Sachsen-Anhalt: AfD erreicht Rekordwert von 42 Prozent!
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Die AfD baut ihre dominierende Stellung in Sachsen-Anhalt weiter aus – und erreicht in einer neuen INSA-Umfrage im Auftrag von NIUS einen Rekordwert. Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, käme die Partei auf 42 Prozent. Das sind vier Punkte mehr als in der vorherigen Erhebung. Die CDU verliert weiter und fällt auf 24 Prozent. Der Abstand zwischen beiden Parteien wächst damit auf 18 Prozentpunkte.
Die Linke bleibt stabil bei 13 Prozent, die SPD verharrt bei 6 Prozent und kämpft damit um den Einzug ins Landesparlament. FDP und Grüne würden mit drei beziehungsweise vier Prozent den Einzug in den Landtag klar verfehlen. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht fällt auf 4 Prozent zurück und läge damit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 5 Prozent.

Damit ergibt sich ein politisch hochbrisantes Bild: Ein erheblicher Teil der Stimmen würde auf Parteien entfallen, die nicht im Landtag vertreten wären. Parlamentarische Mehrheiten wären dadurch rechnerisch bereits ab etwa 43 Prozent möglich. Die AfD verfehlt diese Marke mit 42 Prozent nur knapp.
AfD fast an der parlamentarischen Mehrheit
Die AfD ist damit so stark, dass gegen sie eine stabile Regierungsbildung rechnerisch äußerst schwierig würde. CDU, SPD und Linke kämen zusammen zwar auf 43 Prozent – also auf eine knappe rechnerische Mehrheit. Doch diese Mehrheit wäre hauchdünn. Schon ein einziger Abgeordneter, der in entscheidenden Abstimmungen nicht mitzieht, könnte sie gefährden.

AfD-Spitzenkandidat Siegmund Ulrich
Besonders bemerkenswert: Die AfD liegt nicht nur in der Sonntagsfrage klar vorn, sie hat auch weiteres Wachstumspotenzial. Zu den aktuellen 42 Prozent kommen noch sechs Prozentpunkte mögliches zusätzliches Potenzial hinzu. Das bedeutet: 48 Prozent der Wähler in Sachsen-Anhalt wollen die AfD bereits wählen oder können sich vorstellen, dies bei der Landtagswahl zu tun.
Zum Vergleich: Das maximal mögliche Potenzial der CDU liegt nur bei 37 Prozent. Die CDU bleibt damit deutlich hinter der AfD zurück – nicht nur beim aktuellen Stimmenanteil, sondern auch bei der Frage, wie viel Luft nach oben beide Parteien noch haben.
Ein Land politisch gespalten
Die Potenzialanalyse zeigt zugleich eine tief gespaltene politische Landschaft. Auf der einen Seite stehen 48 Prozent, die sich eine Wahl der AfD vorstellen können oder sie bereits vorhaben. Auf der anderen Seite schließen 44 Prozent der Befragten grundsätzlich aus, für die AfD zu stimmen. Dazwischen bleibt nur eine kleine Gruppe von acht Prozent, die weder klar offen noch klar ablehnend gegenüber der AfD ist.
Sachsen-Anhalt ist damit politisch stark polarisiert: Fast jeder zweite Wähler ist für die AfD erreichbar – fast ebenso viele lehnen sie grundsätzlich ab. Die politische Mitte dazwischen schrumpft.
Erstmals glaubt relative Mehrheit an Ministerpräsident Siegmund
Der vielleicht spannendste neue Befund liegt nicht allein in der Sonntagsfrage, sondern in der Erwartung der Wähler. Erstmals rechnet eine relative Mehrheit damit, dass Ulrich Siegmund Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt wird. 31 Prozent der Befragten erwarten einen Ministerpräsidenten Siegmund, 29 Prozent gehen davon aus, dass Amtsinhaber Sven Schulze im Amt bleibt.

CDU-Ministerpräsident Sven Schulze
Das ist politisch bemerkenswert: Die AfD liegt nicht mehr nur bei den Umfragewerten vorn – sie gewinnt auch in der Wahrnehmung möglicher Machtperspektiven. Der Gedanke an einen AfD-Ministerpräsidenten ist für viele Wähler nicht mehr bloß theoretisch, sondern offenbar realistisch geworden.
Auch in einer hypothetischen Direktwahl läge Siegmund knapp vorn: Er käme auf 30 Prozent, Schulze auf 28 Prozent. Jeder fünfte Befragte würde sich für keinen der beiden entscheiden. Während 71 Prozent der AfD-Wähler Siegmund unterstützen würden, käme Schulze nur auf 59 Prozent Zustimmung bei den CDU‑Wählern. Die AfD mobilisiert ihr eigenes Lager damit stärker als die CDU.
Doppelter Gegenwind für die Union
Hinzu kommt die schwache Bewertung der Regierungsarbeit. Nur 30 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden, 62 Prozent sind unzufrieden. Noch dramatischer fällt das Urteil über die Bundesregierung aus: Nur 17 Prozent sind zufrieden, 80 Prozent unzufrieden.
Für die CDU in Sachsen-Anhalt ist das doppelter Gegenwind: im Land durch die schwache Bewertung der eigenen Regierung – und aus Berlin durch die massive Unzufriedenheit mit der Bundesregierung.
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