4.985 Programmbeschwerden beim ÖRR – aber nur eine einzige gilt als „berechtigt“
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Selbstkritik ist ganz offensichtlich keine Stärke der öffentlich-rechtlichen Medien: Im Jahr 2025 gab es mit fast 5.000 Beschwerden einen Programmbeschwerden-Rekord bei ARD, ZDF und Deutschlandradio. Aber nur eine einzige sei berechtigt gewesen, wie der Deutschlandfunk (DLF) berichtete.
Im Jahr 2025 gab es insgesamt 4.985 Beschwerden gegenüber den öffentlich-rechtlichen Medien. Das ist ein massiver Anstieg und knapp eine Verfünffachung im Vergleich zum Jahr 2024: Damals gab es laut DLF insgesamt 1.129 Beschwerden. Im Jahr 2023 waren es noch 708 Programmbeschwerden. Vorher wurde die Zahl der Beschwerden noch nicht systematisch erfasst.

„Schluss mit Lug und Trug“ steht auf dem Plakat eines Teilnehmers einer Kundgebung anlässlich einer Klage gegen den Rundfunkbeitrag. (Archivfoto)
Das DLF-Medienmagazin Mediasres führt den starken Anstieg auf mehr konkrete Verstöße gegen die Programmgrundsätze und auf die Onlineseite Rundfunkalarm zurück, die das Formulieren von Beschwerden erleichtert. Es ist das erklärte Ziel der Seitenmacher, eine „Welle an fundierten Programmbeschwerden“ loszutreten und „schnell und unkompliziert Programmbeschwerden gegen öffentlich-rechtliche Radio- und TV-Sender einzureichen“.
An die 5.000 Beschwerden – aber laut Rundfunkräten nur eine einzige berechtigt
Die Rundfunkräte hielten von den knapp 5.000 Beschwerden nur eine einzige für berechtigt. Dabei soll es um eine Formulierung in einer Nachrichtensendung des Radiosenders SWR3 gegangen sein. Welche konkrete Äußerung gemeint war, blieb unklar. 2023 und 2024 gaben die Räte laut Mediasres jeweils fünf Beschwerden statt. Doch insgesamt werden nur wenige der Beschwerden überhaupt von den Rundfunkräten behandelt: Im Jahr 2025 waren es demnach bloß 184 der knapp 5.000 Programmbeschwerden.
Worum es bei den Beschwerden geht, bleibt unklar. Dem DLF-Medienmagazin zufolge erhielt es bei seiner Umfrage nur wenig Auskunft über die Inhalte der Programmbeschwerden. Nur der ZDF-Fernsehrat habe jede Kritik einzeln ausgeführt. Den meisten Widerspruch erhielten hier das heute journal und das ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann.
Jeder Bürger kann Regelverstöße beim ÖRR melden
Jeder Bürger kann Verstöße melden. Für eine Beschwerde, gibt es laut der ARD gewisse Grundsätze. Eine Programmbeschwerde gehe über persönliches Missfallen hinaus, heißt es beim MDR. Sie müsse „konkret darlegen, welcher Beitrag gegen welche Regel verstoßen haben soll“.
Einer der bekanntesten Fälle in diesem Jahr, der zahlreiche Programmbeschwerden auslöste, war der Manipulations-Fall beim ZDF, bei dem das heute journal KI-Fälschungen zeigte.
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