Der wahre Architekt des israelischen Sieges über die Hamas heißt Benjamin Netanyahu
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In dieser Woche hat die Terrororganisation Hamas die letzten noch lebenden israelischen Geiseln freigelassen. Im Gazastreifen herrscht inzwischen ein angespannter Waffenstillstand, der nur noch durch Kämpfe zwischen palästinensischen Clans und der Hamas, die um die Vorherrschaft im Gazastreifen ringen, unterbrochen wird. Aber der Krieg zwischen Israel und der Hamas ist vorbei. Das ist ein riesengroßer Erfolg. Das ist die glücklichste Entwicklung im ewigen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern seit dem israelisch-ägyptischen Friedensabkommen von 1979 und dem Abraham-Abkommen aus dem Jahr 2020.
Im Schatten der Trumpschen Sonne
Ein strahlender Donald Trump ist am Montag dieser Woche nach Israel gereist und hat in der Knesset, dem israelischen Parlament, verkündet: „The war is over. Israel has won all that can be won by force of arms. This is the dawn of a new Middle East, a new era of hope, harmony and opportunity.“ (Der Krieg ist vorbei. Israel hat alles gewonnen, was durch Waffengewalt zu gewinnen war. Dies ist der Anbruch eines neuen Nahen Ostens, einer neuen Ära der Hoffnung, Harmonie und Chancen.) Der amerikanische Präsident neigt zu verbalem Überschwang, aber wenn er recht hat, hat er recht. Und diesmal hat er recht: Israel hat auf dem Schlachtfeld alles gewonnen, was dort zu gewinnen war, und das, was jetzt beginnt, könnte der Anbruch eines neuen Zeitalters im Nahen Osten sein.
Trump ist – und diese Aussage schmälert seine Erfolge keineswegs – ein glänzender Selbstdarsteller, ein Mix aus Politiker, Showmaster, Schauspieler, Manager und Oberbefehlshaber, wie es sonst auf der Welt keinen gibt und wie es auch in Amerika seit Teddy Roosevelt (26. Präsident der Vereinigten Staaten 1901–1909, Entdecker, Abenteurer, Großwildjäger, Kavalleriekommandeur, Autor, Historiker) keinen mehr gab. Große Charaktere prägen Geist, Zeit und Geschichte. So auch Trump. Wo der hintritt, wächst kein Gras mehr, wen Trump umwirft, der steht nicht mehr auf, und worauf sein Schatten fällt, das verschwindet im Dunkel der Geschichte.

Entdecker, Abenteurer, Großwildjäger, Kavalleriekommandeur, Autor, Historiker und 26. Präsident der Vereinigten Staaten: Theodore „Teddy“ Roosevelt Jr.
Trumps Machtwort war wirksam – die harte Arbeit aber hat Netanyahu gemacht
So ist es in diesem Konflikt dem israelischen Premierminister Benjamin (Bibi) Netanyahu gegangen. Der stand zwar in der Knesset die ganze Zeit neben Trump, war aber, verdeckt durch die Trumpsche Sonne, neben ihm kaum zu sehen. Am dieswöchigen Friedensgipfel in Ägypten, an dem so große Staatsmänner wie Friedrich Merz und Recep Tayyip Erdoğan teilnahmen, die den Gaza-Krieg praktisch im Alleingang beendet haben, durfte Netanyahu erst gar nicht teilnehmen, weil insbesondere die Türkei dies nicht wollte. Dabei hat nicht Trump (geschweige denn Merz oder Erdoğan), sondern Benjamin Netanyahu die wirklich harte Arbeit geleistet, die zur Rückgabe der Geiseln und dem Schweigen der Waffen im Gazastreifen führte.
Trump hat in einem komplexen, vielschichtigen und diffizilen Konflikt im Vertrauen auf die amerikanische Militärmacht mit einem Machtwort an alle Parteien einen zweijährigen Konflikt beendet – aber alle Vorleistungen dafür kamen vom israelischen Volk, den israelischen Streitkräften (IDF) und der israelischen Regierung unter Netanyahu.
Seit dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 bis heute sind 921 israelische Soldaten gefallen, wurden 805 Zivilisten getötet und 126 Geiseln ermordet – in Summe haben rund 2.000 Menschen ihr Leben verloren. Während dieser Zeit wurden von Hamas, Hisbollah, dem Iran und den jemenitischen Huthis insgesamt 25.000 Raketen, Drohnen und Mörsergranaten auf Israel und seine Zivilbevölkerung abgefeuert. Die Militärausgaben des Staates Israel von 2023 bis 2025 betrugen in Summe 130 Milliarden Euro, was in den drei Jahren seit Beginn des Konflikts jeweils sieben bis acht Prozent des israelischen Bruttoinlandsprodukts ausmacht. (Zum Vergleich: Damit entsprechen Israels Militärausgaben von rund 45 Milliarden Euro pro Jahr denen des viel, viel größeren Japans.) Der Fakt, dass die USA Israel von 2023 bis 2025 mit Militärhilfe im Wert von etwa 31 Milliarden Euro unterstützt haben, verringert Israels enormen Aufwand nicht im Geringsten. Israel hat also den Sieg über die Hamas – und so ganz nebenbei auch über die libanesische Hisbollah und den Iran – mit einem extrem hohen Preis erkauft, der Land und Menschen auf Jahre und Jahrzehnte hinaus prägen und belasten wird.
Aber dieser Sieg Israels über den palästinensischen Terror hat eine lange Vorgeschichte, die ohne Benjamin Netanyahu nicht denkbar wäre. Netanyahu ist seit Jahrzehnten ein vehementer Gegner eines eigenen palästinensischen Staates und ein – allerdings gemäßigter – Befürworter der israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland. Er behauptet seit jeher, die Ursache des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern sei nicht die Frage eines eigenen Palästinenserstaates, sondern die Anerkennung des Existenzrechts des israelischen Staates durch Araber und Palästinenser. Netanyahu hat bereits in den 1990er-Jahren zutreffend darauf hingewiesen, dass Israels größter Feind der Iran ist – und nicht Syrien oder das Libyen unter Gaddafi –, weshalb er den amerikanisch-iranischen Vertrag der Obama-Regierung über eine vermeintlich friedliche Nutzung der Atomenergie durch den Iran stets abgelehnt hat. Und es war Netanyahu, der bereits vor Jahren Szenarien für einen israelischen Erstschlag gegen den Iran ohne Einbeziehung der Amerikaner entwickeln ließ.

Trumps Machtwort war wirksam – die harte Arbeit aber hat Netanyahu gemacht.
Politik der kompromisslosen Stärke
Netanyahu vertritt mit einem Wort seit Jahrzehnten eine Politik, die sagt: Die Lösung des Nahostkonflikts besteht nicht in der Rückgabe von Gebieten durch Israel, einer Rückkehr zu den Grenzen von 1967 und einem Palästinenserstaat, sondern in einem militärisch starken, politisch souveränen und wirtschaftlich erfolgreichen Israel, das sich auch ohne ausdrückliche Beteiligung und Billigung durch die USA gegen seine Feinde durchsetzen kann.
Diese Politik einer kompromisslosen Stärke, die Netanyahu seit Jahrzehnten ebenso vertritt wie praktiziert, ist der wahre Grund dafür, dass Israel Hamas und Hisbollah unterworfen, den Iran in einem Kurzkrieg besiegt und mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain im Rahmen des Abraham-Abkommens 2020 einen friedlichen Dialog begonnen hat.
Israel steht heute, nach dem Ende des Gaza-Krieges, so stark und souverän da wie nie zuvor. Und diese starke Stellung sowie die jahrzehntelangen Vorarbeiten, die dafür erforderlich waren, sind der eigentliche Grund, warum die Hamas die Geiseln zurückgegeben hat, der Gaza-Krieg beendet ist und Donald Trump vom Anbruch eines „goldenen Zeitalters“ sprechen kann.
Denn: Die Hamas hat keineswegs freiwillig aufgegeben, sondern auf ganzer Linie kapituliert, weil sie militärisch besiegt, finanziell am Ende, innenpolitisch delegitimiert und regional isoliert war. Und mit dem besiegten Iran hatte die Terrororganisation auch noch ihren wichtigsten Sponsor verloren. Die Hamas hat zwar bei den Linken der Welt, bei der BBC und unserem öffentlich-rechtlichen Rundfunk den Propagandakrieg gegen Israel gewonnen, den bewaffneten Krieg auf dem Schlachtfeld aber verloren. Am Ende des Tages zählen jedoch nicht die Propagandasiege, sondern die Erfolge in der Kampfzone.

Vor der Unterzeichnung der „Abraham Accords“: US-Präsident Donald Trump, Israels Premierminister Benjamin Netanyahu, der Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Internationale Zusammenarbeit der Vereinigten Arabischen Emirate, Sheikh Abdullah bin Zayed Al Nahyan, und der Außenminister Bahrains, Dr. Abdullatif bin Rashid Al Zayani (v. l. n. r.)
Warum die Hamas den Gaza-Krieg verloren hat
Im Einzelnen sind die Gründe dafür, warum die Hamas den Gaza-Krieg verloren hat, die folgenden:
- Enthauptung der Führung selbst in ihren sichersten Rückzugsgebieten: Der kühne israelische Angriff auf Hamas-Führer in Katar und die gezielte Tötung aller wichtigen Hamas-Führer (selbst in Teheran) demonstrierten, dass die Hamas-Führung nirgendwo mehr sicher war. Dieser Schlag signalisierte, dass Israel nicht nur im Gazastreifen, sondern weltweit auf die vollständige Eliminierung der politischen und militärischen Spitze abzielte.
- Austrocknung der Einnahmen: Israel hat die Hamas von ihren ausländischen Geldgebern abgeschnitten, den Verkauf von Hilfsgütern durch die Hamas an die Bevölkerung von Gaza unterbunden und Banken sowie Geldautomaten im Gazastreifen zerstört, was dazu führte, dass die Terroristen ihre eigenen Kämpfer nicht mehr bezahlen konnten.
- Militärischer Schlag gegen den Hauptsponsor Iran und die Hisbollah im Libanon: Durch gezielte Operationen gegen diese und gegen die jemenitischen Huthis schwächte Israel die „Achse des Widerstands“. Dies entzog der Hamas die notwendige militärische und logistische Rückendeckung.
- Zermürbungsstrategie: Die intensive und langwierige Boden- und Luftoffensive Israels in Gaza führte zu massiver Zerstörung und hohen Verlusten. Dieser erbarmungslose militärische Druck zielte darauf ab, die Hamas zur bedingungslosen Kapitulation zu zwingen, indem ihre militärische Infrastruktur, Kommandostrukturen und Tunnelnetzwerke zerstört wurden.
- Offener Aufstand der eigenen Bevölkerung gegen die Hamas: Nach zwei Jahren Krieg, über 67.000 Toten und totaler Zerstörung wandten sich viele Palästinenser in Gaza offen gegen die Hamas. Selbst frühere Unterstützer warfen der Organisation vor, den Krieg ohne klares Ziel begonnen, keine Vorräte an Lebensmitteln oder Medikamenten angelegt und die Menschen schutzlos dem Elend ausgeliefert zu haben. Immer mehr Bewohner des Gazastreifens forderten, die Hamas solle endlich Trumps Friedensplan annehmen – selbst wenn er unvollkommen sei –, damit Blutvergießen, Hunger und Vertreibung endlich enden.
Das in Summe sind die Gründe, die zum Untergang der Hamas geführt haben. Und die Grundlage dafür waren in erster Linie die militärischen Aktionen der israelischen Streitkräfte sowie die Sonderoperationen des Mossad (Auslandsgeheimdienst) und des Shin Bet (Inlandsgeheimdienst). Aber in einem demokratischen Land können Militär und Geheimdienste nur das ausführen, was gewählte Politiker zuvor autorisiert und bewilligt haben. Und bewilligt, autorisiert und in Teilen auch geplant wurden alle Aktionen von Militär und Geheimdiensten durch Netanyahu und sein Kriegskabinett.

Islamistische Hamas-Terroristen betrauern ihre toten Kameraden.
Durchgehalten und dem unerbittlichen internationalen Druck widerstanden
Netanyahu und seine Koalitionsregierung haben außerdem dem massiven internationalen Backlash widerstanden, mit dem Israel seit dem Überfall der Hamas konfrontiert war. Netanyahu und sein Kabinett mussten sich von Freunden, Feinden und der versammelten Weltpresse erklären lassen, dass ihr Vorgehen im Gazastreifen militärisch falsch, politisch inakzeptabel und juristisch kriminell sei, dass ihr Militär bald am Ende wäre und alles genauso enden würde wie die erste und zweite Intifada (1987–1993 und 2000–2005) in Gaza, als die Israelis tausende Tote zu beklagen hatten, aber nichts erreichten. Netanyahu und sein Verteidigungsminister Yoav Gallant mussten sich eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag erwehren, eine Klage Südafrikas ebendort abschmettern und im UN-Sicherheitsrat wie auch in der UN-Vollversammlung eine israelfeindliche Resolution nach der anderen über sich ergehen lassen – und zu allem Überdruss auch noch miterleben, dass UN-Generalsekretär António Guterres sich auf Artikel 99 der UN-Charta („unmittelbare und schwere Bedrohung für den Weltfrieden“) berief, was seit 1989 nicht mehr geschehen war. Und Netanyahu musste ebenso wie das gesamte jüdische Volk und auch die jüdische Diaspora mit einer Welle von Judenhass in Zeitungsredaktionen, Medienhäusern, Rundfunkanstalten auf der Welt zurechtkommen – vom Antisemitismus an amerikanischen, britischen und deutschen Universitäten gar nicht zu reden.
Die meisten anderen Politiker wären unter dieser unerbittlichen Belastung zusammengebrochen. Sie hätten entweder alles hingeworfen, oder wären zurückgetreten, oder hätten sich durch einen Rücktritt und darauffolgende Neuwahlen aus der Verantwortung geschlichen. Aber Netanyahu und sein Kabinett, das während des Gaza-Krieges mehrmals erweitert und umgebildet wurde, haben durchgehalten, den Krieg zu einem guten Ende gebracht und einen großartigen Sieg davongetragen.
Das ist eine der größten politischen Leistungen in diesem noch jungen Jahrhundert – und das Beste, was Israel seit dem Gewinn des Sechstagekrieges (5.–10. Juni 1967) passiert ist.
Trotzdem ist es vollkommen in Ordnung, dass Donald Trump nun diesen Sieg auch für sich reklamiert und daran mindestens die halbe Urheberschaft beansprucht. Denn auch ein militärisch gewonnener Krieg ist immer nur so gut wie der Friede, der ihm folgt. Und hier haben Trump und seine Regierung Maßgebliches geleistet. Team Trump hat in einem letzten, radikalen Versuch die Ziele der ältlichen Hamas-Führer, die ihre Tage in Katar fern von Hunger, Tod und Krieg verbringen, die Türken, die der Hamas bis zuletzt Rückzugsräume boten, jetzt aber um ihren internationalen Ruf besorgt waren, und den stets skeptischen Netanyahu mit seinem gespaltenen Kabinett unter einen Hut gebracht – und daraus einen Kompromiss geschmiedet, der in einen fragilen Frieden mündete, der bis jetzt hält.
Allein das ist eine große Leistung – die aber ohne die jahrzehntelange Sicherheitspolitik Netanyahus und seiner Likud-Partei nie möglich gewesen wäre.
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