Der große Traum vom Links-Bündnis: Wagenknecht ist Habecks historische Chance aufs Kanzleramt
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Alle Augen ruhten heute auf ihr: Sahra Wagenknecht.
Die rote Sahra, die ihre Linke zu Grabe trägt und eine neue Partei beschwört: Schluss mit den Lifestyle-Linken, die sich ums Gendern und Klima kümmern, endlich wieder eine linke Partei, die sich um die real existierenden Sorgen der Menschen kümmert.
Vernunft lautet das Zauberwort von Wagenknecht. Wobei sich Vernunft und Sozialismus – Wagenknecht steht in der Selbstwahrnehmung für beides – streng genommen ausschließen.
In jedem Fall hat Wagenknecht eine Marktlücke im Berliner Machtzirkus erkannt, und die lautet: Politik für die Mehrheit denken. Den Alltag der Menschen verstehen, nicht verkomplizieren.

Diese Truppe verkündete am Montag, was längst schon alle wussten: Die Wagenknecht-Partei kommt
Das Gegenmodell zu dieser Politik hat auch ein Gesicht in Deutschland: Robert Habeck, der Mann, der mit seinen Heizkeller-Phantasien erst das Volk gegen sich aufgebracht und dann fast die Ampel-Regierung gesprengt hat.
Und genau dieser Robert Habeck könnte zum großen Profiteur der Wagenknecht-Partei werden. Wagenknecht ist gewissermaßen Habecks historische Chance auf das Kanzleramt.
Vergessen Sie das aktuelle Umfrage-Tief aller Ampel-Parteien. Wenn im nächsten Bundestag statt der Links-Partei auf einmal eine koalitionsfähige Wagenknecht-Partei ohne SED-Vergangenheit sitzt, könnte Habeck als erster grüner Kanzler in die Geschichte eingehen.
Der Dreiklang für das Links-Bündnis
Dafür braucht er drei Dinge. Erstens müssen seine Grünen vor der SPD ins Ziel laufen. Zweitens kann die Union sogar stärkste Partei werden, aber der Abstand muss zu Platz 2 schmelzen. Und drittens muss Wagenknecht der AfD die Wähler abjagen.
Dieser Dreiklang – Grüne stark, Union schwach, starke Wagenknecht schwächt AfD – könnte Habeck an die Spitze eines Links-Bündnisses ins Kanzleramt katapultieren: Grüne, SPD und die Wagenknecht-Partei, unter welchem Namen auch immer sie dann antritt.
Parteitaktisch ist die Wagenknecht-Gründung extrem spannend: Am linken und rechten Rand des Bundestags sitzen aktuell jeweils zwei Parteien, die in ihren Lagern jeweils nicht anschlussfähig sind. Bei der AfD wird sich das Stand jetzt nicht ändern. Rutscht Wagenknecht auf die Stühle der Links-Fraktion, ändert sich dieses Gleichgewicht auf der linken Seite – dann stehen drei bündnisfähige Links-Parteien gegen zwei bürgerliche Parteien und die AfD.

Wie verändert die Wagenknecht-Partei die Parteienlandschaft?
Dass Wagenknecht nicht bedeutungslos als Schrei-Kreisch-Alarm-Bande am linken Rand versauern will, hat sie in der Emma deutlich gemacht. „Ich würde auch gerne eines Tages sagen können: Ich habe politisch dieses und jenes real bewirkt. Bisher war ich ja immer in der Opposition. Real Macht zu haben und etwas umsetzen zu können, das ist natürlich etwas ganz anderes.“ Wagenknecht will „real Macht“ haben – dafür braucht sie Partner. Die wird sie rechts der SPD nicht finden.
Wagenknecht will regieren. Habeck will Kanzler werden. Die SPD will nicht bedeutungslos werden. Da könnte zusammenwachsen, was zusammengehört.
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