Warum Terroristen Adidas lieben
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Tarnmuster-Uniformhose und Adidas-Shirt – ein beliebtes Outfit radikaler Palästinenser. Woher rührt ihre Vorliebe für die Marke mit den drei Streifen, die gerade ihren 75. Geburtstag feierte? Von ungefähr kommt sie nicht: Der Sportartikelhersteller mit Wurzeln in der Nazi-Vergangenheit hat mehrfach mit knallharten Antisemiten kooperiert.
Ob in der Moschee, bei der Beerdigung von „Märtyrern“ oder im Straßenkampf: Palästinensische Terroristen, auch solche des Islamischen Staates (IS), tragen gern Kleidung des deutschen Sportartikelherstellers Adidas: Shirts, Jacken und natürlich die Schuhe mit den drei markanten Streifen. Gern kombinieren sie militärische Uniformteile mit Adidas-Klamotten und RPG (Hand-Panzerabwehr-Granatwerfer) und posieren stolz vor der Kamera.

Die Westbank-Stadt Jenin eignet sich perfekt für einen Adidas-Flagship-Store.
Ihre Wurzeln hat die Affinität zu Adidas im Jahr 1987, als während der ersten „Intifada“, der Palästinenserunruhen in den umstrittenen Gebieten, vor allem palästinensische Jugendliche, nicht selten einschlägig bekleidet, israelische Soldaten und Zivilisten gewaltsam konfrontierten und die Bilder um die Welt gingen. Angeblich wurde die Marke so zum „Symbol der kulturellen Identität“ (obwohl Herzogenaurach und Ramallah oder Jenin mehr als 3550 Kilometer trennen), des „Widerstands“, der „Einheit“ und „gemeinsamer Erfahrungen“.

Zwei Terroristen aus Qalqiliya, die als „Märtyrer“ endeten, in Adidas-Shirt und -schuhen.
Heute teilen Palästinenser auf Social-Media-Plattformen das Foto eines in Adidas-Buxe aus einem Loch kletternden Hamas-Terroristen, versehen mit dem langjährigen Adidas-Motto „Impossible is nothing“, und es findet millionenfache Verbreitung.

Eine Nazi-Vergangenheit ist kein Hindernis – im Gegenteil
Dass die NSDAP-Mitgliedschaft der Dassler-Brüder, die einst die Schuhfabrik gründeten, und die Produktion des „Panzerschrecks“ (Panzerabwehrwaffe) während des Krieges dabei eine Rolle spielt, ist nicht auszuschließen. Eine Nazi-Vergangenheit wird in der arabischen Welt nicht als Makel gesehen, im Gegenteil. Die Zuneigung der Palästinenser und ihrer Unterstützer bekam 2012 einen Dämpfer, als Adidas als Sponsor des Jerusalem-Marathons ins Fadenkreuz der Israelboykottbewegung BDS geriet, weil die Laufstrecke auch durch Ostjerusalem führte. Adidas knickte daraufhin ein und beendete das Sponsoring.

Sportlich und markenbewusst in den Dschihad.
Später griff BDS den Sporthersteller an, weil er die israelische Fußballnationalmannschaft ausrüstete. Im Juli 2018 zog Adidas sich zurück und der Konkurrent Puma sprang ein (die verfeindeten Dassler-Brüder Adolf und Rudolf hatten 1949 jeweils ihr eigenes Unternehmen aufgemacht, weswegen Adidas gestern seinen 75. Geburtstag feierte). Mit einer äußerst aggressiven fünfjährigen Kampagne ging BDS auch gegen Puma vor, das seinen Sponsoringvertrag nicht mehr verlängert. Die antisemitischen Boykotteure feierten das als Sieg, während Puma betonte, die Entscheidung sei bereits 2022 als Teil von Pumas neuer Strategie „Fewer, bigger, better“ (Weniger, größer, besser) gefallen.

Die drei Streifen am Ärmel sind hier ein Muss.
Kooperation mit einem Rapper, der Hitler feiert
Adidas hingegen tat alles, um die Kritik zu befeuern. 2021 gab es großen Wirbel um ekelhafte antisemitische Ausfälle des Rappers Kanye West (Ye), mit dem Adidas eine Kooperation eingegangen war: Mit der für beide Seiten hochprofitablen Verbindung – Adidas vertrieb die von dem Rapper entworfene Kollektions-Linie Yeezy – wurden Milliarden umgesetzt. Doch nach judenfeindlichen Aussagen in Interviews, auf Instagram und Twitter sowie in Podcasts wurde West von fast allen Geschäftspartnern fallengelassen.

Für die Sneaker-Kollektion Yeezy kooperierte Adidas mit dem judenfeindlichen Rapper Ye.
Von Adidas allerdings erst reichlich spät („Ich kann antisemitische Scheiße sagen und Adidas kann mich nicht fallen lassen“, so West). Viel zu lange tolerierte Adidas das antisemitische Gebaren und Hitler-Lob des Rappers, erst im Oktober 2022 wurde endlich die Reißleine gezogen. Gut möglich, dass die Rolle von Adidas in dieser Sache in der arabischen Welt durchaus bemerkt wurde.
Das antisemitische Gesicht einer Werbekampagne
Es dauerte nicht lange und Adidas stiefelte schnurstracks in den nächsten Antisemitismus-Skandal: Für die Werbekampagne für den Retro-Sportschuh SL 72, der ursprünglich für die Olympischen Spiele 1972 entwickelt worden war, engagierte das Unternehmen ausgerechnet Bella Hadid. Das Model, das wiederholt antiisraelische und antisemitische Inhalte auf ihren Social-Media-Kanälen verbreitete, war schon öfter einschlägig aufgefallen. So spendete sie eine Million Dollar an palästinensische Gruppen und die berüchtigte UNRWA, skandierte bei propalästinensischen Demonstrationen „From the river to the sea, Palestine will be free“ (eine Forderung, die die Vernichtung Israels impliziert) und unterstellte Israel absurderweise, einen „Völkermord“ in Gaza zu begehen.

Dass ausgerechnet eine Antisemitin als Gesicht für eine Werbekampagne ausgewählt wurde, die an Olympia 1972 erinnert, rief unter Juden in aller Welt Entsetzen hervor. Schließlich waren damals in München elf Mitglieder des israelischen Olympia-Teams von palästinensischen Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ ermordet worden. Shlomit Romano, Tochter des Gewichthebers Josef Romano, der unter den Opfern war, zeigte sich „tief enttäuscht“ von Adidas.
Instinktlosigkeit oder Kalkül?
Für dieselbe Kampagne hatte Adidas übrigens auch den Fußballer Jules Kounde und den Rapper A$AP Nast angeheuert – ersterer hatte sich in der Vergangenheit solidarisch mit den Palästinensern gezeigt, letzterer einen Brief unterzeichnet, in dem ein Ende der israelischen Offensive gegen die Hamas gefordert wird. Zufall, Schludrigkeit oder mit Blick auf den großen arabischen Markt vielleicht sogar eine bewusste Entscheidung der Marketingabteilung?

Er schwört auf Adidas bis in den Tod.
Zumindest eine Instinktlosigkeit. Alon Meyer von Makkabi Deutschland meint, auch wenn Adidas kein antisemitisches Weltbild vertrete, schaffe die Firma doch „einen Resonanzraum und eine offene Flanke für Antisemitismus“. Und eben das scheint bei den Dschihadisten in Jenin und Gaza gut anzukommen.
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