Die Grenzen sind offen, die Politik hat leider geschlossen
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„Unsere Entschlossenheit wächst“, hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach dem Anschlag von München gesagt. Ein Satz, der vor allem eines ist: hilflos und folgenlos.
Deutschland geht in diesen Tagen durch eine blutige Serie von Anschlägen, deren Wurzel eine völlig aus dem Ruder laufende Migration ist. Alle Fünf-, Zehn- oder Zwanzig-Punkte-Pläne sind gemacht, alle Bundestagsdebatten sind geführt, Trauer und Ergriffenheit der Politik gehen von glaubwürdiger Andacht zu hohler Serienfertigung über.
Jetzt wird erst mal gewählt, dann sehen wir weiter
„Am ersten Tag im Amt des Bundeskanzlers werde ich im Wege der Richtlinienkompetenz ...“, hat Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) gesagt. Wenn es schlecht läuft, wird er bis dahin noch mehrfach an Tatorten mit Kerzenmeer und niedergelegten Teddys stehen. Jetzt wird erst einmal gewählt, dann kommen Koalitionsgespräche, und dann legen wir auch gleich los.
Die Grenzen sind offen, und die Politik hat leider bis auf Weiteres geschlossen.

Während das Land in der tiefsten Krise steckt, bleibt der Bundestag leer.
Wenn schon Menschen nicht gerettet werden, dann wenigstens das gescheiterte Weltbild
„Wir dürfen uns jetzt nicht spalten lassen“, sagt Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), ein Spruch, der so schal geworden ist, dass man speien möchte. Wer oder was spaltet denn?! Als könnte es zu mörderischen Anschlägen zwei Meinungen geben. Und die Union glaubt ernsthaft, sich aussuchen zu können, welche Parteien mit ihr die Grenzschließungen beschließen sollten. Eine Szenerie, so bizarr wie blutig.
Wann immer ein Migrant wieder zugeschlagen hat, demonstrieren am Abend Tausende dafür, ihr gescheitertes Weltbild behalten zu dürfen und nicht korrigieren zu müssen. Wenn die Realität die vermeintlich Falschen bestätigt, liegen die Falschen womöglich richtig.
Wenn wieder eine Eilmeldung über die Ticker läuft, haben die Redaktionen die Details schon auf Vorrat: Regelmäßig sind die Täter der Polizei bekannt, regelmäßig waren sie schon lange auffällig, regelmäßig hätten sie überhaupt nicht (mehr) hier sein dürfen. Merkste selbst, würde man jedem Kumpel zurufen, nur die deutsche Politik hat leider Dienstschluss bis demnächst und bedankt sich bis dahin bei den Einsatzkräften, die sich nach Kräften dafür einsetzen, die Blutspuren der Einzelfälle zu beseitigen.
Mannheim, Solingen, Magdeburg, Aschaffenburg, München ... – die deutsche Städtekarte färbt sich rot. Ein Land reitet sich zuschanden. Politik verspielt den letzten Kredit und beklagt Verdrossenheit. Läuft.
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