„Der Holocaust auf Ihrem Teller“: Das steckt hinter der veganen Antifa
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Vorletzten Sonntag versammelten sich Tausende von Menschen in der Essener Innenstadt zu einer Demo unter dem Motto: „Zusammen gegen Rechts“. Mit dabei: die vegane Antifa. Die exzentrische Bewegung ist in der Vergangenheit schon mehrmals durch Holocaust-Vergleiche und durch die Verbreitung von antisemitischen Narrativen aufgefallen.
Als am 18. Februar in Nordrhein-Westfalen eine der unzähligen Demonstrationen „gegen Rechts“ stattfand, reihten sich neben Bürgern mit Plakaten, die Björn Höcke als Nazi stilisiert zeigten oder Aufschriften der Widerstandsbewegung in der NS-Zeit wie „Nie wieder“ trugen und damit automatisch den Holocaust relativierten, auch Aktivisten der veganen Antifa in den Demonstrationszug ein.

Die vegane Antifa am 18. Februar bei einer Demo „gegen Rechts“ in Essen.
„Der Holocaust auf Ihrem Teller“
Dass auch vegane Antifaschisten den Holocaust für ihre eigenen politischen Zwecke instrumentalisieren, ist kein neues Phänomen. Bereits vor zwanzig Jahren empörte die Tierrechtsorganisation PETA mit einer Ausstellungstour mit dem Titel „Der Holocaust auf Ihrem Teller“. Die Prämisse der Werbekampagne: Die Massentierhaltung sei wie der Holocaust. Dies verdeutlichte auch ein Plakat der Kampagne, das einen KZ-Häftling neben einem Schlachtvieh zeigt, mit der Überschrift: „Zwischen 1938 und 1945 starben 12 Millionen Menschen im Holocaust. Genau so viele Tiere werden für den menschlichen Verzehr jede Stunde in Europa getötet“.

Die umstrittene „Der Holocaust auf Ihrem Teller“ Kampagne
Nachdem mehrere Holocaust-Überlebende gegen die Ausstellung geklagt hatten, wurde sie 2009 verboten, 2012 wurde das Urteil sogar durch den Europäischen Gerichtshof bestätigt. Aber PETA kann es nicht lassen. Nur zwei Jahre später, im Jahr 2014 ging die Tierschutzorganisation mit einer neuen fragwürdigen Kampagne an die Öffentlichkeit: 2014 teilte PETA auf Facebook ein Bild eines Schweinetransports mit folgendem Zitat des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King: „Vergesst niemals, dass alles, was Hitler in Deutschland getan hat, legal war.“

Auch in dieser Werbekampagne vergleicht die Tierrechtsorganisation PETA die Massentierhaltung mit der Ermordung von über 6 Millionen Juden
Der antisemitische Schulterschluss zwischen Extinction Rebellion und PETA
Als der Ehrenvorsitzende der AfD Alexander Gauland die Ermordung von 6 Millionen Juden im Holocaust durch Nationalsozialisten in einer Rede vor sechs Jahren als „Vogelschiss“ in der Geschichte Deutschlands betitelte, wurde er dafür vor allem von linken Aktivisten auf Social Media hart kritisiert und verurteilt. Einer der Mitgründer der Gruppe „Extinction Rebellion“, der die vegane Gruppierung Animal Rebellion angehört, machte allerdings einen nahezu identischen Vergleich: Er nannte den Holocaust einen weiteren „Quatsch in der Menschheitsgeschichte“ und verglich sich in einem Spiegel Interview sogar mit Mitgliedern der Weißen Rose.
Auch wenn Extinction Rebellion sich von Hallam distanziert hat und betont, dass sie den Wert von Menschenleben nicht relativieren würden, gibt es immer wieder gemeinsame Auftritte der veganen Antifa Aktivisten von Animal Rebellion und PETA, letztere haben sich nie öffentlich für die Holocaust-Vergleiche entschuldigt.

„Wir sagen danke an Peta Deutschland für die Orga der Demo“ schreibt die Gruppierung Animal Rebellion Bayern unter einem Post zu einer Demo gegen einen Kälbermarkt. Die Grenzen zwischen den beiden Organisationen sind fließend.
Diverse Mitglieder von Extinction Rebellion oder Animal Rebellion sind gleichzeitig bei PETA aktiv, so auch die PETA Fachreferentin Scarlett Treml. In einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten gab sie an, sowohl für Animal Rebellion als auch für PETA aktiv zu sein.
Der Hass gegen Israel vereint sie
Das Problem bei der veganen Gruppierung Animal Rebellion liegt aber nicht nur in ihren antisemitischen Skandalen und ihrem Schulterschluss mit einer Organisation wie PETA, sondern auch in ihrer Verbindung zu anti-israelischen Netzwerken.

Die vegane Untergruppierung Animal Rebellion der radikalen Klimabewegung Extinction Rebellion auf einer anti-israelischen Demonstration.
Auch diverse andere vegan-antifaschistische Gruppierungen fühlen sich durch ihren Hass auf Israel vereint, so zum Beispiel die Gruppierung „Marxismus und Tierbefreiung“, die auf ihrer eigenen Website angibt, dass es ihr Ziel sei, einen Sozialismus zu erreichen, durch den „die Arbeiterklasse, die Tiere und die Natur befreit werden“. Neben Artikeln über Tierrechte finden sich auf der Internetseite der Gruppierung außerdem vor allem geballter Israelhass und pro-palästinensische Propaganda.

„Besatzungspolitik und Veganismus sind unvereinbar. Dieses Bild teilte die vegane Antifa Gruppe „Marxismus und Tierbefreiung“ auf ihrem Blog.
Auf der Internetseite einer anderen großen veganen Antifa Bewegung findet sich ein ähnliches Bild. Auch die Tierrechtsgruppe Zürich betreibt Etikettenschwindel, denn statt um Tierrechte geht es hier vor allem darum, „die Ursachen der kapitalistischen Ausbeutung und Zerstörung zu verstehen und Lösungsstrategien dagegen zu entwickeln“. Auch diese Gruppierung lehnt den Staat Israel ab, fordert einen Ausstieg aus der NATO und teilt die Ideen von Lenin und Marx. Außerdem solidarisiert sich die Gruppe öffentlich mit Manal Tamimi, einer bekennenden Judenhasserin, die auf Social Media Morde an Israelis feiert und eine dritte Intifada fordert.

Auf ihrer Website solidarisierte sich die Tierrechtsgruppe Zuerich mit der radikalen Israelhasserin Manal Tamimi
Holocaust-Vergleiche und antisemitische Narrative polarisieren auch bei bürgerlichen Veganern
Immer wieder polarisieren vegane Aktivisten mit fragwürdigen Aussagen zum Holocaust. So antwortete die bekannteste Veganerin Deutschlands, Raffaela Raab, in der Sendung Talk im Hangar 7 auf die fiktive Aussage „Es sind doch nur Tiere“: „Das kann man auch mit der menschlichen Sklaverei oder dem Holocaust vergleichen. (…) Das sind doch nur Juden, hat man damals gesagt.“ Außerdem gäbe es laut Raab Gaskammern in der Massentierhaltung, die man mit Konzentrationslagern in der NS-Zeit vergleichen könne.

In einem Interview mit Oe24 hielt ein Anhänger der bekanntesten Veganerin Deutschland ein Plakat mit der Aufschrift: „Wacht auf! Stoppt den Tierholocaust! Leb vegan! In die Kamera
Doch warum werden antisemitische Vergleiche von veganen Aktivisten so überproportional oft genutzt? Laut dem Gewaltforscher Marcel Sebastian hat die Tierrechtsbewegung ein „stark simplifiziertes Bild des Holocaust“. In einem Interview mit der Schweizer Tierrechtsorganisation „Tier im Fokus“ beschreibt der Soziologe, dass Tiere vor allem als Instrument genutzt werden, um „Jüdinnen und Juden zu entwerten. Das haben schon die alten Nazis gemacht, und die Neuen machen es weiterhin.“
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