Lokaler Verein hat Sonderrechte bei Bauvorhaben: Migrantenunterkunft in Hamburger Nobelviertel gestoppt
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Die Stadt Hamburg plante eine kleine Migrantenunterkunft auf dem Pendlerparkplatz nahe der S-Bahnstation Hamburg Hochkamp. Doch ein lokaler Verein hat das Vorhaben der Stadt jetzt gestoppt.
Die Bewohner des Stadtviertels Hochkamp im Westen Hamburgs haben dank einer 100 Jahre alten Klausel mehr Rechte als andere Nachbarschaften in der Bundesrepublik, berichtet die Hamburger Morgenpost. Denn der örtliche Bürgerverein „Verein Hochkamp“ muss bei Bauvorhaben seine Zustimmung geben. Staatsrätin Petra Lotzkat von der Sozialbehörde ging mit den Anwohnern des Villenviertels ins Gespräch. Die Unterkunft sollte auf dem Parkplatz des S-Bahnhofs Hochkamp errichtet werden.
„Die Gesprächsatmosphäre war dabei ruhig und es fand eine sachliche Diskussion der Überlegungen mit den Mitgliedern des Vereins statt“, erklärte Behördensprecher Wolfgang Arnhold der Lokalzeitung. Dabei waren zahlreiche Vereinsmitglieder anwesend. Die Villen-Besitzer sprachen sich jedoch gegen die Errichtung aus. „Es fand sich keine Mehrheit für die Schaffung eines Standortes“, sagt Arnhold.
Sonderrecht ermöglicht Mitbestimmung in Villenviertel
Die Stimme der Bürger hat im Stadtteil Hochkamp mit seinen 320 Grundstücken ein besonderes Gewicht – es ist sogar in Grundbüchern festgeschrieben. Die Klausel sichert das äußere Erscheinungsbild des Viertels, das bis heute so exklusiv dasteht wie damals bei der Planung. Die klaren Regeln: Große Gärten dürfen nicht aufgeteilt werden, keine zusätzliche Verdichtung der Bebauung, Begrenzung von Gewerbetätigkeiten – einzig die Bebauung mit Villen scheint erlaubt. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind eindeutig“, so Behördensprecher Arnhold gegenüber der Morgenpost.
Zur Einhaltung dieser Bestimmungen prüft der Verein alle Vorhaben. Das bedeutet: Selbst wenn die Behörden eine Baugenehmigung erteilen, muss der Verein trotzdem seine Erlaubnis geben. Was der Verein ablehnt, kommt nicht. Dieses Privileg gibt es bereits seit dem Jahr 1900.
Übrigens: Im nahegelegenen Flottbek wird ebenfalls eine Migrantenunterkunft auf einem Parkplatz errichtet, berichtet die Hamburger Morgenpost. Der Protest von Anwohnern blieb fruchtlos.
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