Herrenknecht-Gründer droht Gemeinde mit Abzug
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Ein Streit um Blumenkübel eskaliert und könnte eine badische Gemeinde teuer zu stehen kommen.
Martin Herrenknecht, Gründer des weltbekannten Maschinenbaukonzerns Herrenknecht AG, droht der Gemeinde Schwanau mit der Verlagerung von Unternehmensteilen. Der Auslöser sind massive Holzkübel, die die Kommune im Oktober 2025 auf Durchgangsstraßen zum Werksgelände aufstellen ließ.

Der Auslöser des Streits: Blumenkübel aus Holz
„Jetzt fehlen nur noch Tisch und Sofa“
Im Oktober 2025 ließ die Gemeinde die Blumenkübel aufstellen, um das dort geltende Tempo 30 durchzusetzen und die Herrenknecht-Mitarbeiter zur Nutzung der eigens für das Werk angelegten Umgehungsstraße zu bewegen. Firmenchef Herrenknecht sah darin allerdings eine akute Gefahr für seine Belegschaft und wirft den Verantwortlichen vor, „einen derartigen Mist gebaut“ zu haben: Die schweren Holzbehälter seien in der dunklen Jahreszeit ohne ausreichende Abstimmung mit der Polizei und kaum sichtbar aufgestellt worden. Er ließ sie kurzerhand eigenmächtig entfernen.
Für den 83-jährigen Unternehmer ist das das Gegenteil einer durchdachten Verkehrspolitik. Der Badischen Zeitung sagt er: „Blumenkübel auf der Straße – jetzt fehlen nur noch Tisch und Sofa, dann ist die Möblierung komplett.“ Nun kündigt der Schwanauer Bauhof an, die Kübel in Absprache mit dem Landratsamt erneut aufstellen zu wollen – diesmal mit erhöhter Verkehrssicherheit, falls Ortschafts- und Gemeinderat zustimmen.
„Ein Beispiel für das, was in Deutschland grundsätzlich schiefläuft“
Zwar wolle er die Blumenkübel kein zweites Mal entfernen lassen – für ihn sei aber der gesamte Vorgang ein Beispiel für das, was in Deutschland derzeit grundsätzlich schiefläuft: „Statt die wirklich wichtigen Themen anzupacken, verlieren wir uns im Bürokraten-Klein-Klein.“ Er habe in den vergangenen Monaten mehrfach versucht, zu einer vernünftigen Lösung beizutragen – ein echtes Entgegenkommen habe er dabei nicht erlebt.
Statt sich mit Blumenkübeln zu beschäftigen, solle sich die Gemeindeverwaltung lieber um wirtschaftliche Entwicklung und bessere Rahmenbedingungen kümmern. „Davon hätten die Menschen in Allmannsweier und in der gesamten Gemeinde wirklich etwas. Stattdessen nun der nächste Akt eines völlig realitätsfernen Behörden-Theaters.“

Das Firmengelände von Herrenknecht
Herrenknecht hat jetzt Abwanderungsgedanken
Herrenknecht stellt klar: „Selbstverständlich respektiere ich die Entscheidungen unserer demokratisch gewählten Vertreter und der Verwaltung. Aber dann müssen sie auch respektieren, wenn ich ernsthaft erwäge, Teile meines Unternehmens aus Allmannsweier herauszuverlagern.“
Konkret geht es um das Servicegeschäft und Aktivitäten im Bereich Tiefengeothermie: „Beides sind wachsende Bereiche, in denen wir künftig viel neues Geschäft erwarten. In Rust ist man offen für solche Zukunftsthemen – und man weiß offensichtlich besser, wie man gute Rahmenbedingungen für Unternehmen schafft.“
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