Mehr Rente ab 2047 – ich freue mich schon
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Der Regierungs-Jubel-Sender ARD erklärte sehr schnell, wie sich die Vorschläge der Rentenkommission positiv auf unsere Renten auswirken. Der stärkste positive Schub soll Mitte der 40er Jahre kommen, konkret 2047. Im Text heißt es: „Rentnerinnen und Rentner sollen bis dahin einen Teil der demografisch bedingten Mehrkosten übernehmen. Kürzungen müssen sie aber nicht fürchten“.
Es ist, so sagt mir mein gesunder Menschenverstand, einer der wenigen positiven Aspekte in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit: Kürzungen müssen Rentner nicht fürchten. Schon ab 2040 soll durch die erwirtschafteten Erträge das Rentenniveau steigen. Von 2032 an bis Mitte der 40er-Jahre soll das neue Rentenniveau gesichert sein.
„Dieses Medikament wird erst wirken, wenn der Patient tot ist“
Ich will mich an dieser Stelle nicht lustig machen, liebe Leser – obwohl ich genau das jetzt tue. Aber es ist einfach nur bitter, wenn die groß angekündigte Rentenreform erst greifen soll, wenn auch jüngere Rentner Greise geworden sind (falls sie überhaupt je greift). Oder mit den Worten des ehemaligen Finanz-Professors Bernd Raffelhüschen bei NIUS live: „Dieses Medikament wird erst wirken, wenn der Patient tot ist“.
Der Irrsinn ist: Wer Dinge verkündet, die in 20 Jahren stattfinden sollen, dem kann man zwar nicht widersprechen. Denn bis auf die Bundesregierung kann keiner zuverlässig Prophezeiungen machen, besonders dann nicht, wenn sie die Zukunft betreffen, heißt es in einem berühmten, nicht ganz ernst gemeinten Bonmot (zur Situation passende geistreiche Bemerkung).
Wenn Rentner in einem reichen Land Flaschen sammeln müssen
Aber es kommt noch etwas anderes hinzu, und deshalb schreibe ich diese Kolumne: Millionen Rentner haben Angst um ihre Altersvorsorge. Die durchschnittliche Rente ist teilweise so gering, dass viele nicht wissen, wie sie ihren Alltag noch stemmen sollen. Laut der Deutschen Rentenversicherung betrug die durchschnittliche monatliche Altersrente in Deutschland im Jahr 2023 (letzte Statistik) rund 1.550 Euro. Gefühlt sieht man immer mehr alte Menschen in den Straßen, die im immer noch reichen Deutschland Flaschen sammeln müssen.
Und nun kommt ein Vorschlag daher, der erst richtig greifen soll, wenn es diese Bundesregierung längst nicht mehr geben wird. Und noch schlimmer: Die Menschen, die 45 Jahre eingezahlt haben, wird es zu einem großen Teil auch nicht mehr geben. Im Versicherungsdeutsch heißt das „Erlebensfall“. Frei übersetzt bedeutet das, etwas zu bekommen, mit dem man gar nichts mehr anfangen kann.
Das aber wollen Millionen Rentner nicht. Sie wollen höhere Renten kriegen, solange sie diese noch genießen können. Und zwar bald.
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