Böller auf Polizisten und Raketen in Menschenmengen: Berlin offenbarte an Silvester erneut seine gefährliche Hilflosigkeit
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Medial wird aktuell zum Teil das Bild einer friedlicheren Berliner Silvesternacht gezeichnet: Weniger Menschen zogen durch die Straßen, mancherorts wurden Feuerwerks-Verbotszonen eingerichtet und die großen Straßenschlachten blieben aus. Doch war der Jahreswechsel in der Hauptstadt wirklich ein kleiner Lichtblick für die kommenden Jahre? Ein genauerer Blick rückt die Ereignisse in ein anderes Licht.
Spätestens seit der Silvesternacht 2022/2023 sollte jedem Berliner bewusst sein, wie schnell ein feierlicher Anlass mancherorts zur Böller-Hölle werden kann. Schon damals gab es gezielten Feuerwerksbeschuss auf Einsatzkräfte der Polizei und auch Sanitäter. Weil die Stadt seitdem jährlich eine Wiederholung der Ereignisse fürchtet, wird zu Silvester ein enormes Polizeiaufgebot aufgefahren. Für Neujahrsfrieden hat das in den Folgejahren nicht gesorgt, dennoch waren auch in diesem Jahr wieder 4.300 Polizisten im Einsatz, darunter auch zusätzliche Kräfte anderer Länder.
Hat das genützt? Die taz vermeldete am Neujahrstag: „Wenigstens nicht wieder ganz so dramatisch“. Der Tagesspiegel schrieb: „Die Silvesternacht verlief weniger dramatisch“, Berlin sei „vergleichsweise ruhig ins neue Jahr gestartet“. Doch was bedeutet „nicht ganz so dramatisch“ oder „weniger dramatisch“ in diesem Zusammenhang überhaupt? Im Kern sollte es in der Beantwortung dieser Frage doch darum gehen, welche Zustände der Staat sich selbst und seinen Bürgern zumutet und wie er mit ihnen umgeht. Betrachtet man die Geschehnisse aus diesem Jahr nach diesen Maßstäben, muss man zu dem Fazit kommen: Es ist nicht „weniger dramatisch“, sondern 5 nach 12.
Vor Mitternacht böllerten überwiegend junge Migranten
Dass es einige mit der Uhrzeit nicht immer besonders genau nehmen, zeigte sich am letzten Tag des Jahres bereits in den frühen Abendstunden. Wie immer wurde nicht erst um Mitternacht, sondern schon einige Stunden zuvor kräftig geböllert. In vielen Stadtteilen waren zu diesem Zeitpunkt vorwiegend junge, oft migrantische Männer anzutreffen, die sich an Feuerwerk aller Art erfreuten. Vereinzelt krachte auch mal ein größerer Böller, die Lage blieb jedoch zunächst übersichtlich.
Das änderte sich jedoch mit der Zeit. Der Alkohol floss, die Feuerwerks-Intervalle wurden immer kürzer und brachen kurz vor Mitternacht dann endgültig los. An vielen Orten der Stadt wurden die pyrotechnischen Gegenstände erneut in Menschenmengen geschossen, etwa im Wedding, in Neukölln oder in der Nähe des Alexanderplatzes. Dort sind zwar Böllerverbotszonen eingerichtet worden, in den umliegenden Bereichen wurde allerdings dennoch wild gezündelt. Am Alexanderplatz wurde die Polizei an der Absperrung zur Verbotszone sogar gezielt befeuert.
Viele Deutsche waren zu diesem Zeitpunkt rund um Alexanderplatz und Co. nicht anzutreffen, nicht wenige feierten lieber in Bars oder in den eigenen vier Wänden – sehr wahrscheinlich auch deswegen, weil es unsicherer geworden ist im öffentlichen Raum.
Um genau dieses Unsicherheitsgefühl überhaupt nicht entstehen zu lassen, gab es ursprünglich das große Polizeiaufgebot. Die Beamten, vielfach schwer behelmt und geschützt, sammelten sich nicht selten in kleinen Gruppen, die im Notfall schnell eingreifen sollten.
Polizei kann die Täter nicht verorten – und wirkt hilflos
Problematisch wurde es allerdings dadurch, dass die Polizei aufgrund der großen Ansammlungen an einigen Plätzen überhaupt nicht verorten konnte, aus welcher Richtung das Feuerwerk abgeschossen wurde – vor allem, wenn es sich nur um einzelne Böller und Raketen handelte. So ließ sich einige Male ebenfalls beobachten, wie die Polizei zwar durch das Feuerwerk aufgeschreckt wurde, die Täter aber nicht identifizieren konnte.
Polizei und Sicherheitskräfte wurden dabei auch immer wieder selbst zum Ziel mancher Randalierer, ähnlich den linken Krawallen anderer Feiertage wie dem 1. Mai. Am Ende zählte die Polizei insgesamt 35 Verletzte, es gab 430 Festnahmen.
Der Unterschied zu linken Randale-Hochtagen wie dem 1. Mai liegt in der Herkunft der Randalierer. Während es dort in der Mehrzahl deutschstämmige „Antifaschisten“ sind, die die Konfrontation mit der Staatsmacht suchen, waren es an Silvester, wie auch schon in den Vorjahren, eben häufig junge Migrantengruppen.
Nicht nur die Sicherheitskräfte wurden dabei vereinzelt zum Ziel dieses „bunten“ Partyvolkes, sondern auch einfache Autos, Busse und sogar Sanitätskräfte in Krankenwagen.
Feuerwerk wurde immer wieder auf dem Gehweg, inmitten anderer Passanten, abgebrannt. So weit, so ungefährlich – eigentlich. Denn wer zwischen den Zündschnüren umherlief, konnte nie genau wissen, ob es sich dabei nur um einen kleinen Brummkreisel handelt oder doch um einen Böller, der in kurzer Entfernung explodiert. Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen? Leider häufig Fehlanzeige.
Eine Familie mit kleinen Kindern, die sich in der Nähe des Alexanderplatzes ihren Weg über die Bürgersteige bahnen musste, zwang dieses Phänomen immer wieder zum Innehalten. Nicht nur Familien: Allen Menschen, die mit den negativen Auswüchsen unserer „bunten“ Gesellschaft noch nicht konfrontiert worden sind und womöglich zum Jahreswechsel eine schöne Zeit in Berlin verbringen wollten, dürfte der „Stop-and-Go“-Zwang endgültig die Illusion eines friedlichen, familienfreundlichen Fests geraubt haben. Ein peinliches Bild, dass die Hauptstadt gegenüber seinen, zum Teil auch internationalen, Gästen abgibt.
Der öffentliche Raum ist verloren
Trotz des massiven Polizeiaufgebotes und angesichts dieser Zustände müssen sich die Verantwortlichen mittlerweile eingestehen, dass der öffentliche Raum für die normale Bevölkerung mittlerweile schlicht verloren ist: Niemand sollte sich der Gefahr aussetzen müssen, potenziell ständig mit Feuerwerksbeschuss zu rechnen, weil Mitmenschen keine Rücksicht nehmen; niemand sollte gezwungen sein, aufgrund der undurchdringlichen Lage ständig das unmittelbare Umfeld scannen zu müssen.
Doch das ist die Realität, wenn man sich an Tagen wie Silvester in Berlin aufhält. Ein reines Hauptstadtphänomen sind die Ausschreitungen aber nicht. In Stuttgart bewies 2020 bereits die örtliche „Partyszene“, bestehend vor allem aus jungen Migranten, welches Eskalationspotential sie im Zweifel aufbringen kann. Damals plünderten die meist jungen Männer Geschäfte, verletzten Polizisten und entluden kollektiv ihre Gewaltphantasien.
Dass sich solche Szenen auch in einer auf Gewalt und Chaos vorbereiteten Hauptstadt immer wiederholen können, hat dieser Jahresbeginn erneut vor Augen geführt. Die Taktiken der Polizei mögen zwar zum Teil erfolgreich sein, das zeigt die Anzahl der Festnahmen. In der Breite können sie die Ablehnung des gegenseitigen Respektes, die Gewaltbereitschaft und fehlende Rücksichtnahme nicht ausgleichen. Diese Mischung sorgt jedoch dafür, dass allen unbescholtenen Bürgern ein öffentlicher Jahreswechsel mittlerweile vielerorts verwehrt bleibt.
Zugegeben: Die Zustände waren nicht in jedem Stadtteil dramatisch. Aber dort, wo die ungeregelte Migration der vergangenen Jahre mit den bereits über Jahrzehnte gewachsenen meist muslimisch-migrantischen Parallelgesellschaften zusammenfindet, wird der Staat seit Jahren vorgeführt. Das ist dann allerdings nicht „weniger dramatisch“, noch weniger ein Lichtblick, sondern schlicht die Bankrotterklärung einer Hauptstadt. Zwei Optionen bieten sich mit dieser Erkenntnis: Entweder die herkunftsbezogene Segregation der Stadt und ihrer Gesellschaft verschärft sich weiter und man akzeptiert möglicherweise, dass mancherorts der Staat seine Schutzpflicht aufgibt, oder man zeigt den Randalierern echte Konsequenzen auf.
Wann es mal wieder ein festlicher Silvester geben könnte? Eine konsequente Abschiebung einiger traumatisierter Böller-Experten würde die Lage vermutlich schon einmal entspannen.
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