Virologe Hendrik Streeck und sein Mann sind Papas – Glückwunsch, aber bitte nennt das Kind beim Namen!
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„Baby-Glück: Virologe Streeck: Wir sind Eltern geworden“, jubelt die Zeit. „Hendrik Streeck und Paul Zubeil sind Eltern geworden“, salutiert die Bunte.
Hurra! Es ist ein Junge! Plötzlich sind alle Dutzidutzi, und Timmy der Wal ist plötzlich egal. Niemand fragt: Wie bitte? Wir haben alle Long Tagesschau und uns als brave Bürger so daran gewöhnt, verbalen Unfug durchzuwinken, dass niemand bei diesen Schlagzeilen aufschreit. Erst langsam rollt auf Plattformen wie X die Empörungswelle los. Endlich!
Es ist 2026, und alle Paare haben die Möglichkeit, eine Familie zu gründen, so auch Virologe Streeck und sein Mann. Gratulation, go for it! Was irritiert, ist die Formulierung: Wir sind Eltern? Wie das? Wer die Schulklassen 3 bis 9 nicht durchgeschlafen hat, wird stutzig. Denn im rosa oder blauen – oder neutralen – Raum steht ein richtig großer Elefant: Wessen Baby ist das wirklich? Welcher der Väter ist der biologische? Wer ist die Mutter? Wie lief das alles ab?

Sicherlich werden wir bald eine Exklusiv-Hochglanzgeschichte über diese Familie sehen.
Hat die Öffentlichkeit ein Recht, das bei einem prominenten Paar zu erfahren? Nicht zwingend. Aber die Öffentlichkeit hat das Recht auf einen korrekten Wortlaut, kein weltanschauliches Windel-Werbesprech.
Regenbogen-Propaganda oder Babykauf?
Wie die Bunte schreibt, wurde das Kind, ein Junge, im US-Bundesstaat Idaho geboren. Das Paar halte sich derzeit noch dort auf, bis ein Reisepass für den Kleinen ausgestellt sei. Dann wird er wohl ohne Mutter seinen ersten Langstreckenflug antreten. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis haben jetzt viele gleichgeschlechtliche Paare Kinder. Manche legten ein Reagenzglas und einen sechsstelligen Betrag hin und flogen dann nach Amerika oder Osteuropa. Zurück kamen sie mit einem breiten Lächeln und einer Babytrage. Eine Familie entsteht, und das ist erstmal schön. Doch statt zu adoptieren, entschließen sich immer mehr Paare für eine Leihmutterschaft. Vielleicht, weil sie wie Streeck und sein Mann (48 und 50) zu alt sind. Vielleicht aber auch, weil es ihr Baby sein soll. Aber selbst das ist eben nur die halbe Wahrheit. Denn ohne Frauen geht’s nun mal nicht, egal wie gut die möglichen Daddys sind.

Prof. Dr. Hendrik Streeck warnte während der Pandemie vor den Folgen der Lockdowns.
Streeck ist Direktor des Instituts für Virologie an der Universität Bonn und war während der Corona-Zeit im Expertenrat der Bundesregierung. Seit 2025 ist er CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Bonn. Zudem ist er Drogenbeauftragter der Bundesregierung. Sein Mann ist Unterabteilungsleiter für europäische und internationale Angelegenheiten im Gesundheitsministerium. Das Paar lebt in Bonn, der alten Hauptstadt. Aber die Regenbogenpropaganda ist schon längst im Machtzentrum Berlin angekommen und wird von dort aus fleißig verbreitet. Was in Deutschland verboten ist, ist in den USA gesetzlich erlaubt: Paare können sich per Agentur von einer Frau Eizellen spenden lassen und von einer anderen Frau ein oder mehrere Babys austragen lassen. So geschehen bei Dragqueen Candy Crash, die Fragen nach dem biologischen Vater „übergriffig“ findet.
2010 und 2013 bekamen Elton John und sein Mann David Furnish dank einer Eizellenspenderin und einer Leihmutter zwei Söhne. Damals schrieb der Spiegel noch: „Elton John ist Papa“. Heute, 16 Jahre später, hat sich der Wortlaut unmerklich verändert: Jetzt sind zwei Männer plötzlich Eltern. Aus Reproduktionsfakten wurde Rhetorik, die es mit der Genauigkeit nicht mehr so genau nimmt. Angeblich hätte der Sänger zuvor eine Adoption eines HIV-infizierten Jungen aus der Ukraine geplant. Komisch, dass dann in all diesen Starfamilien – Elton John war zu diesem Zeitpunkt 63 – ausschließlich gesunder Nachwuchs gedeiht.

Elton Johns Söhne Zachary und Elijah wurden von einer Leihmutter in Kalifornien ausgetragen.
Neil Patrick Harris und sein Ehemann David Burtka wurden 2010 durch eine Leihmutter Eltern von Zwillingen. Für die Zeugung wurden zwei Eizellen einer Spenderin befruchtet – eine mit Harris’ Sperma, die andere mit Burtkas. Dann wurden beide Embryonen der Leihmutter eingesetzt. Queer.de zitiert den Schauspieler: „Meine Kinder haben keine Mutter.“ Der „How I Met Your Mother“-Star betont zudem, wie schade er es finde, dass die Leihmutterschaft in Deutschland verboten sei.

„Meine Kinder haben keine Mutter“, sagt Harris. Und es ist leider kein Skript.
Ideologischer Zuckerguss für ein knallhartes Business
Aber Hendrik Streeck ist ein Mann, der der Wissenschaft verpflichtet ist, dessen öffentliches Image von Präzision und Glaubwürdigkeit bestimmt wird. Wäre es da nicht an der Zeit für ein paar klare, wahre Worte? Sympathisch wäre es doch, zu sagen: „Leider ist das für uns auf natürlichem Wege nicht möglich, daher haben wir uns in den USA, wo es erlaubt ist, auf die Suche nach einer Leihmutter gemacht.“
Als Frau und Mutter habe ich hier ein massives Störgefühl: Wo sind die Feministinnen, die wegschauen, wenn Frauen als Brutmaschinen missbraucht werden, wenn geprüft wird, ob sie gesund und robust sind, wenn sie durch ein hartes Screening müssen, Bluttests, Psychotests, Body-Maß-Index-Messung? Manchmal sind es Frauen, die das Geld schlicht brauchen. Es ist ein Business, das gerne einen ideologischen Zuckerguss bekommt. Die Zeitschrift Emma schreibt, es sei „Babykauf“. Von all den Hollywood-Müttern, die zu eitel oder zu alt sind, um ein Kind auszutragen, und sich deshalb mit einer Leihmutter behelfen, wollen wir gar nicht erst anfangen. Die sagen es wenigstens offen.
Nennt das Kind beim Namen!
Aber Streeck ist CDU-Mitglied, ein gestandener Konservativer mit bürgerlichen Werten und hohem Ansehen. Durch seinen moderaten Corona-Kurs ist er in weiten Teilen der Bevölkerung geschätzt. Er ist Bundestagsabgeordneter und Drogenbeauftragter. Menschen wie er geben die Richtung fürs Land vor. Dann sollten sie auch bei glaubwürdigen Formulierungen bleiben, wenn sie ihre Familiengründung schon öffentlich machen. Der Bunten sagt Streeck über sein Papa-Glück: „Plötzlich ist da noch einmal ein ganz neuer Sinn in unserem Leben.“

Sobald der Junge einen Reisepass hat, dürfen Streeck und Zubeil nach Deutschland zurückreisen.
Das können alle Eltern nachvollziehen. Es sei ihm und seinem Mann von Herzen gegönnt. Nur bitte, können wir das Kind einfach beim Namen nennen? Ich selbst habe zwei Kinder geboren. Der Gedanke, dass mir nach 20 Stunden Wehen zwei geduschte und gestylte Männer den Säugling wegnehmen, der 40 Wochen lang in meinem Bauch wuchs, der nur meinen Herzschlag kannte – der ist schwer erträglich. Eines Tages wird der Kleine groß sein und Fragen stellen, er wird googeln, er wird wissen wollen: Wo ist Mama? Spätestens dann sollten die Erziehungsberechtigten ehrliche Antworten parat haben.
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Melanie Grün
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