Was die ARD uns als Demos für Freiheit verkauft, scheint eher wie eine islamistische Revolution
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Nach Rücktritt und Flucht von Premierministerin Sheik Hasina ist laut Deutschlandfunk und anderer öffentlich-rechtlicher Medien wieder Ruhe in Bangladesch eingekehrt, eine Übergangsregierung werde nun gebildet. In indischen Zeitungen und sozialen Netzwerken wird allerdings von Morden an Hindus und Zerstörung von Hindu-Tempeln berichtet. Offenbar stecken hinter den Protesten Islamisten.
Der Deutschlandfunk (DLF) zeichnete ein recht einfaches Bild von den Vorgängen in dem 170-Millionen-Staat. In seinem Kommentar sprach Peter Hornung von Studenten, der Opposition und Arbeitslosen, die nach Gerechtigkeit, Wohlstand und demokratischer Teilhabe verlangten, auf der einen Seite – und einer zunehmend autokratischen Premierministerin, der die „Arroganz der Macht“ zum Verhängnis geworden sei. Von brutaler Polizeigewalt war im Dlf die Rede, Studenten und die junge Generation wollten die Demokratie.
Die islamistische Bewegung hat den vermeintlichen Volksaufstand gekapert
Was wir nicht erfahren: Vieles deutet darauf hin, dass der vermeintliche Volksaufstand wohl gar keiner war. Offensichtlich hat die größte islamistische Bewegung des Landes, die Jamaat-e-Islami, gemeinsam mit ihrer Studentenorganisation Chatra Sibir die Proteste, die im Juli begannen, gekapert. Die Jamaat-e-Islami kämpft für die Errichtung eines auf der Scharia gegründeten islamischen Staates. Dieser soll zwar auf konstitutionellem Weg erreicht werden, doch schrecken die Islamisten auch vor brutaler Gewalt nicht zurück.

Mitglieder der Jamaat-e-Islami 2023 bei einer Demonstration in Dhaka.
Viele Führer der Jamaat werden beschuldigt, schon während des Befreiungskriegs von Bangladesch 1971 Kriegsverbrechen begangen zu haben. Seit den 1980er Jahren wächst außerdem der Einfluss der islamischen Fundamentalisten in dem Land, das zu 90 Prozent von Muslimen, hauptsächlich Sunniten, bevölkert wird und in dem der Islam Staatsreligion ist. Bombenanschläge auch von Al-Qaida und dem Islamischen Staat (IS) erschütterten das Land, 2022 wurde berichtet, dass Christen und ethnische Minderheiten in Bangladeschs Unruheregion Chittagong Hill Tracts (CHT) zunehmender Gewalt ausgesetzt sind. Seit 2013 wurden zahlreiche Blogger, Journalisten und Buchautoren ermordet, die sich öffentlich zum Atheismus bekannt und diesen propagiert hatten.
Da die nunmehr gestürzte Premierministerin Sheik Hasina, die seit 1996 regierte, die Jamaat-e-Islami und ihre Studentenorganisation für die gewaltsamen Proteste verantwortlich machte, ließ sie beide am 1. August verbieten, ohne dass die Welt davon Notiz genommen hätte.
Brutale Morde an Hindus
Das dürfte der Funke gewesen sein, der das Pulverfass endgültig explodieren ließ. Nicht nur „Gefolgsleute von Hasina“ fielen nun islamistischen Mördern zum Opfer, jetzt gerieten auch Hindus ins Visier. OpIndia berichtet, dass Islamisten den Hindu-Journalisten Pradip Kumar Bhowmik zu Tode hackten. Haradhan Roy, hinduistisches Ratsmitglied von Rangpur, wurde ebenfalls unter dem Vorwand von Anti-Regierungs-Protesten ermordet, auch sein Neffe gelyncht. Hasinas Partei, die Awami League, vermeldete, dass in Narsingdhi mindestens sechs AwamiLeague-Führer und -Aktivisten zu Tode geprügelt wurden. Bei einem weiteren Angriff auf eine Polizeistation sollen mindestens 13 Polizisten erschlagen worden sein.

Drastische Szenen boten sich an der Japrabari-Polizeistation in Dhaka.
Auch die ARD berichtet lediglich über Studentenproteste
„Im vergangenen Monat waren Studierende auf die Straßen gegangen, um gegen Quotenregelungen bei der Vergabe von Stellen im öffentlichen Dienst zu protestieren“, berichtet tagesschau.de. Und: „Demonstrierende wollen Regierung mitbestimmen“. Da sind die Morde an Hindus und Polizisten, Berichte sprechen von etwa hundert im ganzen Land, längst geschehen und Hasinas Residenz in der Hauptstadt Dhaka ist längst gestürmt, ebenso wie das Parlamentsgebäude. Das Wohnhaus von Sheik Mujibur Rahman, des 1975 ermordeten Gründers von Bangladesch und Vater Hasinas, wurde angezündet.
Laut India Today wurden Häuser und Geschäfte von Hindus in 27 Distrikten angegriffen, ein Tempel in Meherpur verwüstet und in Brand gesetzt. Der Journalist Aditya Raj Kaul berichtet, mindestes fünf Tempel seien bisher angegriffen und niedergebrannt worden, viele Hindus würden sich nun verstecken.
Noch erscheint die Lage unübersichtlich, aber fest steht: So einfach wie ARD und Deutschlandfunk kann man es sich nicht machen.
Vieles erinnert an den „Arabischen Frühling“ Anfang der 2010er-Jahre in der nahöstlichen Region und Nordafrika. Auch da vermittelten die Medien den Eindruck, es sei den Aufständischen in verschiedenen arabischen Ländern um Demokratie, Menschenrechte, Reformen und freie Wahlen gegangen. Tatsächlich waren die Massenproteste und gewaltsamen Erhebungen oft von Islamisten initiiert worden, die schließlich wie die Muslimbruderschaft in Ägypten an die Regierung gelangten oder wie die Huthis im Jemen ihren Einfluss ausbauen konnten.
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