Bundesregierung gab 2025 knapp 60 Millionen Euro für Kampagnen und Werbung aus
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Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr knapp 60 Millionen Euro für Informationsmaßnahmen, Anzeigen und Kampagnen ausgegeben. Insgesamt wurden 2025 über Mediaagenturen 59.960.593,68 Euro abgerechnet. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Erwin Renner und seiner Fraktion hervor, die NIUS vorliegt.
Die Bundesregierung weist allerdings darauf hin, dass sie ihre Öffentlichkeitsarbeit nicht als Werbung versteht. Sie erfülle damit vielmehr ihren verfassungsrechtlichen Auftrag, die Bürger über ihre Arbeit, ihre Vorhaben und ihre Ziele zu informieren. Zudem seien die Angaben nicht vollständig. Einzelne Leistungen seien pauschal in Rahmenverträgen enthalten, die Auslandsöffentlichkeitsarbeit werde gar nicht erfasst.
Der größte Teil der reinen Schaltkosten entfiel auf Online-Medien. Dafür gab die Bundesregierung 29.966.452,97 Euro aus. Es folgten Außenwerbung mit 18.444.101,69 Euro und Fernsehwerbung mit 3.423.753,32 Euro.
Für Anzeigen in Printmedien wurden 2.578.535,79 Euro ausgegeben, für Hörfunkwerbung 1.696.102 Euro und für Kinowerbung 748.203,15 Euro. Weitere 1.206.711 Euro entfielen auf medienübergreifende Maßnahmen. Diese Beträge enthalten die Mehrwertsteuer, aber keine Agenturhonorare oder Kosten für die Entwicklung der Kampagnen. Die reinen Schaltkosten summieren sich damit auf rund 58,1 Millionen Euro.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine massive Werbeindustrie im Rücken.
Verteidigungsministerium gibt 41,8 Millionen Euro aus
Der mit Abstand größte Einzelposten entfiel auf das Verteidigungsministerium. Für „zielgruppenorientierte personalwerbliche Kampagnenmotive“, also vor allem die Nachwuchswerbung der Bundeswehr, wurden 41.790.882 Euro an reinen Schaltkosten abgerechnet.
Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung gab für seine aufgeführten Maßnahmen insgesamt rund 4,94 Millionen Euro aus. Allein 4.723.622,46 Euro kostete die Begleitkampagne zur Regierungsarbeit unter dem Titel „Das kann Deutschland“. Weitere 194.626,60 Euro flossen in die Bewerbung des Tages der offenen Tür.
Das Familienministerium kam mit seinen aufgelisteten Kampagnen auf 5.340.741 Euro. Darunter waren 2.594.908 Euro für die Kampagne „Pflege kann was“, 1.364.295 Euro für die Werbung um Pflegeeltern und 912.183 Euro für die „Allianz gegen Einsamkeit“. Die Kampagne des Queerbeauftragten der 20. Legislaturperiode kostete 305.528 Euro.
Das Gesundheitsministerium gab insgesamt 3.849.886 Euro aus. Davon entfielen 1,6 Millionen Euro auf „Krankenhaus mit Zukunft“, 1,4 Millionen Euro auf die Kampagne „Ein gesundes neues Jahr“ und knapp 850.000 Euro auf die Werbung für die elektronische Patientenakte.

„Das kann Deutschland“
Mehr als eine Million Euro für Landwirtschaftskampagnen
Das Landwirtschaftsministerium listet Ausgaben von insgesamt 1.096.274,35 Euro auf. Rund 380.000 Euro kostete die Informationskampagne „Torffrei gärtnern“, knapp 362.000 Euro die Werbung für die Bio-Zertifizierung in der Außer-Haus-Verpflegung und rund 261.000 Euro eine Informationskampagne zu Jodsalz.
Das Arbeitsministerium gab für seine aufgeführten Maßnahmen insgesamt 784.645,58 Euro aus. Der größte Posten war die Kampagne „Deutschland wird barrierefrei“ mit 683.096,23 Euro.
Beim Digitalministerium beliefen sich die Kosten auf 847.059 Euro. Davon entfielen 671.160 Euro auf eine Glasfaserkampagne und 175.899 Euro auf eine Mobilfunk-Messwoche. Das Entwicklungsministerium führte Maßnahmen im Umfang von 354.299,71 Euro auf.
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