Terrorfürst, Milliardär, Antisemit: Wer war Hamas-Anführer Ismail Haniyeh?
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Westliche Medien beschreiben ihn als „gemäßigt“, in Wirklichkeit war der von Israel getötete Hamas-Führer Ismail Haniyeh ein Dschihadist reinsten Wassers. Während der Dauerkrieg der Hamas die Palästinenser ins Desaster stürzte, führte der Terrorfürst jahrelang ein Luxusleben im Ausland.
Im Four Seasons Doha ist eine Suite frei geworden. Dort, in dem Fünf-Sterne-Hotel in Katar (Suiten mit Meerblick ab 900 Dollar die Nacht), residierte der Hamas-Führer Ismail Haniyeh, der eben in Teheran bei einem israelischen Luftschlag liquidiert wurde. 2019 hatte sich Haniyeh aus dem Gazastreifen abgesetzt und führte gemeinsam mit anderen Hamas-Größen wie Moussa Abu Marzuk and Khaled Mashal ein Leben in Saus und Braus, während die Terrororganisation einen Krieg nach dem anderen vom Zaun brach, der die Palästinenser in Gaza ins Elend stürzte.
Haniyeh forderte sie aus sicherer Entfernung auf, von Olivenöl und Zaatar (einem orientalischen Gewürz) zu leben, Entbehrungen im ewigen Krieg gegen Israel auf sich zu nehmen. Er selbst zweigte Hilfsgelder der Vereinten Nationen ab, stopfte sich die Taschen mit Abermillionen aus dem Iran und dem Emirat Katar voll und kassierte, wie die gesamte Hamas-Führung, im Gazastreifen ab: 20 Prozent auf alle Güter, die durch Tunnel geschmuggelt wurden, und auch an den Grenzübergängen in Rafah (von und nach Ägypten) und Kerem Shalom (von und nach Israel) – die Dschihadisten hielten die Hand auf. Hunderte Millionen kamen so im Jahr zusammen.

Das luxuriöse Four Seasons Hotel in Doha: Hier residierte der Hamas-Führer Ismail Haniyeh.
Wegen seiner Villen und anderer Liegenschaften gilt Haniyehs Sohn Maaz im Gazastreifen als „Vater der Immobilien“. Er führt ein Leben als Playboy in der Türkei. Auch Ismail Haniyeh lebte auf großem Fuß, ließ sich schamlos im Privatjet ablichten. 2010 hatte er im Gazastreifen ein Grundstück an der Küste nahe Shati erworben, später kamen etliche Apartments, Villen und Häuser hinzu, die er auf die Namen einiger seiner 13 Kinder registrieren ließ. Dennoch log er dreist in die Kameras: „Unsere Hände sind sauber. Wir stehlen keine Gelder, besitzen keine Immobilien und bauen keine Villen ...“
Das Vermögen Haniyehs wird auf über vier Milliarden Dollar geschätzt, ebenso wie das von Mashal; Marzuk soll drei Milliarden besitzen. Denn: Die Hamas ist kein bisschen weniger korrupt als ihr ewiger Rivale, die Fatah, der sie – auch nicht zu Unrecht – Korruption vorwirft. Es ist, als würden die Corleones und die Tattaglias aus „Der Pate“ einander vorwerfen, sich mafiöser Methoden zu bedienen. Tatsächlich hatte schon PLO-Chef Yassir Arafat zwischen 200 Millionen (laut Forbes) und sechs Milliarden Dollar (laut US- und israelischem Geheimdienst) in die eigenen Taschen gewirtschaftet und auf diversen Geheimkonten gelagert. So konnten seine Frau Suha und seine Tochter Zahwa in Paris die Champagnerkorken knallen lassen.
„Wir sind ein Volk, das sich nach dem Tod sehnt“
Westliche Journalisten ließen sich von Ismail Haniyehs verbindlichem Auftreten bereitwillig aufs Glatteis locken. Der Terrorfürst wusste zuweilen Kreide zu fressen, um dann in den Medien tatsächlich als vergleichsweise „moderat“ und „pragmatisch“ beschrieben zu werden. Zu internationalen Reportern pflegen die meisten Dschihadisten anders zu reden als auf Arabisch. 2011 verurteilte Haniyeh die Tötung des Erzterroristen Osama bin Laden und 2019 pries er die Ermordung eines 17-jährigen israelischen Mädchens als „heroischen Angriff“.
Aus Haniyehs Zitatenschatz:
„Ja, wir sind ein Volk, das sich nach dem Tod sehnt, so wie sich unsere Feinde nach dem Leben sehnen. Wir sehnen uns nach dem Märtyrertod für das gleiche Ziel, für das unsere Führer gestorben sind.“ (2014)
„Das Blut der Frauen, Kinder und Alten [...] wir sind diejenigen, die dieses Blut brauchen, damit es in uns den revolutionären Geist weckt, damit es bei uns Entschlossenheit weckt.“ (2023)
„Brüder, wir sollten auf dieser Standhaftigkeit aufbauen. Wir sollten an dem Sieg, der am 7. Oktober errungen wurde, festhalten und darauf aufbauen.“
Das beispiellose Massaker an 1200 Menschen, das die Hamas, weitere Dschihadisten und auch Zivilisten aus dem Gazastreifen damals in Israel verübten, feierte Haniyeh grinsend vor dem Fernseher, um sich sogleich mitsamt seiner Entourage zum Dankgebet niederzulassen.

„Wir sehnen uns nach dem Märtyrertod“: Der „moderate“ Ismail Haniyeh war ein Hardcore-Dschihadist.
Ein Leben für den Terror
Der in Gaza geborene Ismail Haniyeh trat 1987 der gerade gegründeten Hamas bei. Wegen während der ersten Intifada verübter Taten wurde er in Israel zu drei Jahren Haft verurteilt und 1992 zusammen mit anderen führenden Hamas-Mitgliedern wie Abd al-Aziz ar-Rantisi und Mahmud az-Zahar in den Südlibanon abgeschoben, wo er Kontakt zur schiitischen Hisbollah-Miliz knüpfte. 1997 wurde er Bürochef von Scheich Ahmad Yassin, dem „spirituellen Führer“ der Hamas. Yassin wurde 2004 von einem Apache-Helikopter der IAF liquidiert, ebenso wie sein Nachfolger ar-Rantisi. Danach sollen Haniyeh und zwei weitere Männer die Hamas heimlich geführt haben.
Ein kurzes Techtelmechtel mit der Fatah katapultierte ihn 2006 – kurzzeitig – auf den Sitz des Ministerpräsidenten. Ernannt wurde er von Arafat-Nachfolger Mahmud Abbas, der sich gerade im 20. Jahr seiner vierjährigen Amtszeit befindet, weil er einfach nicht mehr wählen lässt. Der im Beisein von Olaf Scholz unwidersprochen von „50 Holocausts an den Palästinensern“ sprach, die Israel verübt hätte. Und dem Annalena Baerbock versicherte, dass Deutschland ein „verlässlicher Partner“ bleibe.

Ziemlich beste Feinde: Haniyeh und Mahmud Abbas, der ihn kurzzeitig ins Boot holte.
Nach der gewaltsamen Vertreibung der Fatah aus dem Gazastreifen 2007 baute die Hamas ihr Terrorregime in Gaza aus, rüstete sich bis an die Zähne auf, grub ein Tunnelsystem, das länger ist als das Londoner U-Bahn-Netz. Gegner werden seither auf offener Straße ermordet, die Jüngsten schon im Hamas-Kinderfernsehen mit Terrormaus, -hase und -biene aufs Märtyrertum vorbereitet, später in Sommerlagern für den Krieg gegen die Juden gedrillt. Viermal stürzte die Hamas, die nach wie vor die meisten Palästinenser hinter sich hat, die Region in Kleinkriege von wenigen Tagen oder Wochen: 2008/2009, 2012, 2014 und 2021 – bevor sie am 7. Oktober des vergangenen Jahres die „Tore zur Hölle“ öffnete, um es in ihrer Sprache zu sagen.
Ein Signal auch an die Mullahs: Ihr seid nirgends sicher
Nun ist Ismail Haniyeh durch dieses Tor gegangen, gerade einmal zwölf Stunden nachdem Israel den Hisbollah-Kommandeur Fuad Shukr in Beirut eliminiert hatte. Die schwer bewachte Residenz in Teheran, in der Haniyeh nach der Vereidigung des neuen iranischen Präsidenten Peseschkian (bei der„Tod Israel!“ und „Tod Amerika!“ gerufen wurde) nächtigte, bot ihm keinen Schutz vor dem langen Arm der israelischen Streitkräfte. Die Neutralisierung Haniyehs in der iranischen Hauptstadt war auch ein Signal an das Mullah-Regime: Wir können euch überall erwischen, ihr seid nirgends sicher.
Dasselbe hatte der israelische Verteidigungsminister Yaakov Galant nach dem 7. Oktober den Hamas-Führern in Gaza und im Ausland versprochen, sie würden nunmehr „on borrowed time“ leben, ihre Zeit laufe ab. Ismail Haniyeh ist der bisher ranghöchste Hamas-Führer, den Jerusalem ausschalten konnte. In Gaza darf sich Yahia Sinwar schon einmal Sorgen machen.
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