Nach Druck vom NGO-Komplex: AfD-Mitglied soll Ehrenmedaille für Einsatz gegen Antisemitismus verlieren
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Der Bezirk Oberfranken hat den früheren Buchhändler und Verleger Michael Genniges im Mai mit der silbernen Ehrenmedaille ausgezeichnet. Geehrt wurde der 75-Jährige aus Scheßlitz für seine Verdienste um das kulturelle Leben in Oberfranken, für gesellschaftlichen Dialog und ausdrücklich auch für seinen Einsatz gegen Antisemitismus als früherer Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Bamberg. Jetzt soll die Auszeichnung wieder zur Debatte gestellt werden – weil Genniges AfD-Mitglied ist. Zuerst berichtete die Junge Freiheit.
Der Druck kommt maßgeblich aus dem NGO-Milieu. Die „Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg“ fordert den Bezirkstag Oberfranken auf, Genniges die Auszeichnung wieder abzuerkennen. Ihr Vorsitzender Stephan Doll erklärte, die Ehrung eines aktiven AfD-Funktionärs verleihe nicht nur dessen kulturellem oder ehrenamtlichem Engagement Anerkennung, sondern auch „gesellschaftliche Anerkennung und politische Legitimation“ für die AfD.
Auf ihrer eigenen Internetseite nennt die Allianz als Förderer die Metropolregion Nürnberg, den Bezirk Mittelfranken und die Stadt Nürnberg mit der Stabsstelle Menschenrechtsbüro & Gleichstellungsstelle.

Auf der Webseite der Allianz werden Förderer aufgelistet.
„Wir haben Grund, Buße zu tun“
Genniges war bis 2026 Fraktionsvorsitzender der AfD im Bamberger Kreistag. Seine Parteimitgliedschaft war also kein unbekannter Nebenaspekt. Trotzdem stimmte eine Mehrheit im Bezirkstag für die Ehrung. Auch Bezirkstagspräsident Henry Schramm von der CSU unterstützte die Auszeichnung damals und übergab Genniges die Medaille bei einem Festakt auf Schloss Thurnau.
In der ursprünglichen Würdigung hieß es, Genniges habe über Jahrzehnte einen Ort für Literatur, Austausch und Begegnung geschaffen. Mit Lesungen und Kulturveranstaltungen habe er das literarische Leben in der Region bereichert. Zusätzlich wurde sein Engagement für Verständigung, Dialog und gegen Antisemitismus hervorgehoben.
Nach der öffentlichen Kampagne rudert die CSU nun zurück. Ausgerechnet Schramm erklärte, die Ehrungssatzung des Bezirks Oberfranken eröffne grundsätzlich die Möglichkeit, eine bereits verliehene Ehrung wieder abzuerkennen. Er bedauere, dass der Vorgang eine so intensive öffentliche Debatte ausgelöst habe, nehme die Kritik ernst und hinterfrage sein eigenes Abstimmungsverhalten selbstkritisch. Im Juli soll der Bezirkstag über den Fall beraten.
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