Mittelstands-Chef Ahlhaus über Wirtschaftspolitik der Bundesregierung: „Viel zu wenig und viel zu langsam“
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In der Debatte um seinen Brandbrief an Kanzler Friedrich Merz hat Christoph Ahlhaus, Vorsitzender des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), seine Gründe für die Kritik näher erläutert. In dem Papier hatte Ahlhaus sein „blankes Entsetzen“ über die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung geäußert.
„Unter loyalen Freunden muss man auch manchmal ein bisschen schubsen. Und das haben wir heute getan, aus gutem Grund“, erklärte der langjährige CDU-Politiker am Freitagabend im ZDF. Man müsse auch mal den Finger in die Wunde legen dürfen. Die bisherigen Maßnahmen in der Wirtschaftspolitik seien „viel zu wenig und viel zu langsam“. Dennoch stellte Ahlhaus klar: „Ich stehe sehr loyal zu dieser Bundesregierung und zum Bundeskanzler. Denn es gibt keine Alternative zum Erfolg dieser Bundesregierung.“
Ahlhaus forderte Entlassung von Gitta Connemann
In seinem Brandbrief hatte Ahlhaus harte Kritik geübt, insbesondere an CDU-Politikerin Gitta Connemann, der Beauftragten der Bundesregierung für den Mittelstand. „Zu Gitta Connemann hat der deutsche Mittelstand (…) weder ein Mindestmaß an Vertrauen noch ein Rest an Kompetenzvermutung.“ Merz solle „diese personelle Besetzung kritisch hinterfragen“, forderte Ahlhaus.

Friedrich Merz und Gitta Connemann beim Gespräch im Bundestag
Anschließend stärkten 15 Wirtschaftsverbände Gitta Connemann den Rücken. „Wir schätzen die Arbeit von Gitta Connemann sehr und sehen sie an unserer Seite, um die notwendigen, aber leider ausbleibenden Reformen auf den Weg zu bringen“, hieß es in einem Schreiben, über das die Bild-Zeitung berichtete. „Mit seinem Schreiben spricht der Bundesverband mittelständische Wirtschaft nicht für den deutschen Mittelstand.“
Zudem hatte Ahlhaus in seinem Brandbrief die einsetzende Ernüchterung nach der anfänglichen Freude über das Ende der Ampel-Koalition beklagt: „Nicht einmal neun Monate nach Ihrer Wahl zum Bundeskanzler ist diese Euphorie dem blanken Entsetzen über die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland gewichen.“
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