Lagerfeld sagte, wir holen die Todfeinde der Juden ins Land – und Deutschland instrumentalisiert den Holocaust für Migrationspolitik
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Wenn nichts mehr geht, geht Auschwitz. Das muss auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) so (oder so ähnlich) gedacht haben, als er am Mittwoch am Rednerpult im Deutschen Bundestag seine Migrationswende verteidigte, die in Wirklichkeit nur einen Tropfen auf dem heißen Stein darstellt – und etliche Fragen offenlässt. „Wir sind ein Land“, so Olaf Scholz, „mit der Erfahrung und Tragödie des Faschismus und Nationalsozialismus.“ Auch daraus leite sich ab, dass man Schutzsuchenden Schutz bietet. „Das stellen wir nicht zur Debatte!“
Schon zuvor begann Scholz seine Rede mit einer zweiminütigen Einlassung zur AfD und den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen. Die Ergebnisse nannte er „bedrückend“, der Rechtspartei attestierte der Bundeskanzler, sie sei schlecht für Deutschland. Dann folgte ein rund 20-minütiger Vortrag, in dem es um Zurückweisungen an deutschen Grenzen, um beschleunigte Verfahren und die Ausweisungen nach Afghanistan und Syrien ging.
Bemerkenswert ist an dem Vorgang folgendes: Selbst wenn es darum geht, die dysfunktionale und selbstmörderische Migrationspolitik der vergangenen zehn Jahre zu korrigieren, braucht es Auschwitz als Projektionsfläche, die dem Bundeskanzler gleichzeitig die richtige Haltung attestiert. Selbst wenn es darum geht, ein reales Problem zu lösen, nämlich islamistischen Terror und schwere Kriminalität im Zusammenhang mit Einwanderung nach Deutschland, muss der Bundeskanzler ritualisiert in den Kampf gegen Rechts einstimmen.
Der Wahnsinn hat Methode – und wurde zum Alltag
Niemand liebt den Holocaust und Auschwitz so sehr wie die politische Linke. Dabei haben progressive Journalisten und Politiker den Holocaust und Auschwitz als Verteidigungslinie konsolidiert, verfestigt und ausgebaut.
Deutlich wurde dies Anfang des Jahres, als das „gemeinwohlorientierte“ Medium Correctiv einen Remigrations-Vortrag bei einem privaten Treffen in eine Analogie mit der Wannseekonferenz stellte. Schon damals sagte der Bundeskanzler, dass wenn etwas in Deutschland „nie wieder Platz haben“ dürfe, das „die völkische Rassenideologie der Nationalsozialisten“ sei.
Menschen gingen mit Pappschildern auf die Straße, wähnten sich im Widerstand und verglichen sich mit der Weiße Rose. Der ARD-Journalist Georg Restle schrieb sogar: „Deportationen zur Erhaltung des ‚reinen, deutschen‘ Volkes. Das ist lupenreine NS-Ideologie, die direkt nach Auschwitz führte. Eine Partei, die diese Ideologie prominent vertritt, darf in diesem Land nie wieder wählbar sein. Das ist der Kern unseres Verfassungsauftrags. #NieWieder“. Der Wahnsinn war Alltag. Und die Botschaft klar: Deutschland bleibt bunt, und wer das anders sieht oder die Migrationspolitik kritisiert, der sei so etwas wie Hitler.

„Nie wieder ist jetzt“ steht auf einem Schild bei einer Demo gegen Rechts.
Natürlich stand weder die Wiederkehr des Dritten Reichs bevor, noch ging es in der Villa Adlon in Potsdam um Abschiebungen in Arbeitslager zur Endlösung der Migrantenfrage. Rund zehn Monate später ist die Forderung nach Grenzkontrollen, Zurückweisungen und massenhaften Ausweisungen Gegenstand der politischen Debatte. Migrationsextremisten wie „ProAsyl“ schreiben angesichts möglicher Verschärfungen in der Migrationspolitik: „Ab 0 wird zurückgeschoben“ – in Anlehnung an Hitlers-Rede vom 1. September 1939, bei der er sagte, ab 5:45 Uhr werde zurückgeschossen. Die Seenotretter von „Leave No One Behind“ gingen noch einen Schritt weiter und schrieben: „Hunderttausende jüdische Menschen versuchten in den 30er Jahren vor den Nazis zu fliehen, doch wurden an den Grenzen ermordet.“ Deswegen dürften „Menschen niemals einfach zurückgewiesen werden“.
Die nie überwundene Auschwitz-Kontinuität
Bei den Organisationen handelt es sich nicht um No Names, sondern um die mitunter prominentesten Vertreter einer Migrationslobby. Sie wirkten in politische Entscheidungen herein und sind bis heute mit zahlreichen Politikern und Prominenten vernetzt. Und deshalb sind die geschichtsverharmlosenden und kruden Analogien auch kein Zufall, sondern haben System. Jedwede Verschärfung des Asylrechts, jede Wende in der Migrationspolitik und jeder Bruch mit dem Status Quo sind gelegener Anlass, um einen NS-Vergleich herzustellen. Dabei muss gerade diese Denkweise überwunden werden. Sie verunmöglicht politische Veränderung und zementiert eine Haltung, in der 79 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs alles, was nicht linksgrün ist, mit Hitler gleichgesetzt wird.
Die Wirklichkeit ist aber noch viel makaberer: Aus dem Mord an Juden wird somit der historische Auftrag ableitet, sehr viele Antisemiten ins Land zu lassen. Dass der Antisemitismus wieder auflebt, liegt natürlich zuvorderst an den migratorischen Veränderungen, die unsere Gesellschaft muslimischer gemacht haben.
„Man kann nicht, selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, Millionen Juden töten, um danach ihre schlimmsten Feinde ins Land zu lassen.“ Die Worte stammen von Karl Lagerfeld, der 2019 verstarb. Gestern wäre Lagerfeld 91 Jahre alt geworden. Über Scholz’ Sätze zu AfD und Faschismus, über die Statements von „Leave No One Behind“ und „ProAsyl“ hätte der Modezar nur müde lachen können.
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