Neue Umfrage: AfD kommt in Sachsen auf 42 Prozent, CDU im freien Fall
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Die Alternative für Deutschland (AfD) hat in Sachsen einen neuen Rekordwert erreicht: In einer Umfrage des Instituts INSA, die exklusiv im Auftrag von NIUS durchgeführt wurde, kommt die AfD auf 42 Prozent – sieben Punkte mehr als in der Vorjahresumfrage. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Michael Kretschmer stürzen gleichzeitig auf 21 Prozent ab (–5). Damit käme die AfD auf doppelt so viele Stimmen wie die Union.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verliert vier Punkte und landet bei sieben Prozent, SPD und Grüne halten sich bei je sechs Prozent, die Linke bei neun. Sonstige Parteien vereinen neun Prozent der Stimmen auf sich.
Die Umfrage markiert das derzeit stärkste Umfrageergebnis der AfD in einem deutschen Bundesland. Bereits letzte Woche kam die Partei im Nachbarland Sachsen-Anhalt, wo im September gewählt wird, auf 42 Prozent. In beiden ostdeutschen Ländern zeichnet sich ein Trend ab, der die etablierten Parteien vor Probleme stellt: Die AfD könnte in Zukunft nahe an die absolute Mehrheit herankommen. Schon jetzt könnte sie rechnerisch mit fast jeder anderen im Landtag vertretenen Partei eine parlamentarische Mehrheit bilden; 46 Prozent reichen für eine Regierungsbildung. Die CDU hingegen käme selbst mit der SPD (zusammen 27 Prozent) nur mit Unterstützung aller übrigen Fraktionen auf eine Mehrheit.

Angesichts des Umfragehochs bester Laune? Die AfD-Vorsitzenden Chrupalla und Weidel neben dem sächsischen Parteivorsitzenden Jörg Urban (rechts).
Besonders bemerkenswert: Fast jeder Zweite in Sachsen (49 Prozent) hat entweder schon einmal AfD gewählt oder kann es sich vorstellen. Nur 39 Prozent schließen eine AfD-Stimmabgabe kategorisch aus, was einen Tiefststand bedeutet. Das maximale Potenzial der CDU liegt der Umfrage zufolge bei lediglich 36 Prozent. Gut jeder zweite potenzielle Unionswähler (52 Prozent) tendiert aktuell zur AfD.
Bonus für Kretschmer – doch die Union verliert
Trotz der für die Union dramatischen Umfrage schlägt Kretschmer seinen AfD-Herausforderer Jörg Urban in einer hypothetischen Direktwahl zum Ministerpräsidenten klar: 44 Prozent würden aktuell bei einer Direktwahl für den Amtsinhaber stimmen, nur 20 Prozent für Urban, 22 Prozent für keinen der beiden. Vor allem ältere Wähler und Anhänger von CDU, SPD, Grünen und Linken halten dem Ministerpräsidenten die Treue. Dennoch spiegelt sich die allgemeine Stimmungslage in der Bewertung der Landesregierung wider: Nur 35 Prozent sind zufrieden oder eher zufrieden, 58 Prozent geben an, unzufrieden oder sehr unzufrieden zu sein.

Schneidet in Umfragen zu einer direkten Wahl besser ab als AfD-Chef Jörg Urban – hat aber mit einer kriselnden CDU zu kämpfen: Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Noch dramatischer fällt das Urteil über die Bundesregierung aus. 85 Prozent der Sachsen sind unzufrieden, nur zwölf Prozent sind zufrieden. Auch das Vertrauen in Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der vor einem Jahr ins Amt gekommen war, ist massiv gesunken: 76 Prozent geben an, ihr Vertrauen in seine politische Gestaltungskraft sei geringer geworden. Lediglich vier Prozent sehen eine Verbesserung. Besonders AfD-, BSW-, SPD-, Grünen- und Linken-Anhänger urteilen vernichtend.
Für die Umfrage, die zwischen dem 13. und 20. Mai durchgeführt wurde, befragte INSA im Auftrag von NIUS 1000 Teilnehmer. Die Fehlerquote liegt bei rund drei Prozentpunkten.
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