Jan Josef Liefers als Versöhner: Macht diesen Mann zum Bundespräsidenten!
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Es vergeht aktuell kaum eine Woche, in der Jan Josef Liefers nicht irgendwo zu sehen oder zu hören ist. Der 61-Jährige ist längst nicht mehr nur als divenhafter Münsteraner Tatort-Ermittler ein Star, sondern auch als Kommunikator zwischen verhärteten weltanschaulichen Fronten.

Liefers for President – warum denn eigentlich nicht?
1964 in Dresden geboren und in Berlin lebend, hat Liefers einen Riecher für die Befindlichkeiten der Deutschen – und zwar in Ost und West. Wenn 2027 die zweite Amtszeit von Frank-Walter (böse Zungen nennen ihn Spalter) Steinmeier endet, ist Platz für einen, der andere Meinungen gelten lässt und das Versöhnende sucht. Daher der Appell an die am 30. Januar 2027 tagende Bundesversammlung: Macht Liefers zum deutschen Staatsoberhaupt!
Viele mögliche Kandidaten werden dieser Tage genannt: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Familienministerin Karin Prien, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Alles honorige Politikerinnen – und natürlich endlich mal Frauen. Aber geht es im aufgeheizten politischen Klima nicht vielmehr um eine große Schnittmenge aller Bürger als um Quote? Die taz wirft Namen wie Claudia Roth und Aktivistin Düzen Tekkal in den Ring, auch Hape Kerkeling gilt vielen als Wunschkandidat. Nur, wie soll ein Mann, der alles vermeintlich Rechte verteufelt, knapp 30 Prozent AfD-Wähler vertreten?

Beliebt vor allem im linken Milieu: Hape Kerkeling, der mal richtig lustig war.
Wenn es eine Person sein soll, die unermüdlich daran arbeitet, die Deutschen miteinander ins Reden zu bringen, die Kante zeigt und standhaft bleibt, dann ist es Jan Josef Liefers. Als einer der wenigen deutschen Prominenten traut er sich, den engen Meinungstunnel zu verlassen. Liefers war 2021 Teil der Satire-Aktion #allesdichtmachen und muss sich bis heute dafür rechtfertigen. Möglicherweise geschockt von der heftigen Reaktion absolvierte Liefers damals ein kurzes Praktikum auf der COVID-19-Intensivstation der Uniklinik Essen und gab an, kein Impfgegner zu sein – was ihm wiederum viele Impfgegner verübelten. Auch das hat er überlebt.
Liefers hat Rückgrat
Die hämischen Kommentare unter vielen seiner Instagram-Posts steckt er weg, die Ankündigungen seiner Gegner, man werde jetzt nie, nie wieder den Münsteraner Tatort schauen, sowieso. Manche Abkehr von Kollegen, die sich lieber nicht mit einem Unbequemen zeigen wollten (Stichwort Kontaktschuld), wird ihn vermutlich mehr geschmerzt haben.
Für mich ist Liefers ein Vorbild. Einer, der Fragen stellt und die Antworten kritisch beleuchtet, einer, der gut von seinem Job und vom Mundhalten leben könnte. Doch Liefers wählt den unbequemen Weg: Der Vater von vier Kindern geht in Talkshows, stellt sich den Fragen von Podcaster Matze Hielscher und spricht aktuell im Podcast mit Reporter Paul Ronzheimer. Hier prangert der Schauspieler die entfesselte Identitätspolitik an. Das gehe von betenden Fußballern bis hin zu Geschlechtern.
„Dieses Krawallige, dieses Laute und dieses Fordernde, das war, glaube ich, nicht so eine gute Idee. Und das hat viele Leute aufgebracht. (…) Mein Gefühl für Deutschland ist, (…) dass die Leute müde geworden sind, ich übrigens auch, ständig am Kragen gepackt und geschüttelt zu werden, verbal. Zu jeder Sache musst Du sofort ein Bekenntnis ablegen.“

War schon streitbar, bevor es „umstritten“ hieß: Jan Josef Liefers
Für offene Debattenräume
Was Liefers als einer der wenigen deutschen Prominenten laut ausspricht: Die Corona-Zeit ist vor allem zwischenmenschlich keineswegs aufgearbeitet. Das ist Fakt. Fakt ist auch: Klima, Ukraine – jedes Thema danach sorgte für eine ähnliche Spaltung.
Ihm gehe es aber vor allem darum, Räume für Debatten offenzulassen, so Liefers: „Es ist doch nicht damit getan, wenn alle von uns die Schnauze halten.“
Und dann stellt Liefers die Frage, die sich Millionen Deutsche angesichts medialer Dauererregung stellen, während sie mit steigenden Mieten und sinkenden Renten jonglieren:
„Was interessiert mich das eigentlich? Das ist doch gar nicht mein Problem heute gerade (…) Und übrigens, Ihr Politiker, kümmert Euch doch auch erstmal darum, dass zuhause alles in Ordnung ist (…) kriegt doch mal Euren Scheiß gebacken hier, unser aller Scheiß!“
Auch die Öffentlich-Rechtlichen kritisiert Liefers, wortwörtlich spricht er vom Instinkt der Menschen, die spürten, wenn sie „gelenkt und manipuliert“ würden. „Und dann bekomme ich ein Gefühl, das habe ich glaube ich ganz gut ausgeprägt, dass ich hier Teile der Geschichte nicht erzählt bekomme.“
Als ehemaliger DDR-Bürger sagt Liefers über die schwindende Meinungsfreiheit in Deutschland, es sei ein Dilemma für Menschen, wenn sie „mit gespaltener Zunge reden“ müssten. Richtig! Mehr Kommunikation wagen, mehr Kante zeigen, mehr inhaltliche Auseinandersetzung statt leerer Reden, die schon so blutleer wie KI klangen, bevor es die KI gab.
Es ist Zeit für einen Bundespräsidenten, der das Amt mit mehr Leben füllt. Liefers empfiehlt sich, weil er auch als Prominenter ein Mann aus dem Volk geblieben ist: „Wir müssen als Mensch eine Runde weiterkommen, und dann werden unsere Systeme automatisch folgen.“
Weltoffen, neugierig, kritisch in alle Richtungen (auch die eigene): Warum sollte das nicht mal ein guter Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten sein?
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