Wer gegen Klimaanlagen ist, ist nicht fürs Klima, sondern gegen den Menschen
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Wie kann es sein, dass Aktivisten, die ständig Hitze als lebensgefährlich an die Wand malen, ausgerechnet gegen die Klimaanlage wettern, die vor allem Alte und Kranke schützt? Dahinter steckt offensichtlich ein zutiefst verstörendes Menschenbild.
Es ist heiß dieser Tage, das stimmt. So wie es stimmt, dass die Menschen in Deutschland bis Mitte Mai die Heizung einschalten mussten, weil das Wetter so ungemütlich war. Aber weil Tage mit über 30 Grad Celsius von Klimaaktivisten immer als Beweis für die „Klimakrise“, die „Klimakatastrophe“ gar, herhalten müssen, wird gerade wieder mächtig Panik geschürt. Überall droht der Hitzetod, so heißt es, während im Winter, wo viel mehr Menschen an Kälte sterben, von den Jüngern der Klimabewegung nichts zu hören ist.
Überall wird gewarnt und zu eigentlich selbstverständlichem Verhalten an Hitzetagen geraten: Schatten aufsuchen, leichte Kleidung tragen, viel trinken. No shit, Sherlock?! Hitzetage (mit Temperaturen über 30 Grad), von denen gibt es seit Jahren im Durchschnitt etwa zwei Dutzend im Jahr, in den allermeisten anderen Ländern der Erde deutlich mehr – einen Hitzeplan allerdings gibt es nur in Deutschland. Und in dem kommt das Wort Klimaanlage nicht einmal vor.
Ein Segen für die Menschheit
Dafür lauter banale Ratschläge, die der Homo sapiens schon vor 300.000 Jahren praktiziert haben dürfte. Diverse Zivilisationen fanden immer allerlei Mittel und Wege, um sich und ihre Behausungen vor Hitze zu schützen. Und vor über hundert Jahren erfand der amerikanische Ingenieur Willis Haviland Carrier schließlich die Klimaanlage und damit einen Segen für die Menschheit.

Ein wahrer Held: Willis Carrier mit seiner Erfindung im Jahr 1922.
Die Klimaanlage ermöglichte den Boom im amerikanischen Sun Belt und machte Wolkenkratzer und moderne Industrie in heißen Regionen erst möglich. Nicht nur in den USA. Mit der Zeit wurden sie, wie alle technischen Geräte, immer effizienter und gleichzeitig erschwinglicher. Man sollte meinen, dass jene, die Klage über die Erderwärmung führen und vor der Gefährdung von Menschen, vor allem vulnerabler Gruppen, warnen, die Klimaanlage als das Gerät der Stunde loben und preisen.
Doch weit gefehlt. Es sind eben diese Klimaaktivisten, die von ihrem Ziel, das Klima wie mit einem Temperaturregler herunterzudimmen, wozu dann Verzicht und ein „Wohlstand des Weniger“ gepredigt werden, ums Verrecken nicht abweichen wollen. Lieber raten sie den Menschen, sich mit Mitteln von anno dazumal vor der Hitze zu schützen. Und da eine Religion wie der Glaube an den menschengemachten Klimawandel nicht nur Sünde und Ablass kennt und die Aussicht auf Erlösung in der Zukunft, muss auch ein Teufel her, dem es zu entsagen gilt: die Klimaanlage.
Hinter dem verführerischen Versprechen der Kühlung lauert der Satan
So stößt man überall auf Schlagzeilen wie „Klimaanlagen in Autos: So gefährlich sind mögliche Keime“ (NDR), „Warum Klimaanlagen für das Klima so schädlich sind“ (Stuttgarter Zeitung) und „Diese Fehler bei Klimaanlagen können Sie krank machen“ (t-online). Hinter dem verführerischen Versprechen der Kühlung lauert der Satan.
„Klimaanlagen: Was uns abkühlt, heizt die Erde auf“, warnt das Wissenschaftsmagazin Quarks des WDR allen Ernstes. „Berechnungen zeigen: plus 0,05 Grad Celsius … bis 2050“. Was allerdings schwer zu beweisen sein dürfte, abgesehen von der Frage, ob 0,05 Grad plus im nächsten Vierteljahrhundert so wahnsinnig viel sind.

Eine Quarks-Kachel rät von Klimaanlagen ab – zum Wohl des Planeten.
Der Stern verstört derweil mit der bemerkenswerten Schlagzeile: „Hitzeforscherin: Schatten ist die Rettung und nicht die Klimaanlage“. Ariane Middel ist aus Kaiserslautern in die USA gezogen und erkundet in Phoenix (Arizona) die heißeste Stadt der USA mit Thermometern und Infrarotmessern. Der Stern zitiert sie: „Ich will verstehen, was die Hitze mit Menschen macht – und vor allem, wie man diese besser schützen kann.“
„Die heizen die Welt nur noch mehr auf“
Na, mit Klimaanlagen!, möchte man rufen, doch die „Hitzeforscherin“ hat anderes im Sinn: „‚Schatten ist eines der mächtigsten Mittel gegen die Hitze – und viel besser als Klimaanlagen, die heizen die Welt nur noch mehr auf‘, sagt die Forscherin. Beschattete Flächen blieben deutlich kühler – und gäben weniger Wärme ab.“ Damit ist das Thema Air-Condition abgehakt, der Schatten hat gewonnen. Auch wenn er das grundsätzliche Problem der Hitze keineswegs löst, sondern nur ein wenig erträglicher macht.
Es leuchtet einfach nicht ein: Wenn die Hitze angeblich lebensgefährlich ist, wie es uns aus allen Ecken entgegenschallt, warum wird dann die ultimative Lösung, die Klimaanlage, verdammt? Nichts läge doch näher, als zu dieser Technologie zu greifen. Stattdessen wettern ausgerechnet die Klimapanikmacher gegen die eine Technologie, die Millionen Menschen in heißen Regionen das Überleben ermöglicht – und zwar buchstäblich.
An den Argumenten, die sie ins Feld führen, ist unterm Strich wenig dran – zumal wenn es um die Rettung von Menschenleben geht. „Klimaanlagen verbrauchen zu viel Strom und stoßen massiv CO2 aus“, hört man am häufigsten. Hier wird nicht nur die Tatsache ignoriert, dass moderne Klimaanlagen heute 30–50 Prozent effizienter sind als Modelle von vor 20 Jahren. Und Heizung verursacht weltweit ohnehin noch deutlich mehr Emissionen als Kühlung.
Wer gegen Klimaanlagen ist, nimmt Tote in Kauf
Vor allem aber: Ohne Klimaanlagen sterben Menschen – mit ihnen nicht. Eine Lancet-Studie schätzte, dass Klimaanlagen allein 2019 rund 190.000 hitzebedingte Todesfälle verhindert haben. In den USA sank die hitzebedingte Sterblichkeit dank flächendeckender Klimaanlagen massiv (teilweise um über 80 Prozent seit 1960). In Europa, wo Klimaanlagen seltener sind, sterben bei Hitzewellen deutlich mehr Menschen. Man muss es so hart sagen: Wer gegen Klimaanlagen ist, nimmt diese Toten stillschweigend in Kauf.
Aber ein bisschen Schwund ist ja immer und wir sollen lieber schwitzen – und sterben – als „den Planeten weiter anzuheizen“. Die empfohlenen passiven Maßnahmen (Bäume pflanzen, bessere Dämmung, helle Fassaden, Nachtlüftung) sind ja schön und gut – aber bei 40 Grad plus und hoher Luftfeuchtigkeit reichen sie nicht. Dann sterben Menschen, vor allem Alte, Kranke und Arme.
Mitunter bringen die Klimaaktivisten vor, Klimaanlagen seien „ungerecht“ – nur die Reichen profitierten, die Armen litten. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. In heißen Entwicklungsländern wie Indien, Nigeria, Bangladesch oder in Teilen Lateinamerikas ist Zugang zu Kühlung eine Frage von Leben und Tod – und von wirtschaftlicher Entwicklung. Ohne Klimaanlagen in Fabriken, Büros und Krankenhäusern bleibt die Produktivität niedrig, Kinder lernen schlechter, alte Menschen sterben. Die USA und Teile Europas konnten dank Klimaanlagen den „Sun Belt“ wirtschaftlich erschließen. Wer den Armen in heißen Regionen Klimaanlagen verweigert, zementiert de facto ihre Armut und ihre Sterblichkeit. Das ist keine „Klimagerechtigkeit“, das ist elitärer Öko-Kolonialismus.

Auch in Indien werden immer mehr Wohnungen mit Air Condition runtergekühlt.
Kaum AC in Kliniken und Pflegeheimen
Aber noch sitzen die zynischen „Klimaschützer“ an den Schalthebeln und beschallen die Menschen mit ihrem Klima-Voodoo. Die Deindustrialisierung muss vorangetrieben werden, bevor den Leuten endgültig ein Licht aufgeht und sie merken, dass sie Betrügern aufgesessen sind. So kommt es, dass in Deutschland, wo es rund 1.800 Krankenhäuser und etwa 16.000 Pflegeeinrichtungen gibt, die allerwenigsten Patienten und Pflegefälle vor Hitze geschützt sind.
Die meisten Kliniken verfügen nicht über Klimaanlagen oder ähnlich wirksame Kühlsysteme, diese sind eher in speziellen Bereichen wie Operationssälen, Intensivstationen, Notaufnahmen oder manchen Verwaltungsbereichen zu finden. In den USA hingegen haben viele Bundesstaaten Vorgaben für Air-Condition in Pflegeheimen und Kliniken. AC gilt als Standard für Komfort und Patientensicherheit.
Überhaupt ist in heißen Regionen aktive Kühlung Standard in modernen Einrichtungen. Bei uns setzt man stärker auf bauliche Anpassung (Dämmung, Verschattung, Nachtlüftung), was energieeffizienter ist, aber bei Extremhitze an Grenzen stößt.
Lieber Dämmung als Klimaanlagen in der neuen Stadtbahn
In Dortmund hat man in den neuen Stadtbahnen bewusst keine Klimaanlagen eingebaut und ist auch noch stolz darauf: „eine bewusste Entscheidung der DSW21“, wie es heißt. Statt auf kühle Luft setzt man auf eine bessere Dämmung und spezielle Fenster. So sollen sich die Bahnen im Sommer „langsamer aufheizen“. Eisgekühlte, angenehme Bahnen und Busse sind was fürs Ausland, wo man einfach nicht das richtige Bewusstsein für den Klimaschutz hat, anders als bei uns „Vorreitern“.
Nichts geht hier über Energieeffizienz und Schutz des Planeten, da muss der Anspruch auf angenehme Temperaturen bei Fahrgästen, die ungern in einem überhitzten Wagen mit schwitzenden Dusch- und Deo-Verweigerern und Clochards mit Säcken voller stinkender Schmutzkleidung zusammengepfercht werden, zurückgestellt werden. Davon abgesehen nützt auch die Dämmung nichts, wenn die Türen alle paar Minuten geöffnet werden.
Klimaaktivisten tun so, als ginge es um „den Planeten“, aber in Wahrheit geht es um eine Ideologie des Verzichts und der Bestrafung: Wir sollen leiden, damit wir endlich spüren, wie ernst es angeblich ist. Die ganze Öko-Bewegung ist seit jeher von dem Gedanken beseelt, die Natur sei gut, nur der Mensch sei schlecht. Der Planet muss „gerettet“ werden, auch wenn wir über die Klinge springen. Das ist das Weltbild von Leuten, die anderen gern vorwerfen, „zynisch und menschenverachtend“ zu sein: Lieber soll Oma in der Corona-Zeit einsam sterben oder heute einem Kreislaufkollaps erliegen, als dass diese technik- und menschenfeindlichen Aktivisten die Klimaanlage als Lösung für ein Problem akzeptieren würden.
Die Klimaanlage ist aber keine Sünde. Sie ist eine der größten humanitären und zivilisatorischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Das hier geht raus an alle Klima-Kasper: Cremt euch ein oder geht in den Schatten, aber hört endlich auf, den Menschen die Air-Condition madig zu machen. Spätestens in einigen Wochen ist eure Zeit ohnehin vorbei, dann kommt der Herbst, wie jedes Jahr.
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