Die AfD ist Volkspartei geworden: Mit Arroganz werden die etablierten Parteien nichts daran ändern
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Die AfD ist zur Volkspartei geworden. Diesen Status hat sie noch nicht lange. Volkspartei meint nicht, dass das ganze Volk hinter ihr steht. Weite Teile der Bevölkerung lehnen die Alternative für Deutschland ab. Der AfD ist es aber gelungen, sich im gesamten Volk zu verankern – bei Alten und Jungen, Frauen und Männern, Arbeitern, Selbständigen und Unternehmern, im Osten wie im Westen.
Der Selbstbetrug der älteren Parteien besteht darin, die AfD für eine temporäre Erscheinung zu halten. Diese etablierte Mischung aus Alarmismus und Arroganz lässt die AfD weiter anwachsen. Zu viele konkurrierende Parteien verübeln es dem Volk, wenn es die eigenen Interessen energisch einfordert. Genau deshalb konnte die AfD zur neuen Volkspartei werden.

Die AfD konnte sich in fast allen Parlamenten des Landes fest etablieren.
Die SPD ist keine Arbeiterpartei mehr
Erst hieß es, die AfD sei eine reine Protestpartei. Das ist sie nicht mehr. Sie hat programmatisch treue Wähler – und sie bindet neue Milieus. Als Arbeiterpartei hat sie die SPD abgelöst. Die SPD zahlt einen hohen Preis für den Marsch ins woke Randgebiet. Dort lauern moralische Bonuspunkte, aber keine Mehrheiten. Die SPD will keine Arbeiterpartei mehr sein. Die AfD will es sein.

Skandale sollte man nicht nur auf andere zu projizieren. Die SPD fiel etwa mit Brüderlichkeit mit Chinas Kommunisten auf.
Sogar Unternehmer stellen sich auf die Realitäten einer neuen Volkspartei ein. In Konzernen haben zwar oft linke Haltungskünstler das Sagen. Rossmann und Bahlsen etwa reihen sich ein in den sogenannten Kampf gegen Rechts.
Ökonomisch ist das riskant. Die AfD steuert auf die 30-Prozent-Marke zu. Wollen Keksfabrik und Drogeriemarkt, dass rund 15 Millionen Konsumenten einen Bogen machen um ihre Produkte?
Der Mittelstand macht sich locker
Der Mittelstand macht sich locker. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte unlängst: „Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Wie der Mittelstand die AfD beklatscht.“ Zitiert wird der Generalsekretär des Vereins Liberaler Mittelstand Sachsen-Anhalt. Er sagt, in seinen Gesprächen mit Vereinsmitgliedern habe sich der Eindruck verfestigt, dass der Spitzenkandidat der AfD die Sorgen der kleinen und mittleren Unternehmen anspreche.
Der Spitzenkandidat heißt Ulrich Siegmund. Er könnte der nächste Ministerpräsident werden.

Ulrich Siegmund
Die Arbeiter bleiben bei der Stange, die Wirtschaft verliert ihre Zurückhaltung, Frauen lassen sich nicht ins Bockshorn jagen. Nicht nur in der Gesamtbevölkerung, auch bei den Frauen liegt die AfD vorne. Sie ist also keine reine Protestpartei, sie wird weniger als Wirtschaftsschreck wahrgenommen, und sie ist keine Partei nur für Männer.
Frauen wandern zur AfD
Männer dominieren bei der AfD in den Ämtern. Unter den Wählern bekennen sich mittlerweile 27 Prozent der Frauen zur AfD – die Union kommt bei dieser Wählergruppe laut Insa auf blamable 19,5 Prozent. Die Union kann generell nur noch bei der Generation 70 plus wirklich punkten. Es sind die Betagten und Hochbetagten, die die Union über der 20-Prozent-Marke halten.
Selbst im Westen liegt die AfD mit 26,5 Prozent zweieinhalb Punkten vor der Union. Auch diese Bastion ist also gefallen: Die AfD ist keine reine Ost-Partei. Die AfD ist eine gesamtdeutsche Volkspartei.

Dazu trägt auch bei, dass sie von allen Parteien die höchste Problemlösungskompetenz zugeschrieben bekommt. 14 Prozent im RTL/ntv-Trendbarometer sind kein berauschender Wert – aber die Union notiert bei 13 und die SPD bei nur fünf Prozent.
Das Volk als frecher Lümmel
Alle Zahlen sind bekannt. Alle Umfragen sind bekannt. Jede Partei kann wissen, was der Wähler verlangt: ein sicheres, ein bezahlbares, ein freies Leben, Wohlstand für sich und seine Kinder. Die etablierten Parteien stehen oft für ein riskantes und teures Leben, in dem der Bürger nicht als Souverän, sondern als frecher Lümmel betrachtet wird.
Solange diese Politik sich fortsetzt, nimmt der Aufstieg der AfD kein Ende.
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Alexander Kissler
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