Spahn will Reaktivierung deutscher Atomkraftwerke prüfen lassen
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Unionsfraktionschef Jens Spahn zeigt sich offen für eine Diskussion zur Wiederinbetriebnahme deutscher Atomkraftwerke. Das solle man prüfen, sagte der CDU-Politiker in Berlin am Rande eines Forschungskongresses der Unionsfraktion vor Journalisten.
Er verwies auf Studien, wonach die stillgelegten Reaktoren der letzten Jahre „mit um die neun, zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gehen könnten. Ich finde jedenfalls, diese Debatte müssen wir gesellschaftlich führen.“
In anderen Staaten würden 30 bis 50 Milliarden Euro investiert, um ein neues Kernkraftwerk zu bauen. „Wir könnten mit deutlich weniger, unsere gerade abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz bringen. Eine Diskussion ist es in jedem Fall wert.“

In puncto Atomkraft nicht einer Meinung: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Unionfraktionschef Jens Spahn.
Merz: „Leider irreversibel“
In der Debatte über Atomkraft hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Abkehr von der Technologie als strategischen Fehler bezeichnet. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, er teile von der Leyens Einschätzung, fügte aber hinzu, die Bundesregierungen zuvor hätten entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen. „Der Beschluss ist irreversibel. Ich bedauere das, aber es ist so.“
Die AfD hatte dem widersprochen und in den Bundestag einen Antrag zur Wiederinbetriebnahme von Reaktoren eingebracht und dabei ähnlich argumentiert wie Spahn.
In ihrem Antrag fordert die AfD-Fraktion die Einsetzung einer Expertenkommission zur Prüfung der Wiederinbetriebnahme abgeschalteter Kernkraftwerke. Die Abgeordneten verlangen, dass die Expertenkommission die Wiederinbetriebnahme der abgeschalteten Kernkraftwerke prüft. Außerdem sollen die Rückbauarbeiten an den Atomkraftwerken Isar 2, Emsland, Grohnde, Neckarwestheim II, Brokdorf, Gundremmingen B und C, Krümmel und Philippsburg 2 „unverzüglich“ gestoppt werden. Die Landesregierungen sollen die Genehmigungen zum Rückbau dieser Kernkraftwerke widerrufen.
Der für Atomkraft zuständige AfD-Abgeordnete Paul Schmidt, nach eigenen Angaben mehr als zwanzig Jahre Betriebsphysiker im Kernkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg, hatte Angaben des Verbands der deutschen Kerntechnik als plausibel bezeichnet, wonach mehrere stillgelegte Kraftwerksblöcke innerhalb von drei Jahren mit jeweils ein bis drei Milliarden Euro wieder in Betrieb genommen werden könnten, weil dort bisher wenig Rückbau passiert sei. Er nannte Neckarwestheim II und Brokdorf.
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