Die Umbenennung der Berliner „Mohrenstraße“ ist ein Sieg linker Geschichtspolitik
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Die Berliner „Mohrenstraße“ ist Geschichte. Der öffentlich-rechtliche Betreuungsfunk freut sich. Er teilt den Jubel der Aktivisten. Die „Mohrenstraße“ heißt nun Anton-Wilhelm-Amo-Straße. So wollte es der grün regierte Berliner Bezirk Mitte, der vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im Eilverfahren Recht bekam.
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Die Umbenennung ist aber keineswegs ein Anlass zur ungeteilten Freude. Sie zeigt: Linke Geschichtspolitik gibt erst dann Ruhe, wenn sie die Fahnen ihrer Gesinnung überall im öffentlichen Raum errichtet hat. Linke Geschichtspolitik ist Machtpolitik, und sie hat nur ein Ziel. Sie will herrschen, auch wenn sie eine Mehrheit gegen sich hat.
Die „Tagesschau“ freut sich mit den Aktivisten
Im öffentlich-rechtlichen Betreuungsfunk sind die Grenzen zwischen Journalismus und Aktivismus längst gefallen. Dort gilt an sehr vielen Stellen die Maxime: Gut ist, was links ist; und linke Siege sind unter allen Umständen berichtenswert.
Nur deshalb wurde um 20 Uhr in der Hauptausgabe der ARD-„Tagesschau“ über die Berliner Lokalgeschichte berichtet. Es soll also deutschlandweit relevant sein, was in Berlin-Mitte am Samstagnachmittag vor sich ging – in jenem Bezirk also, dessen Direktmandat für den Bundestag eine grüne Politikerin gewann und der von einer grünen Bezirksbürgermeisterin verwaltet wird. Die „Tagesschau“ berichtet über die Umbenennung so:
„Hunderte Menschen feierten“: Das also ist das neue Relevanzkriterium für die pflichtbeitragsfinanzierte „Tagesschau“. Hunderte Menschen feiern auch beim Starkbieranstich in Franken, bei Fußball-Spielen in der Oberliga oder bei der Dorfkirmes in Brandenburg.
Nichts davon wird es je in die „Tagesschau“ schaffen. Wohl aber die ideologisch betriebene Umbenennung einer Straße, die seit über 300 Jahren „Mohrenstraße“ hieß – und zwar, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung festhält, als „Zeichen der Anerkennung für einen in der jungen Friedrichstadt ansässigen Bevölkerungsteil.“ Dem Mohren, also dem Menschen mit dunkler Hautfarbe, sollte ein Denkmal gesetzt werden. Die „Mohrenstraße“ hieß in Berlin so und heißt in vielen deutschen Städten weiterhin so, weil die damalige Stadtgesellschaft sich zu ihren Mohren bekannte.
Verletzte Gefühle überall
Davon wollen die heutigen Aktivisten dies- und jenseits des öffentlich-rechtlichen Betreuungsfunks nichts wissen. Von keiner historischen Kenntnis angekränkelt, verkünden sie in jede Kamera: Der Begriff sei rassistisch. Ihre Gefühle würden verletzt. Als Spezialist für verletzte Gefühle lässt sich der Rundfunk Berlin-Brandenburg die Chance nicht entgehen, die Umbenennung zu feiern.
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg macht sich die aktivistische Sicht der Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo zu eigen. Mit Journalismus, noch dazu mit öffentlich-rechtlichem, hat das nichts zu tun. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg teilt im Rahmen der „Abendschau“, nicht als Kommentar, mit: Gut, dass es ein Ende hat mit der „Mohrenstraße“. Schließlich muss Otoo jetzt keine schlechte Laune mehr haben, wenn sie ihre Kinder in die Kita bringt.
Wer Amo war
Nichts erfährt der Pflichtbeitragszahler davon, dass der schwarze Philosoph Anton Wilhelm Amo nie in Berlin lebte, mit der Hauptstadt also keinerlei Verbindung hatte. Nichts erfahren wir davon, dass Amo eine Arbeit mit dem Titel „Über die Rechtsstellung der Mohren in Europa“ hinterließ. Amo verwendete also selbst den nun als anstößig empfundenen Begriff.
Und Amos Familie könnte Sklaven besessen haben, womit er „nach dem Berliner Straßengesetz, das ‚Wegbereiter von Sklaverei‘ explizit ausschließt, als Namensgeber ausscheiden würde.“ Auch darauf weist die FAZ hin.
Die Grünen jubeln
Stattdessen bietet der Rundfunk Berlin-Brandenburg einer grünen Lokalpolitikerin die Bühne. Tonka Wojahn erklärt allen Ernstes: Mit der Umbenennung der Straße würde im linken Berlin „Diskriminierung beendet“.
Die Worte der grünen Politikerin aus dem Berliner Abgeordnetenhaus lässt die Umbenennung endgültig als das erscheinen, was sie ist: eine Machtprobe und eine Farce.
Wer Anton Wilhelm Amo eine Straße widmen will, sollte dafür eine neue finden. Umbenennungen sind nämlich, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, selbst kolonialistische Akte: Es ist der Kolonialismus der Gegenwart über die Vergangenheit.
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