56 Prozent der Top-Manager befürworten Annäherung an die AfD
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Redaktion56 Prozent der deutschen Top-Manager befürworten eine Annäherung an die AfD. Das geht aus einer neuen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor, die für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Magazin Capital erhoben wurde. 49 Prozent der Manager sprechen sich für eine „punktuelle Zusammenarbeit“ aus, etwa bei einzelnen Abstimmungen im Parlament. Weitere 7 Prozent halten Koalitionen für denkbar. Insgesamt ergibt sich damit eine Mehrheit von 56 Prozent, die eine stärkere Öffnung gegenüber der AfD befürwortet. 42 Prozent lehnen das ab.
Der Begriff „punktuelle Zusammenarbeit“ meint Mehrheiten im parlamentarischen Alltag, bei denen andere Parteien Entscheidungen auch mit Stimmen der AfD treffen, ohne formale Bündnisse einzugehen. Die Position der Manager unterscheidet sich damit dramatisch von der Haltung politischer Entscheidungsträger. Unter Spitzenpolitikern lehnen 78 Prozent jede Zusammenarbeit mit der AfD ab. Nur 7 Prozent sind offen für ein Bündnis, 13 Prozent für punktuelle Kooperation.
Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Mehrheit der wirtschaftlichen Elite unzufrieden mit der schwarz-roten Bundesregierung. 69 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, von der Koalition aus CDU/CSU und SPD enttäuscht zu sein – ein Anstieg gegenüber 62 Prozent vor sechs Monaten. Nur 21 Prozent äußern sich zufrieden. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz verliert Rückhalt in der wirtschaftlichen Elite: 53 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit unzufrieden, 41 Prozent zufrieden.

Die Manager trauen der CDU-SPD-Koalition keinen wirtschaftlichen Aufbruch zu.
Ein Jahr nach der Bundestagswahl zweifeln zudem 57 Prozent der Manager daran, dass in dieser Wahlperiode noch grundlegende Reformen kommen. Auf den Feldern, die der Wirtschaft besonders unter den Nägeln brennen – Bürokratieabbau, Sozialstaatsreform, geringere Energie- und Lohnnebenkosten –, sehen ihre Vertreter bisher die geringsten Fortschritte. Nur 13 Prozent der Unternehmen fühlen sich durch Maßnahmen der Regierung Merz schon entlastet. Die Kritik speist sich vor allem aus der Wirtschaftspolitik: 67 Prozent sind hier unzufrieden. Mit der Außenpolitik hingegen sind fast 90 Prozent einverstanden.
Allensbach-Chefin Renate Köcher gibt zu bedenken: „Wenn wir Aufschwung hätten, wäre die Kritik geringer.“ Tatsächlich zeigen sich die Manager nun mit knapper Mehrheit von 53 Prozent zuversichtlich für die Konjunktur – doch nur fünf Prozent rechnen mit einem kräftigen, dauerhaften Aufschwung.
Dobrindt und Pistorius stechen positiv hervor
Deutschland als Wirtschaftsstandort hat in den Augen der Hälfte der Befragten sogar weiter an Attraktivität verloren. Nur 9 Prozent finden, er sei attraktiver geworden. „Es gibt ein ganz klares Deutschlandproblem“, stellt Meinungsforscherin Köcher fest. Die EU wirke hingegen attraktiver – auch weil die USA unter Präsident Trump Vertrauen verloren haben. 67 Prozent der Eliten urteilen, Trumps Politik habe die Vereinigten Staaten und deren Wirtschaft geschwächt.

Verteidigungsminister Boris Pistorius gilt als beliebtester Politiker, auch unter Managern.
In der Bewertung der Minister ragen Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 82 Prozent Zustimmung und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit 76 Prozent heraus. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU), Quereinsteiger aus der Wirtschaft, erhält immerhin von der Hälfte der Befragten das Zeugnis „gute Arbeit“. Ganz anders die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas: Nur 26 beziehungsweise 14 Prozent attestieren ihnen gute Arbeit. Bas, die die große Rentenreform führen soll, wird von gerade einmal 12 Prozent zugetraut, das System zu stabilisieren.
70 Prozent der Wirtschaftseliten fordern nach wie vor eine grundsätzliche Überprüfung der Energiewende, mit dem Ziel, endlich wettbewerbsfähige Energiepreise zu bekommen. Dieses Ziel sieht man bisher „gegenüber Versorgungssicherheit und Klimaschutz am stärksten vernachlässigt“.
Befragt wurden insgesamt 507 ranghöchste Führungsspitzen aus Wirtschaft (66 Prozent), Politik (24 Prozent) und Verwaltung (10 Prozent). Als Top-Manager und wirtschaftliche Elite gelten dabei vor allem die 335 Vorstände, Geschäftsführer und Unternehmer – darunter allein 86 Vorstände von Großunternehmen mit mehr als 20.000 Beschäftigten. Daneben nahmen an der Erhebung im Februar 120 Spitzenpolitiker sowie 52 hochrangige Beamte teil, unter ihnen 18 Ministerpräsidenten und Minister sowie 29 Leiter von Bundes- und Landesbehörden.
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