„Ich bin Antifa“: Der Correctiv-Reporter hinter dem Potsdam-Gate ist politischer Aktivist
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Die Fragen rund um die Correctiv-Recherche zum „Geheimtreffen von Potsdam“ werden immer lauter. Neben zahlreichen Verkürzungen in der Berichterstattung und Korrekturen im Anschluss an diese, drängt sich zunehmend die Frage auf, was für ein Reporterteam an der Geschichte gearbeitet hat – und welche Motivation die handelnden Personen angetrieben hat. Dabei gerät ein Name zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit: Jean Peters. Der 39-Jährige äußerte sich am Donnerstag in Kontraste-Sendung (ARD) zu Hintergründen der Geschichte und der Infiltrierung des privaten Treffens durch einen verdeckten Gast.
In dem Beitrag von Kontraste, in dem es um das „Geheimtreffen von Potsdam“, aber auch um die Verflechtungen der AfD mit der Werte-Union geht, äußert sich Peters an mehreren Stellen in auffälligem Detailreichtum zum Treffen. So zitiert er etwa Martin Sellner, die Leitfigur der Identitären Bewegung, mit dem Ausdruck „Refugee-Rentner“, den dieser genannt haben soll. Als die Sprecherin des Beitrags insinuiert, AfD-Kreise sprächen nur im Verborgenen über ihre wirklichen Pläne, wird der Correctiv-Reporter zitiert, der das miterlebt haben soll. Peters sagt daraufhin: „Es wurde deutlich gesagt: Bitte gehen Sie! Das ist eine Veranstaltung, an der Sie nicht teilnehmen dürfen. Sie soll abgeschottet stattfinden“, so Peters. „Also die waren verunsichert und haben gefragt: Was macht denn da der Fremde im Raum?“
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„In das politische Geschehen intervenieren“
Doch unabhängig, ob er nun der eingeschleuste Gast war, er lediglich vor Ort war oder die Autorenschaft und Planung hinter der Geschichte übernommen hat, könnte die Personalie für Correctiv brisant werden. Peters, der sich auf seiner Homepage als „Aktionskünstler“ beschreibt, der Geschichten erfinde, mit denen er „in das politische und ökonomische Geschehen interveniere“, war einst Mitglied des Peng-Kollektivs.
Die Gruppe für „subversive Aktionskunst“ sorgte in den letzten Jahren immer wieder für Irritationen. So versteigerte man 2020 ein „Kantholz“ auf Ebay: eine Anspielung auf den Angriff auf den Bremer AfD-Politiker Frank Magnitz, der 2019 von Linksextremisten schwer verletzt worden war. Der Gegenstand war einer von zehn Gegenständen, die das linke Kollektiv für jeweils 1000 Euro nach eigenen Ausgaben mit „Steuergeld“ erworben und im Anschluss versteigert hatte, um später zu behaupten, man habe „insgesamt 10.000 Euro Steuermittel an die Antifa weitergeleitet“.
Ein Jahr später durchsuchte die Staatsanwaltschaft Räumlichkeiten der Gruppe in Berlin-Kreuzberg, weil diese auf einer interaktiven Karte koloniale Orte gekennzeichnet hatte. „Grundlage sind Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten“, hieß es damals von Seiten der Staatsanwaltschaft zu den Razzien. Peters war zu dem Zeitpunkt nicht mehr Mitglied der Gruppe – die Aktionsformen von Peng lassen jedoch erahnen, wo er sich politisch verortet.
Neben dieser Form von Aktionskunst verdiente Peters in seiner gesamten Journalisten-Laufbahn sein Geld damit, in Rollen zu schlüpfen und politische Gegner an der Nase herumzuführen. 2014 hielt Peters auf der Digitalmesse re:publica eine Rede als Manager von Google. Auch bei Vattenfall, Shell oder dem klimawandelskeptischen Heartland-Institut firmierte Peters als Undercover-Reporter.

Die AfD-Politikerin wurde mit einer Torte attackiert.
Eine andere Episode aus Peters’ Schaffen stammt aus dem Jahr 2019, als er den Produzenten des Ibiza-Videos, Julian Hessenthaler, an Jan Böhmermann vermittelte. Dieser machte daraufhin die Ibiza-Affäre um den FPÖ-Chef H.C. Strache groß, die den Politiker letzten Endes auch zu Fall brachte. Auffällig: Ebenso wie das „Geheimtreffen von Potsdam“ ins Berliner Ensemble gebracht wurde, kam auch Straches Ibiza-Affäre auf die Bühne – 2022 ans Wiener Volkstheater.
Drei Jahre zuvor, 2016, verkleidete sich Jean Peters als Clown und überzog die AfD-Politikerin Beatrix von Storch öffentlichkeitswirksam mit einer Torte. Der damals ausgerufene „Tortale Krieg“ wird nun als Investigativjournalismus bei Correctiv weitergeführt. Peters Selbstverständnis lässt sich derweil mit einem Blick auf sein inzwischen inaktives Twitterprofil nachvollziehen. 2020 schrieb er dort: „Ich bin #Antifa.“
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