Bei AfD-Podiumsdiskussion in Magdeburg: Chrupalla und Siegmund singen DDR-Hymne
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AfD-Co-Chef Tino Chrupalla und der sachsen-anhaltische Spitzenkandidat Ulrich Siegmund haben bei einer Podiumsdiskussion mit mehreren Hundert Besuchern die Hymne der ehemaligen DDR gesungen. Zum Abschluss der Veranstaltung sollte eigentlich die deutsche Nationalhymne erklingen. Der Kabarettist Uwe Steimle stimmte jedoch „Auferstanden aus Ruinen“ an. Chrupalla und Siegmund sangen teilweise mit.
Mitsingen und Widerspruch auf der Bühne
Die Stimmung kippte offenbar beim Abschluss. Es sollte eigentlich die deutsche Nationalhymne gesungen werden. In den sozialen Medien kursiert ein Clip, der zeigt, wie Uwe Steimle die DDR-Hymne anstimmt. Laut Apollo News rief Chrupalla zunächst „Nein, die andere!“. Die ehemalige Grünen-Politikerin und DDR-Bürgerrechtlerin Antje Hermenau reagierte demnach mit einem klaren „Nein, nein, nein, nein, nein!“. Dennoch sangen Chrupalla und Siegmund laut Apollo News – nur bei den Worten „Deutschland, einig Vaterland“ – dann kurz bei der ehemaligen Ost-Hymne mit.
Hermenau forderte laut Artikel, auch die „westdeutsche“ Hymne zu singen. Steimle lobte die DDR-Hymne. Chrupalla lachte herzhaft und betonte später die deutsche Nationalhymne als gesamtdeutsches Symbol. Der kurze Disput machte deutlich, wie sensibel das Thema deutsche Teilungsgeschichte auf AfD-Veranstaltungen in Ostdeutschland bleibt.
Sehen Sie hier das Video von der Veranstaltung:
Chrupalla nimmt Siegmund in die Pflicht
Zuvor hatte Chrupalla den 35-jährigen Siegmund deutlich in die Verantwortung genommen. Wenn dieser Ministerpräsident werde, komme eine „Riesenverantwortung“ auf ihn zu, sagte Chrupalla. „Er wird liefern müssen.“ Die AfD müsse gemachte Versprechen einhalten.
In Umfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt derzeit bei etwa 40 Prozent und klar vor der CDU. Die Wahl findet am 6. September statt. Siegmund tritt als Spitzenkandidat an. Am Wochenende hatte er in Erfurt bereits ein 100-Tage-Programm vorgestellt. Dazu gehören unter anderem mehr Abschiebehaftplätze, eine flächendeckende Arbeitspflicht für Asylbewerber und die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags.
In Dessau-Roßlau kündigte Siegmund an, transparent regieren zu wollen. „Das heißt, da gibt es halt direkt das Video von mir aus der Staatskanzlei, damit jeder in diesem Land weiß, was passiert auch hinter den Kulissen.“

Ulrich Siegmund, Tino Chrupalla und Uwe Steimle gestern auf einer Podiumsdiskussion in Magdeburg.
Campact sammelt mehr als 2,5 Millionen Euro für einen „NoAfD-Fonds“
Am kommenden Wochenende kommt AfD-Parteichefin Alice Weidel zum Wahlkampfauftakt nach Magdeburg. Gleichzeitig wächst der Widerstand. Der Verein Campact hat nach eigenen Angaben mehr als 2,5 Millionen Euro für einen „NoAfD-Fonds“ gesammelt, um Initiativen und Kampagnen gegen die AfD zu unterstützen.
Während es beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt noch umfangreiche Proteste gab, blieb eine Kundgebung im Magdeburger Zentrum mit rund 230 Teilnehmern vergleichsweise überschaubar.
Die AfD setzt auf den Wunsch nach politischem Wandel in Sachsen-Anhalt. Siegmund selbst mahnte zur Demut: „Diese Wahl ist noch nicht gewonnen.“
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