Sie versprechen Fachkräfte, aber exklusive Zahlen belegen, wie unqualifiziert arbeitslose Migranten tatsächlich sind
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Seit Jahren verspricht die Bundesregierung: Wir holen neue Fachkräfte ins Land! Hunderttausende Zuwanderer pro Jahr sollen die Probleme auf dem Arbeitsmarkt lösen. Doch noch immer ist die Quote der Bürgergeld-Empfänger gerade aus den Haupt-Asylländern extrem hoch. Seit Jahren steigen durch die Masseneinwanderung die Milliarden-Zahlungen für Transferleistungen.
Welche Qualifikationen besitzen eigentlich die Bürgergeld-Empfänger in Deutschland? NIUS liegt eine exklusive Auswertung der Bundesagentur für Arbeit vor. Aus dieser geht hervor, welche beruflichen und schulischen Ausbildungen die Personen genossen und welchen Berufsgruppen die Bundesagentur den gemeldeten Arbeitslosen zuordnet. Schon ein flüchtiger Blick macht klar: Fachkräfte kamen seit 2015 nicht ins Land. Neun von zehn Bürgergeld-Empfänger aus den Top-8-Asylländern (Syrien, Afghanistan, Türkei, Irak, Somalia, Iran, Russland, Kolumbien) weisen keine abgeschlossene Berufsausbildung auf.
Ursprünglich wollte NIUS wissen, über welche konkreten Berufsausbildungen die rund vier Millionen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten verfügen, die in Deutschland Bürgergeld kassieren. Hierzu liegen der Behörde von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) jedoch keine konkreten Zahlen vor. „Wir erfassen lediglich die Art der Berufsausbildung für Arbeitsuchende bzw. Arbeitslose im SGB II“, heißt es in der Antwort.

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, und Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, kommen in die Bundespressekonferenz.
Derzeit gibt es rund 2,8 Millionen Arbeitslose
Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II) regelt die Grundsicherung, also das Bürgergeld, auf das Personen zwischen 15 und 67 Jahren Anspruch haben, die sich in Deutschland aufhalten. Zusätzlich unterscheidet die Bundesagentur anders als der Volksmund zwischen „arbeitssuchend“ und „arbeitslos“. Als arbeitsuchend gilt, wer eine Beschäftigung als Arbeitnehmer für mindestens 15 Stunden wöchentlich sucht und entsprechend bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet ist. Auch Personen, die derzeit einer Tätigkeit nachgehen, können sich als arbeitssuchend melden, etwa, weil ihr Vertrag ausläuft, sie in einer Maßnahme der Bundesagentur stecken oder sie nur 15 Stunden wöchentlich arbeiten.
In der Auswertung der Bundesagentur für NIUS geht es jedoch explizit nur um Arbeitssuchende im Bürgergeld. Davon gibt es derzeit rund drei Millionen in Deutschland. Knapp 1,5 Millionen von ihnen haben die deutsche Staatsbürgerschaft, 1,4 Millionen besitzen keinen deutschen Pass. Rund 450.000 der ausländischen Arbeitssuchenden stammen aus den Top-8-Asylländern.
Als arbeitslos hingegen zählen diejenigen, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung suchen, die wöchentlich mindestens 15 Stunden umfasst, erwerbslos sind und sich persönlich bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet haben. Derzeit gibt es rund 2,8 Millionen Arbeitslose in Deutschland, von denen 1,8 Millionen im SGB II sind und dementsprechend Bürgergeld beziehen. Knapp eine Million von ihnen besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft, rund 800.000 sind Ausländer. Etwa 250.000 von ihnen stammen aus den Top-8-Asylländern.
Unter diesen Bürgergeld-Empfängern, seien sie nun „arbeitssuchend“ oder „arbeitslos“, befinden sich größtenteils kaum Fachkräfte, schon gar nicht unter den seit 2015 eingereisten Asylbewerbern. Haben deutsche Arbeitssuchende zu 55,6 Prozent keine Berufsausbildung, sind es bei Ausländern 73,8 Prozent. Unter den Top-8-Asylländern liegt dieser Wert bei 88,8 Prozent.

Ein Blick auf die Daten der Bundesagentur zeigt: Keine Fachkräfte in Sicht.
Bei den Arbeitslosen zeigen sich ähnliche Werte. Hier haben deutsche Staatsangehörige zu 56,7 Prozent keinen Berufsabschluss, der Anteil bei Ausländern (75,9 Prozent), insbesondere bei Asyl-Migranten (89,3 Prozent) liegt deutlich höher. Interessanterweise gibt es jedoch einen höheren Akademiker-Anteil bei Arbeitslosen ohne deutschen Pass.

Die Auflistung der Bundesagentur, die NIUS exklusiv vorliegt, zeigt den Bestand an Arbeitsuchenden und Arbeitslosen im Rechtskreis SGBII nach ausgewählten Merkmalen, also den Berufsgruppen, die den Personen zugeordnet werden.
Die Top-5 der angegebenen Berufsgruppen unter den Asyl-Einwanderern machen über die Hälfte der Arbeitssuchenden in dieser Gruppe aus:
1. Reinigungskraft (14,9 Prozent)
2. Lagerist (13,1 Prozent)
3. Speisenzubereitung (9,7 Prozent)
4. Keine Angabe (9,4 Prozent)
5. Verkauf (6 Prozent)
Auch bei den arbeitslosen Asyl-Einwanderern sind über 54,9 Prozent in denselben fünf Berufsgruppen eingeschrieben:
1. Reinigungskraft (16,6 Prozent)
2. Lagerist (12,6 Prozent)
3. Speisenzubereitung (10,3 Prozent)
4. Keine Angabe (9,4 Prozent)
5. Verkauf (6 Prozent)
Das Problem: In diesen Berufsgruppen finden sich auch zehntausende deutsche Staatsangehörige, die arbeitslos bzw. arbeitssuchend sind. So gibt es bei der Berufsgruppe Reinigungskraft auch 119.362 arbeitssuchende bzw. 79.459 arbeitslose Deutsche. Die Top-Berufsgruppe unter den Deutschen ist übrigens der Verkauf. 165.510 Personen suchen eine Arbeit, 110.083 deutsche Verkäufer gelten als arbeitslos.
Statt also zunächst zu versuchen, Bürgergeld-Empfänger aus Deutschland zurück in den Arbeitsmarkt zu integrieren, lässt man Zehntausende Asylbewerber ins Land, die über wenig Qualifikationen verfügen und am Ende um ähnliche Aushilfsjob wie bereits ansässige Bürgergeld-Empfänger konkurrieren. Zur Erinnerung: Neun von zehn Asyl-Einwanderer verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung.
Gesucht werden andere Jobs
Und wie hoch ist überhaupt die Nachfrage nach diesen Berufsgruppen? Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht monatlich auch eine Liste, welche Berufe derzeit am dringendsten gebraucht werden.
Die Top-10 sieht im Juli 2024 wie folgt aus:
1. Verkaufsberufe (58.000 offene Stellen)
2. Verkehr, Logistik (außer Fahrzeugführung) (57.000 offene Stellen)
3. Medizinische Gesundheitsberufe (47.000 offene Stellen)
4. Mechatronik-, Energie- u. Elektroberufe (47.000 offene Stellen)
5. Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe (47.000 offene Stellen)
6. Metallerzeugung,-bearbeitung, Metallbau (41.000 offene Stellen)
7. Führen von Fahrzeug- und Transportgeräten (37.000 offene Stellen)
8. Erziehung und soziale Berufe (36.000 offene Stellen)
9. Unternehmensführung,-organisation (35.000 offene Stellen)
10. Nichtmedizinische Gesundheitsberufe, Körperpflege, Medizintechnik (25.000 offene Stellen)
Für viele dieser Berufe benötigt der Arbeitnehmer eine Spezialisierung und mehrjährige, berufliche Ausbildung. Diese Fachkräfte sind jedoch unter ausländischen Arbeitslosen kaum vorhanden. Die Migranten müssten erst durch eine betriebliche Ausbildung zu Spezialisten gemacht werden. Hier ergeben sich bereits die nächsten Schwierigkeiten: Bereits unter deutschen Azubis ist die Quote derjenigen, die ihre Ausbildung nicht beenden, mit 25 Prozent recht hoch. Unter den Auszubildenden aus anderen Ländern ist die Abbrecherquote jedoch noch höher. Laut dem Statistischen Bundesamt beenden 35 Prozent von ihnen ihre Ausbildung nicht. Unter eingewanderten Asylbewerbern steigt diese Prozentzahl – je nach Quelle – nochmals auf über 40 Prozent.
Wie hoch liegt also die Zahl derjenigen Bürgergeld-Empfänger, die es wieder zurück in den Arbeitsmarkt geschaft haben? NIUS fragte dazu die Bundesagentur für Arbeit: „Wie viel deutsche Staatsangehörige und wie viele ausländische Staatsangehörige, die in Deutschland Anspruch auf Bürgergeld hatten bzw. haben, sind seit Januar 2023 in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gelangt?“ Die Antwort auf diese Frage lesen Sie in Teil 2 dieser Bürgergeld-Episode bei NIUS.
Auch bei NIUS: Kinder aus Irak, Syrien, Afghanistan und Ukraine erhalten genauso viel Bürgergeld wie alle deutschen Kinder zusammen
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