Kult-Sängerin Julia Neigel über Gendern: „Mir kann keiner vorschreiben, welche Worte ich fürs Singen benutze“
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Ist der Kulturbetrieb links-grün dominiert? Diese und weitere spannende Fragen beantwortet Kult-Sängerin Julia Neigel in der aktuellen Folge von „Schuler! Fragen, was ist“. Die Sängerin spricht mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler über die Konsequenzen von freier Meinungsäußerung und über ihre Ablehnung des Genderns.
Hier geht’s zum Interview im Video:
„Es gibt kein Links und Rechts mehr“
Erlebt man im Musikgeschäft, dass der Betrieb grün und links dominiert sei? „Tatsächlich wird gar nicht so viel über Parteipolitik geredet in unseren Kreisen“, sagt Neigel. Die meisten würden sich an dem orientieren, was sie persönlich und emotional innerhalb einer Gesellschaft erleben. „Und erst im zweiten Atemzug geht es dann um – wenn überhaupt – Parteipolitik. Also welche Partei ist interessiert daran, dies oder das durchzusetzen?“
„Auch ich sehe mich eher in der Tradition eines linksliberalen Künstlers“, betont die Sängerin. „Aber ich würde das heute so gar nicht mehr sagen, weil es gibt kein Links und Rechts mehr – so wie ich es früher in den 80ern und 90ern für mich noch verorten konnte.“

„Der Druck kommt ganz klar aus der Politik“, sagt Julia Neigel in Bezug auf die Freiheit der Kunst.
„Missbrauch der Begrifflichkeiten“
Neigel attestiert, dass die Narrative der politischen Lager einfach verschoben worden seien. „Es ist mittlerweile so ein Missbrauch dieser Begrifflichkeiten vorhanden. Also ich bin selbst schon als Nazi beschimpft worden, weil ich ein Naturschutzgebiet schützen wollte“, sagt die 59-Jährige. Irgendwann wisse man, dass diese Diffamierungen mit der Realität nichts mehr zu tun hätten.

Peter Maffay bezeichnete Neigel als „die beste deutsche Sängerin“.
„Ich lasse mich da einfach nicht verbiegen“
In ihrer langen musikalischen Karriere hat Neigel auch mit Heinz Rudolf Kunze zusammengearbeitet, der sich konsequent gegen das Gendern stellt. Neigel dazu: „Also ganz viele haben da keinen Bock drauf. Ich auch nicht. In der künstlerischen Variante ist es so oder so nicht tragbar. Also mir kann keiner erzählen, welche Worte ich fürs Singen benutzen soll.“ Sie würde in ihrem täglichen Sprachgebrauch nicht versuchen, irgendeine Political Correctness in der Rhetorik anzuwenden. „Die deutsche Sprache ist so schön und hat auch ihre Begrifflichkeiten. Ganz gezielt wird dieses oder jenes gewählt und ich lasse mich da einfach nicht verbiegen. Ich sehe das überhaupt nicht ein.“
Das ganze Interview mit Julia Neigel können Sie hier anschauen.
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