich wütend, dass diese Kinder noch nicht im Kindergarten, aber schon in der Koranschule sind“
„Dumm wie Brot“, „Volksausbeuter“, „geisteskrank“: Die irren Verfahren wegen Politikerbeleidigungen
Radiosender für „Diversität, Gesellschaft, Popkultur”: Jetzt tobt die Linke über das „Cosmo”-Aus
Mehr NIUS:
Nach Klage gegen Frauen-Fitnessstudio: Hateaid unterstützt Transperson bei Rechtsstreit gegen Frauenrechtsverein
Deutsche Post bringt Antifa-Briefmarke raus
Arzt im Hamburger Problemviertel Steilshoop: „Es macht mich wütend, dass diese Kinder noch nicht im Kindergarten, aber schon in der Koranschule sind“
„Dumm wie Brot“, „Volksausbeuter“, „geisteskrank“: Die irren Verfahren wegen Politikerbeleidigungen
Radiosender für „Diversität, Gesellschaft, Popkultur”: Jetzt tobt die Linke über das „Cosmo”-Aus
Potsdam räumt neue Hausbesetzung nach wenigen Tagen – aber duldet linkes Hausprojekt seit fast 18 Jahren
Weil er Pfandflaschen für 58,25 Euro sammelte: Rentner aus Hamburg wurde Grundsicherung gekürzt
„Ich muss Fahrtwind haben“: Bärbel Bas fährt mit dem Motorrad in Schlangenlinien durch den Stau
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare