Viel weniger als in Lauterbachs Prognosen: So viele Hitze-Tote gab es in diesem Jahr
Ein Beitrag von
- Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Hitze im laufenden Jahr auf 1510.
- Das widerlegt die Horror-Warnungen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach.
- Meteorologen erwarten „recht frischen“ August.
Hitze und die katastrophalen Folgen für die Gesundheit sind das neue Angst-Thema von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) – aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Institutes belegen nun, dass Lauterbachs Horror-Prognosen stark übertrieben waren: Von „jedes Jahr zwischen 5.000 und 20.000 Hitzetoten“ hatte der Minister gewarnt, um seinem „Hitzeschutzplan“ etwas mehr Dringlichkeit zu verleihen.
Das Robert-Koch-Institut schätzt die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Hitze deutlich niedriger.

Nächster großer Wurf von Karl Lauterbach: ein „Hitzeschutzplan“
Laut dem aktuellen „Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität“ sind 2023 schätzungsweise bisher 1510 Menschen in Verbindung mit Hitze gestorben – davon waren laut der Daten 880 Menschen 85 Jahre alt oder älter, weitere 400 älter als 75 Jahre. Generall sterben häufiger hochbetagte Frauen in Verbindung mit Hitze, was aber am hohen Frauenanteil in der Altersgruppe liegt. Im durch das RKI beobachteten Zeitraum vom 10. April (Kalenderwoche 15) bis zum 16. Juli (Kalenderwoche 28) sind die beiden einzigen Hitze-Wochen des bisherigen Jahres Ende Juni und Mitte Juli bereits eingerechnet.

Die Schätzung des RKI zur Todesfällen in Verbindung mit Hitze.
Das RKI weist darauf hin, dass Hitze – etwa durch einen Hitzschlag – nur sehr selten zum Tod führe, „während in den meisten Fällen die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen zum Tod führt“, wie es im Wochenbericht heißt. Deshalb setzt die Schätzung der Behörde auf statistische Methoden, die die Mortalitätsdaten des Statistischen Bundesamtes und Temperaturmessungen des Deutschen Wetterdienstes kombinieren.
Bis zum Ende des Sommers – also in der Regel bis September – beobachtet das RKI die hitzbedingte Mortalität. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Hitze könnte in den kommenden Wochen also noch steigen.
August wird eher kühl und regnerisch
Meteorologen erwarten jedoch einen tendenziell eher kühlen und regnerischen August. Nach den statistisch zu warmen Monaten Juni und Juli, „könnte der August 2023 in Deutschland völlig normal temperiert ausfallen. Im Vergleich zu den Jahren 1961 bis 1990 werden weder zu tiefe, noch zu hohe Temperaturen berechnet. Insgesamt soll der August recht durchschnittlich ausfallen“, erklären Meteorlogen von Das Wetter die Langzeit-Prognose des US-Wetterdiensts NOAA.
Und weiter: „Gefühlt dürfte das für die meisten Menschen in Deutschland dann eher ein recht frischer Monat werden. Das liegt einfach daran, dass der Sommer in den ersten 6 Wochen extrem warm, trocken und sonnig ausgefallen ist.“
Diese Prognose legt nahe, dass die Zahle der Todesfälle in Verbindung mit Hitze nicht mehr in ungeahnte Höhen schnellen wird – was wiederum zeigt, dass Lauterbachs Horror-Warnungen jenseits der Realität waren. NIUS berichtete bereits, dass es in Deutschland noch nie auch nur annähernd 20.000 Hitzetote in einem Jahr (wie von Lauterbach behauptet) gab.

Lauterbachs Horro-Prognose (orangener Bereich) und die Realität (blaue Balken)
Und auch der zweite Teil von Lauterbachs Aussage, es gebe „jedes Jahr zwischen 5.000 und 20.000 Todesfälle“ erweist sich bei genauerem Hinsehen als frei erfunden: In 25 der vergangenen 31 Jahre gab es weniger als 5000 Hitze-Todesfälle, in 17 Jahren davon weniger als 2000.
Mehr NIUS:
Wie sich Donald Trump immer öfter mit seinen Verbündeten anlegt
Das größte Desaster der deutschen Ingenieurskunst: Wie Stuttgart 21 zum Symbol für das Scheitern deutscher Großprojekte wurde
Warkens Gesundheitsreform im Detail: Ein Schlag ins Gesicht Pflegebedürftiger
Musks Plan für die Zukunft im All
CDU-Fraktionschef und AfD-Spitzenkandidat: Reißt dieses Foto die „Brandmauer“ ein?
Kurz vor Amerikas 250. Geburtstag läuft es für Donald Trump nicht rund
Neue Claude-KI gibts nur mit Einschränkungen
Bundeshauptstadt des Bürgergelds: Ausgerechnet Bremen schmeißt den kritischen Jobcenter-Mitarbeiter raus
Mehr NIUS:
Musks Plan für die Zukunft im All
CDU-Fraktionschef und AfD-Spitzenkandidat: Reißt dieses Foto die „Brandmauer“ ein?
Kurz vor Amerikas 250. Geburtstag läuft es für Donald Trump nicht rund
Neue Claude-KI gibts nur mit Einschränkungen
Bundeshauptstadt des Bürgergelds: Ausgerechnet Bremen schmeißt den kritischen Jobcenter-Mitarbeiter raus
Merz bringt Merkels fatale Migrations-Parole: „Wir schaffen das!“
Verfassungsschutz: Extremisten in Berlin immer jünger, linker und islamistischer
Keir Starmer kniete für George Floyd, schwieg aber monatelang zu Henry Nowak
Julius Böhm
Artikel teilen
Kommentare