Demonstration wird zur Kalifats-Show: Hamburger Islamisten stellen Nancy Faeser bloß
Raheem Boateng kommt am Steindamm in Hamburg auf seine Show an. Als er die Kameras um ihn herum erblickt, lächelt er geschmeichelt. Zeigt sich den Medien. Man merkt sofort: Dieser Mann fühlt sich wie ein Islamisten-Popstar – er genießt die Bühne.
Er ist der Anführer der Islamisten-Gruppe „Muslim Interaktiv“, die aus der islamistischen Hizb-ut tahir-Bewegung stammt. Und er hat nun ganz gezielt für etwas weniger Aufsehen bei der Demonstration am Samstag gesorgt. Denn das letzte Mal wurde ein Kalifat in Deutschland gefordert, Hunderte riefen Allahu Akbar, streckten den Islamismus-Finger in die Höhe und hetzten gegen Israel.
Diesmal gab es nur einzelne „Allahu Akbar“-Rufe. Eins, zwei Männer, die für wenige Sekunden den Islamisten-Gruß reckten. Auf den Schwarzen-Fahnen stand diesmal nicht die Schahada (islamische Glaubensbekenntnis) als Anmutung zu radikalen Flaggen, sondern: leere. Auch radikale Plakate brachten die Teilnehmer nicht mit. Stattdessen verteilten die islamistischen Hintermänner von „Muslim Interaktiv“ Plakate mit der Aufschrift „verboten“ oder „zensiert“.

Stand Samstag auf der Bühne am Steindamm in Hamburg: Muslim Interaktiv-Chef Raheem Boateng (25).
Grund: Nach derselben Islamisten-Demonstration von vor zwei Wochen erfolgten nun knallharte Auflagen: keine Kalifat-Forderungen, keine Leugnung des Existenzrechts Israels, keine Geschlechtertrennung.
Muslim Interaktiv 2:0 Nancy Faeser
Samstagmorgen noch drohte Innenministerin Nancy Faeser (SPD) den Islamisten, ihren Protest schnell aufzulösen. Die Auflagen würden ein „sofortiges hartes Einschreiten“ ermöglichen, „wenn aus der Demonstration heraus aggressiv nach einem Kalifat in Deutschland gerufen wird und wenn das Existenzrecht Israels geleugnet oder gegen Juden gehetzt“ werde.
JETZT setzten die Islamisten gezielt und nahezu professionell auf Deeskalation. Doch sie ist nur geschauspielert. In Wirklichkeit war diese Demonstration alles andere als harmlos – sie war erneut eine Machtdemonstration. Besonders, wenn man genauer hinschaut und hinhört.

Teilnehmer der Islamisten-Demonstration hielten Schilder hoch mit der Aufschrift „zensiert“.
Das Ziel: Die Hamburg-Islamisten wollten dem deutschen Rechtsstaat und der deutschen Innen-Chefin keinen Anlass geben, damit sie die Demo auflösen können. Sie wollten die Kontrolle über die Demonstration überwiegend behalten: und dies ist ihnen erfolgreich gelungen. Sie wollten demonstrieren: wenn sie ihre Kalifats-Ziele erreichen wollen, wären sie dafür legalistisch – in allen möglichen Grauzonen des Rechtsstaates – in der Lage.
Dass an dem Protest am Samstag ein Exempel statuiert wird, haben die Islamisten verhindern können. So kann Nancy Faeser am Sonntag keiner Zeitung ein Zitat geben, in der sie betonen würde, wie hervorragend und schnell die Polizei die heikle Islamisten-Demo aufgelöst habe. Damit steht es zwei zu null für die Hamburg Islamisten.
Die versteckte Forderung nach einem Kalifat
Zu Beginn gab es eine Blitz-Ansprache von der Polizei an Anführer Raheem Boateng. Doch als dieser seine Rede hielt, merkten die Behörden offenbar nicht, dass er einen Auflagen-Verstoß beging. Die Polizisten schritten NICHT ein, beendeten nicht die Demonstration. Boateng hat SO geschickt seine islamistischen Argumente herunter geschwurbelt, dass er die Sicherheitsbeamten austrickste.
Sein brisanter Satz: „Das einzige, was für uns zählt, ist, dass die Menschen, ob Muslime, Christen oder Juden, ihre Rechte und Pflichten kennen und sie achten. Das ist es, wovon wir sprechen, wenn wir sagen, das Kalifat ist die Lösung, weg vom Zionismus, vom arabischen Nationalismus, vom Faschismus, und hin zu einer Rechtsgemeinschaft, die den unterschiedlichen Überzeugungen Rechnung trägt.“
Zuvor sagte er auch: „Wir haben es gewagt, über das Kalifat zu sprechen, über das Kalifat als Lösung für den Nahen Osten als Lösung für eine Weltreligion, in der dieses Kalifat 1300 Jahre lang Manifest war.“
Im Klartext: Zionismus soll in der arabischen Welt durch ein Kalifat ersetzen werden. Der Islamisten-Anführer forderte also erneut ein Kalifat – nur diesmal eben durch die Blume.
Islamisten hatten Kontrolle über die Teilnehmer
Zudem hatte die Islamisten-Gruppe volle Kontrolle über ihre tausenden Teilnehmer! Fast alle hielten sich an fast ALLE Auflagen. Denn: Das gaben die Akteure detailliert im Vorhinein vor. Auch riefen Sie im Chor immer wieder stimmhaft „amin“, was im islamischen Sprachgebrauch als „so möge es Allah annehmen und geschehen lassen“ verstanden wird.
Aufgrund der Auflage, dass Geschlechtertrennung auf dem Aufmarsch verboten ist, kamen nur sehr wenige Frauen. Die meisten blieben zuhause, denn es wird ihnen von den Islamisten nicht erlaubt, sich unter die teilnehmenden Männer zu mischen.

Diesmal waren nur wenige Frauen auf dem Islamisten-Aufmarsch anwesend.
Auch wenn man als Journalist mit den Teilnehmern ins Gespräch kommen wollte, kam die Islamisten-Kontrolle ins Spiel. Wenn Protestierer gerade etwas in das NIUS-Mikrofon sprachen, kamen Akteure von „Muslim Interaktiv“ und unterbrachen das Interview. Oder Teilnehmer sagten sofort von sich aus: „Wir dürfen nicht mit euch sprechen“. Heißt: Die Islamisten bestimmen über die Mündigkeit ihrer Anhänger.
Mehr noch: Die Einschüchterung ist am ganzen Hamburger Steindamm spürbar. Ladenbesitzer und Anwohner – oft selbst Muslime – trauen sich nur, ihre Meinung zu den Islamisten-Aufmärschen zu sagen, wenn die NIUS-Kamera AUS ist. Zu groß ist ihre Angst, dafür mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Sie wollen nicht ihre Kunden verlieren oder auf der Straße bedroht werden, erklären sie.
Wer steckt hinter der Islamisten-Show?
Und die Islamisten versuchen die Medien mit ihrer Deeskalations-Show unter eine Art Kontrolle zu bekommen. Sie versuchten weitgehend, sich nicht angreifbar zu machen, damit die Medien nicht über sie knallhart berichten können. Teilnehmer lachten spöttisch über Journalisten. Über eine NIUS-Reporterin wurde zum Beispiel laut lachend aus der Menge gesagt: „Schau dir mal die an, jetzt hat die arme nichts mehr, was sie fotografieren kann – kein Schild, nichts. Sie kann nur eine leere schwarze Flagge fotografieren.“

Raheem Boateng zeigt während seiner Rede den Islamisten-Gruß.
Nach der Rede von Boateng: ist die Veranstaltung schon abrupt beendet. Er geht von der Bühne. Kein Statement. Kein Wort zur Presse. Selbst die bekannte ZDF-Journalistin Dunja Hayali lässt er abblitzen. „Alles Gute“, sagt er zu ihr völlig trocken. Raheem Boateng steigt in seinen weißen Porsche Macan und lächelt erneut verschmitzt.
Der Show-Protest wirft vielmehr noch mehr Fragen auf: Ist der 25-jährige Lehramtsstudent Boateng wirklich DER Anführer von Muslim Interaktiv – oder ist er bloß ein Strohmann, hinter dem mächtigere Islamisten stecken? Verdient er mit seiner Sekten-Gruppe Geld – wird er dafür von islamistischen Organisationen bezahlt?
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