Kriegserklärung der Ampel an die Arbeitnehmer: Renten-Reform sorgt für deutlich weniger Netto ab 2028
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- Als große „Renten-Revolution“ (Bild-Zeitung) werden die Reform-Pläne der Ampel-Regierung bezeichnet.
- Tatsächlich will die Regierung sich an den Kapitalmarkt annähern, doch nimmt dafür nur zusätzliche Schulden auf.
- Das Rentenniveau soll stabil bleiben – mit enormen Beitragserhöhungen für Arbeitnehmer als logische Konsequenz.
Reform, Reform, Reform – stellt die Ampel-Regierung unter Olaf Scholz also das Rentensystem auf neue, stabile Beine? Nein. Von Reform kann eigentlich keine Rede sein. An der klammen Rentenkasse werden nur kosmetische Korrekturen vorgenommen.
„Generationenkapital“ – Aktienkauf und Rentenfinanzierung mit neuen Schulden
Eine zentrale Maßnahme ist die Festlegung des Rentenniveaus und die Einführung eines sogenannten Generationenkapitals. Mit diesem Topf möchte man am Kapitalmarkt investieren und so hohe Erträge aus Dividenden und Wachstum generieren. Doch die Beiträge werden dafür nicht genutzt. Stattdessen nutzt man Schulden – die unklügste aller Vorsorgemethoden.

Olaf Scholz und Hubertus Heil (beide SPD) zeichnen für die Rentenreform verantwortlich
Im internationalen Vergleich liegen Deutschlands Renten im Keller
Die Bundesregierung hält am Ziel fest, das Rentenniveau bei 48 Prozent zu stabilisieren. Im Vergleich mit den europäischen Nachbarstaaten steht Deutschlands Rentensystem nicht gut da. Das hiesige Niveau überbietet Schweden um 12 Prozentpunkte. In den Niederlanden liegt das Rentenniveau sogar bei 80 Prozent. Dort ist die Altersvorsorge schon lange aufgeteilt: Neben der gesetzlichen Absicherung ist auch eine betriebliche sowie aktienbasierte Vorsorge verpflichtend.
Wer früher in Rente geht, muss stärkere Einbußen hinnehmen
Die Möglichkeit, früher in Rente zu gehen, besteht weiterhin, ist jedoch nach der Reform mit steigenden Abschlägen verbunden, was bedeutet, dass ein früherer Rentenbeginn finanzielle Einbußen mit sich bringt.

Steht ein historischer Rekord in Sachen Rentenbeitragshöhe bevor?
Steuerlast für Arbeitnehmer bald mehr als 50 Prozent?
Mit der Reform wird die Begrenzung des Beitragssatzes wegfallen. Das bedeutet, dass zukünftige Änderungen in der Finanzierung der Rentenversicherung möglich sind, die Einfluss auf die Höhe der Arbeitnehmerbeiträge haben. So könnte im kommenden Jahrzehnt der Rentenbeitrag von aktuell 18,6 Prozent auf 22,3 Prozent steigen – ein historischer Rekord in der Bundesrepublik.
Bedeutet: Die Steuerlast bei Arbeitnehmern kann künftig bei mehr als 50 Prozent liegen. Das galt lange Zeit als illegal. Doch im Jahr 2006 stellte das Bundesverfassungsgericht klar: Gerade bei hohen Einkommen ist einer Steuerlast von mehr als 50 Prozent möglich. Die Neue Zürcher Zeitung beschreibt diese Pläne als „Kriegserklärung“ an die Arbeitnehmer. Ein Arbeitnehmer mit 4000 Euro brutto müsste dann etwa 75 Euro monatlich mehr an die Rentenkasse abgeben.
Renten fressen schon jetzt großen Anteil am Bundeshaushalt
Im Bundeshaushalt 2024 sind Einnahmen in Höhe von 476,8 Milliarden Euro geplant. Davon sollen 107,6 Milliarden Euro direkt in der Rentenkasse landen. Bedeutet: 22 Prozent der Steuereinnahmen werden schon jetzt gebraucht, um die Rentenlast zu tragen. Das eigentliche Rentensystem kann also schon heute als „gescheitert“ bezeichnet werden.
Diese Lücke bleibt trotz Reformpaket bestehen – die Ampel hat sie nur übersehen. Oder sie denkt sich: Bis dahin ist es sowieso nicht mehr unser Problem. Denn die gerade angehobenen Pensionsansprüche werden aus einem anderen Topf finanziert.
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