VW ist kein Auto – VW ist Deutschland
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Bei Volkswagen sprechen sie von der „Woche der Entscheidung“. Am Donnerstag tagt in Wolfsburg der Aufsichtsrat der Volkswagen AG. VW-Chef Oliver Blume soll erklären, wie er den Konzern aus der Krise führen will. Zu Deutsch: Wie kann er den Konzern retten?
Der Autobauer steht unter Druck wie selten zuvor, konstatiert das Handelsblatt. Das Zollchaos, die schwächelnden Konzerntöchter Audi und Porsche, das desaströse China-Geschäft, eine gescheiterte Software-Allianz – nur eine kleine Auswahl der großen Probleme.
Es geht um Tausende Arbeitsplätze, es geht um den Industrie-Standort – und es geht um den Manager selber: Kann Oliver Blume VW retten? Und wenn nicht – kann VW dann noch Oliver Blume retten?
Volkswagen in der Krise – es geht um 100.000 Arbeitsplätze
Was im Raum steht: Insgesamt könnten 100.000 Jobs wegfallen, das wäre das Doppelte des bisherigen Abbauziels von 50.000 Stellen. Zudem stünden vier Werke auf der Kippe, heißt es: Emden, Hannover, Zwickau sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. Sie könnten keine neuen Modelle mehr bekommen. Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen – diese Schreckenszahl schwebt wie ein Damoklesschwert über dem einstigen Vorzeige-Konzern Volkswagen.

VW-Chef Oliver Blume
Mit über 21,5 Millionen Fahrzeugen war der VW Käfer das meistverkaufte Automobil der Welt, bevor er im Juni 2002 vom VW Golf übertroffen wurde. Mein gesunder Menschenverstand befürchtet: Es liegt eine Tragödie in der Luft, zu der es hoffentlich nie kommen wird.
Der Käfer war ein Auto, das unverwüstlich schien
Der VW Käfer war „Made in Germany“ im besten Wortsinn. 1949 wurde das Auto mit dem unverwüstlichen luftgekühlten Boxermotor zum ersten Mal ausgeliefert. Es war ein Volksauto im wahrsten Sinne des Wortes: Für das Erfolgssymbol des Wirtschaftswunders musste ein durchschnittlich verdienender Arbeiter 16 Bruttomonatslöhne investieren. Die Standardausführung kostete 1960 knapp unter 5000 D‑Mark. Der berühmt gewordene Werbeslogan von damals hieß: „…läuft und läuft und läuft…“
Es sind fast zwei Generationen vergangen, seit dieses Auto nicht mehr unser Straßenbild prägt. Allerdings gibt es kaum ein Foto aus den 50er- oder 60er-Jahren, auf dem kein VW zu sehen ist. Fast kein Foto von deutschen Straßen – und auch keines vom Brenner, Gardasee oder Rimini. Der Käfer hatte Italien schon früh erobert.
Nun also die Woche der Entscheidung: Was wird aus dem einst mächtigen und großen deutschen Erfolgsmodell Volkswagen? Gibt es einen Weg nach vorn? Oder wird VW zum Symbol des Niedergangs – so wie es viele Unternehmen gerade geworden sind? Wie traurig wäre das?
Denn: VW ist kein Auto. VW ist Deutschland.
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Louis Hagen
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