Katholikentag in Würzburg mit linker Schlagseite: „Queere Spuren in der Bibel“ und „Vaterunser in postkolonialer Perspektive“
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Gott spielt beim Katholikentag in Würzburg eine Nebenrolle, vor allem wird dem linken Zeitgeist gehuldigt und den Klimagöttern. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen adressiert alle linksgrünen Leib- und Magenthemen, von Queerness bis zur angestrebten Immunität gegen „Fakenews“. Schockierend: Selbst christliche Motive sollen von „rechten Ideologen“ vereinnahmt werden! Da muss man doch was machen.
Am Mittwoch beginnt in Würzburg der 104. Katholikentag. Bis zum Sonntag wird unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ ein vielfältiges Programm angeboten. Die gute Nachricht für Gläubige: Es wird immer noch über den christlichen Glauben gesprochen (aber auch mit Juden und Muslimen ein Dialog geführt) und über Seelsorge. Gott soll mindestens am Rande ebenfalls vorkommen, es gibt Gottesdienste, Gebete und Andachten.
Jetzt die schlechte Nachricht: Unter den mehr als 900 angebotenen Veranstaltungen finden sich auch etliche zu gesellschaftspolitischen Themen. Katholikentage werden über drei Säulen finanziert, wobei der größte Teil des Budgets aus öffentlichen Geldern von Bund, Land und Gemeinde stammt, da will die Politik natürlich mitreden.
Mit dem Bundes-Uhu auf den nachhaltigen Katholikentag
Das tut sie denn auch, in Person etwa von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der an der Eröffnung teilnimmt und zum Thema Ehrenamt diskutiert („Wir sind die Demokratie – Ein Ehrentag für Zusammenhalt und Engagement“). Auch Bundeskanzler Friedrich Merz ist dabei, wird auf dem Podium zu Zukunftsfragen junger Menschen sitzen. Weitere Polit-Prominenz: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Bundesfamilien- und Bildungsministerin Karin Prien und Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD), Ricarda Lang, Andrea Nahles, Bodo Ramelow und andere.
„Hab Mut, steh auf!“ ist ein Zitat aus Mk 10,49, als es um die Heilung des blinden Bartimäus durch Jesus geht, passt aber verdächtig genau auf die Appelle der Politik, gegen rechts, gegen Rassismus, Queerfeindlichkeit etc. „aufzustehen“, sich „unterzuhaken“ und „Haltung“ zu zeigen. Dementsprechend umfasst das Programm rund 40 Podiumsdiskussionen mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft, die sich mit Themen wie Klimawandel, sozialer Spaltung und Krisenbewältigung beschäftigen, ausgehend von christlicher Hoffnung.
Wer sich mit dem über 300 Seiten umfassenden Programm beschäftigt, entdeckt so ziemlich alles, was links schlagenden Herzen frommt. Selbstredend geht es nachhaltig zu an den Würzburger Veranstaltungsorten: „Mit vielen kleinen und großen Entscheidungen können auch Sie dazu beitragen, den Katholikentag nachhaltiger und klimaschonender zu gestalten. Gehen Sie bewusst mit Wasser um, vermeiden Sie unnötigen Müll und wählen Sie eine abgasarme An- und Abreise. Unterstützen Sie auch andere Menschen bei der langfristigen Einsparung von CO2-Emmissionen mit der Klima-Kollekte. Ihr Beitrag ist als Spende steuerlich absetzbar.“

Im März stellte Franz Jung, Bischof des Bistums Würzburg, das Programm vor, das links-grüne Herzen erfreut.
„Gendersensible Sprache im Zweiten Testament“
Themen auf den Podien sind unter anderem: „Gespaltene Gesellschaft, geeinte Haltung – Als Christ:innen stabil bleiben in polarisierten Zeiten“, „Handys, Krieg und Elektroschrott – Vom Teufelskreis zur gerechteren Zukunft“, „Angst macht Meinung – Gefahr für Freiheit und Vielfalt“. Damit sind wahrscheinlich nicht Angst vor dem Klimawandel oder der Atomkraft gemeint, sondern reale Ängste vor sozialem Abstieg, Migrantenkriminalität und Deindustrialisierung.
Ein Thema lautet: „Warum reden wir nicht mehr übers Klima? – Wie das größte Problem der Menschheit aus der Debatte verschwand“ – und man dürfte nicht ganz falsch liegen, wenn Donald Trump dafür verantwortlich gemacht wird und nicht die politisch motivierten Worst-Case-Szenarien der Klima-Modellierungen. „Glaube, Heimat, Identität? – Wie rechte Ideologien christliche Motive vereinnahmen“ ist ein weiterer Punkt, der die Veranstalter umtreibt, denn Instrumentalisierung muss ein linkes Monopol bleiben.
In der Bibelwerkstatt wird die Heilige Schrift ebenfalls aus einem bestimmten Blickwinkel gelesen: „Bibel postkolonial gelesen – Beispiele für Leseperspektiven aus dem Globalen Süden“. „Gendersensible Sprache im Zweiten Testament – Über Gott sprechen jenseits traditioneller Rollenbilder“ sowie „Die Bibel als Empowermentbuch für queere Menschen“ laden ebenfalls zu zeitgeistesgestörter Wahrnehmung jüdischer und christlicher Inhalte ein.

Über 300 Seiten dick: das Programmheft zum Katholikentag.
Ralf Stegner predigt zum Thema Rüstungsexporte
Da tut zwischendurch „Headbangers Church – es wird laut!“ richtig gut, ein christlicher Heavy-Metal-Gottesdienst. Danach wird die „Bibel queer gelesen: Wieso G*TT Fan von Vielfalt ist“, obwohl er den Menschen nur als Mann und Frau geschaffen hat, wie dem Buch Genesis explizit zu entnehmen ist. „Seid widerständig! Menschenwürde ist unantastbar – Frauenpower und Powerfrauen“ heißt ein anderes Angebot. Auch vielversprechend: „Das Vaterunser – Eine Lektüre in postkolonialer Perspektive“.
Etwas verstörend klingt der Programmpunkt „Wenn es dir gut tut, dann komm!“, doch verflüchtigen sich die möglicherweise unzüchtigen Gedanken sogleich, wenn man erfährt, dass es sich um ein Zitat aus einem Brief des Hl. Franziskus an Bruder Leo handelt.
Unter „Politik und Gesellschaft“ finden sich derart viele einschlägige Angebote, dass die Schlagseite nach Backbord allzu offen zu Tage tritt. Es geht um „Migration, Schengen und Geflüchtete“, und zum Thema „Deutsche Waffen in alle Welt? Erste Bilanz der Rüstungsexportpolitik unter Kanzler Merz“ ist SPD-Antipathieträger Ralf Stegner eingeladen, um das Ganze für die Teilnehmer des Katholikentages einzuordnen.
Und wieder erscheint Luisa Neubauer
Unter den historischen Spaziergängen findet sich einer, der „mutige Frauen in Würzburg“ in den Fokus stellt: „Eine Stadtführung mit besonderem Blick auf starke Frauen“. Aber auch ein historischer Spaziergang „Auf den Spuren der Lepra in Würzburg“ ist im Angebot. In der Werkstatt wird, vorbereitet von pax christi, über „Besatzung, Landnahme und Vertreibung“ diskutiert: „Christ:innen aus dem Heiligen Land berichten“, und man kann sich schon jetzt ausmalen, wie und was.
In Zeiten echter, nicht gefühlter Krisen bietet sich der im Zweijahresrhythmus abgehaltene Katholikentag, der erstmals im Jahr 1848 stattfand, noch einmal als Hochburg der großen Klima-Erzählung an, wenn es schon sonst noch kaum jemand macht: „Obdachlose Menschen in der Hitze der Klimakrise – Besonders vulnerable Menschen im Fokus“ heißt eine Veranstaltung, „Wenn das Haus brennt – Klimabedingte Migration im Fokus“ eine andere. Auch „Eltern sein in der Klimakrise – Sensibilisierungstraining für die Zukunft der eigenen Kinder“ darf da nicht fehlen. Und wer wäre geeigneter als Luisa Neubauer, Expertin für alles, um sich im Austausch über „Politik, Sport, Kultur und Glaube“ in den „Fragenhagel“ zu begeben? Schließlich erscheint sie den Klimagläubigen immer wieder und überall.

Und sehet, auch Luisa ist wieder dabei, als Expertin für alles.
Ansonsten wird Hilfe zur Selbsthilfe geleistet: „Mach dich stark gegen Fakes, Hass und Barrieren im Netz“, „Wie reagiere ich klug auf populistische Parolen?“, „Wahrheit und Unwahrheit im Netz – Wie umgehen mit Fake News?“ Auch vor Metakritik wird nicht zurückgescheut, in Zeiten des raumgreifenden Islamismus diskutiert man über „Katholische Fundamentalismen: Gefährliche Strukturen erkennen und ihnen entgegentreten“, schließlich stürzen sich immer wieder radikale Christen mit dem Ruf „Deus vult!“ auf ihre unschuldigen Opfer. Ein weiteres Problem, über das dringend gesprochen werden muss: „Die Wiederkehr toxischer Männlichkeit“. Die toxische Unweiblichkeit am Beispiel von Bärbel Bas und Saskia Esken bleibt unadressiert.
Sogar dem Heiligen Geist wird nachgestellt
Bei derart heißen Eisen ist man froh über eine Abkühlung auf einer „spirituellen Weinwanderung“: „Geistliche Impulse und Weinproben am Weg“ werden versprochen, Teilnahme daher ab 18 Jahren. Guttempler werden deswegen allerdings nicht ausgeschlossen: „Alkoholfreie Alternativen werden ebenfalls angeboten.“ Aber mit denen lässt sich der Katholikentag natürlich nicht so gut aushalten.
Kein Wunder, dass der Heilige Geist Würzburg in den nächsten Tagen weiträumig umfahren wird. Ruhe hat er damit allerdings nicht vor den katholischen Quälgeistern, die „Dem Heiligen Geist auf der Spur“ sein wollen und „Actionbound – digitale Schnitzeljagd“ offerieren.

Das Motto ist in Würzburg allgegenwärtig.
Besonders hat es den Veranstaltern das Regenbogen-Milieu angetan, die Angebote sind so zahlreich wie „vielfältig“: „Queere Spuren in der Bibel mit spielerischen Methoden entdecken“, „Queerness als Thema im Religionsunterricht?! Austauschtreffen für Religionslehrkräfte“, „Zwischen Realität, Intransparenz und mutigem Einstehen – Orden und Queerness“. Und in der Werkstatt heißt es: „Männlich – weiblich – trans* – einzigartig: Segnungsgottesdienste mit trans* Personen gestalten“.
„An Zusammenhalt, Demokratie und Frieden wollen wir hier arbeiten“, beteuern die Veranstalter, da sind Party-Pooper wie die von der AfD natürlich herzlich von den Podien ausgeladen, schließlich versuchen Kirchenleute und Politiker der etablierten Parteien, denen gerade ihre Wählerschaft wegbricht, die Teilnehmer des Katholikentages gegen die Rechtspartei in Stellung zu bringen. Für deren Wähler soll es allerdings „Gesprächsmöglichkeiten“ geben, vielleicht lassen sich die verirrten Schafe ja doch noch auf den rechten bzw. linken Weg bringen und bereuen öffentlich. Wenn sie denn den Mut haben, extra für den Katholikentag aufzustehen.
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