Ulmen-Anwalt nennt Miosga-Sendung „eklatant rechtswidrig“ und „Fernsehgericht“ – und darf nicht teilnehmen!
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Die für Sonntagabend geplante ARD-Talkshow „Caren Miosga“ sorgt schon im Vorhinein für große Wellen der Empörung. Zu Gast in der Sendung sind Collien Fernandes, die Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, der Journalist Ronen Steinke und die „Fridays for Future“-Aktivistin Theresia Crone. Das Thema der Sendung: „Digitale Gewalt – wie können Frauen besser geschützt werden?“
Insbesondere die Teilnahme der Justizministerin wirft Fragen auf, schließlich handelt es sich bei der juristischen Auseinandersetzung zwischen Collien Fernandes und ihrem Ex-Mann Christian Ulmen um ein laufendes Verfahren. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt weiterhin.
Nun wirft der Anwalt des Schauspielers, Christian Schertz, den Sendeverantwortlichen des NDR vor, „eklatant rechtswidrig“ zu handeln. „Das Fernsehgericht tagt mit der höchsten Vertreterin der Justiz in Deutschland und der Anzeigenerstatterin“, kritisierte Schertz in der FAZ. „Und das bei einem gerade erst eingeleiteten Ermittlungsverfahren gegen einen Beschuldigten.“ Schertz habe angeboten, in die Sendung zu kommen. „Dies wurde jedoch abgelehnt. Die Runde stehe schon fest.“

Die juristische Auseinandersetzung zwischen Fernandes und Ulmen läuft noch.
Lautstarke Kritik am Auftritt der Justizministerin
Die Sendung am Sonntag wird um 21:45 Uhr ausgestrahlt. Zahlreiche Politiker, Juristen und Journalisten hatten den Auftritt der Justizministerin scharf kritisiert. FDP-Politiker Wolfgang Kubicki meinte: „Frau Hubigs populistischer Instinkt ist stärker als ihr rechtsstaatlicher. Egal, was sie am Sonntag sagt: Dieser Auftritt wird als einseitige Parteinahme vor Abschluss eines rechtsstaatlichen Verfahrens gewertet werden. Die Fragen von Schuld und individueller Verantwortung werden im Gerichtssaal und nicht auf der Straße oder im Fernsehstudio verhandelt.“
Collien Fernandes hatte gegen ihren Ex-Mann den Vorwurf „digitaler Vergewaltigung“ erhoben. Fernandes spricht von einer „toxischen Beziehung“, in der Ulmen manipuliertes Material im Internet verbreitet habe, wozu auch eine KI-generierte Stimme gehörte, die jene von Fernandes imitiert habe. Damit habe er Telefonsex mit Männern betrieben. Zudem soll Ulmen Nacktbilder und Videos anderer Personen genutzt haben, die Ähnlichkeit mit Fernandes gehabt hätten und so den Eindruck erweckten, das Material stamme von ihr. Selbst erstellt habe er derartige Videos aber nicht. Außerdem habe Ulmen Social-Media-Accounts unter ihrem Namen eingerichtet, also ihre „Identität geklaut“. Sogar von „körperlichen Übergriffen“ war im Spiegel die Rede.
Christian Ulmen selbst bestreitet die Vorwürfe. Auch den Vorwurf, sein Mandant habe Deepfake-Pornos erstellt oder verbreitet, hat Anwalt Schertz inzwischen zurückgewiesen. Christian Ulmen geht juristisch gegen den Spiegel vor, der zuerst über den Fall berichtet hatte. „Kernpunkte der Berichterstattung über unseren Mandanten sind nachweislich unvollständig und falsch“, heißt es unter anderem in dem Papier. Demnach sei auch Collien Fernandes wegen körperlicher Gewalt an Christian Ulmen von der spanischen Polizei festgenommen worden. Das habe der Spiegel verschwiegen. Zudem sei das Verfahren in Spanien ausgesetzt.
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