Antifa-YouTuber „Marcant“ erhält steuerfinanzierte Theodor-Heuss-Medaille
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Der Antifa-YouTuber Marcant wurde jüngst von der Theodor-Heuss-Stiftung für seine Arbeit gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet. Im Vorstand dieser Stiftung sitzt neben etlichen politischen Akteuren auch Cem Özdemir. In welcher Höhe genau die Stiftung mit Steuergeld gefördert wird, bleibt unklar. Gegenüber NIUS möchte sie nicht offenlegen, ob es sich bei den knapp 70.000 Euro im Jahr 2024 um Spenden oder staatliche Zuwendungen handelt.
Unter dem Motto „Die Zukunft gestalten – Chancen für demokratische Resilienz“ wurde am 18. April 2026 in Stuttgart der 61. Theodor-Heuss-Preis verliehen. Neben der ehemaligen EU-Kommissarin Margrethe Vestager, die für ihren Einsatz „für eine widerstandsfähige Demokratie im digitalen Zeitalter, insbesondere durch ihre Arbeit am Digital Markets Act“ ausgezeichnet wurde, erhielt auch der Antifa-YouTuber Marcant eine Medaille der Theodor-Heuss-Stiftung. Ausgerechnet in dieser Stiftung sitzen Cem Özdemir im Vorstand und andere Politgrößen.

Cem Özdemir (Grüne) sitzt im Vorstand der Stiftung.
Wirre Dankesrede von Antifa-YouTuber Marcant
Die Theodor-Heuss-Stiftung wurde im Jahr 1964 nach dem Tod des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik gegründet und nach diesem benannt. Die Stiftung schreibt sich aktuell auf die Fahne, für eine liberale Demokratie und gegen Rechtsextremismus einzutreten. Sie möchte „zur Demokratie ermutigen“, wie die Stiftung es nennt. So wurde vergangenen Samstag auch der YouTuber „Marcant“ für seine Arbeit geehrt.
Seine Dankesrede spickte Marcant dann mit einem fragwürdigen Vergleich zwischen der AfD, Adolf Hitler und Baldur von Schirach. Denn: Schon damals hätte man auf Kinder und Jugendliche gesetzt, genau wie es die AfD heute tun würde. Diese jungen Menschen sollen – ähnlich wie damals von Hitler und von Schirach – „indoktriniert, trainiert und aufgehetzt“ werden, um diese zu „perfekten Soldaten des Inneren und des Äußeren zu erziehen“. Danach ertönt Applaus in der Stuttgarter Halle.

YouTuber „Marcant“
Die Zuwendungen an die Stiftung bleiben intransparent
Die Theodor-Heuss-Stiftung führt in ihren Jahresabschlussberichten auf, dass sie die letzten Jahre regelmäßig knapp 70.000 Euro an sogenannten „Zuwendungen“ bekommen hat. Ob es sich dabei um Steuergeld handelt, ist unklar. Auf NIUS-Anfrage wurde lediglich auf den Jahresbericht verwiesen, auf erneute Nachfrage nicht geantwortet. Die Stiftung bedankt sich aber beim Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart für finanzielle Unterstützung. Konkret heißt es auf der Webseite: „Unser besonderer Dank für die finanzielle Unterstützung unserer Projekte in diesem Jahr gilt dem Land Baden-Württemberg, der Landeshauptstadt Stuttgart, der Robert Bosch GmbH, der Paul Lechler Stiftung, der Gebr. Lotter KG, der Karl-Heinz Rahm GmbH, Annette und Timo Rögelein, der Solics GmbH, und der Stiftung der Volksbank Zuffenhausen eG.“
Die Stadt Stuttgart und die Staatskanzlei von Baden-Württemberg wurden von NIUS ebenfalls angefragt. Die beiden offiziellen Stellen antworteten nicht bis Redaktionsschluss. Somit bleibt die genaue Höhe der Förderung im Dunkeln – und das, obwohl die Stiftung Mitglied der Initiative „Transparente Zivilgesellschaft“ ist, wie sie selbst sagt.
Einen Tag nach Veröffentlichung unseres Artikels, stellt sich heraus, dass die Stiftung im Jahr 2026 knapp 26.510 Euro an Zuwendungen durch die Stadt Stuttgart erhalten hatte. Ein Sprecher der Stadt teilt NIUS Mittwochvormittag mit: „Die Stiftung wird seit 2004 gefördert. Die institutionelle Förderung betrug von 2004 bis 2009 29.700 Euro. Für den Zeitraum von 2010 bis 2025 belief sich die institutionelle Förderung auf 28.210 Euro.“

Die Stiftung ist Teil der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“, wie sie auf ihrer Homepage dokumentiert.
Neben Cem Özdemir sind auch Staatssekretär Florian Hassler (Grüne) und die Bürgermeisterin der Stadt Stuttgart, Isabel Fezer (FDP), im Vorstand der Stiftung. Gleichzeitig finanziert die Stadt Stuttgart die Stiftung. Auf NIUS-Anfrage, ob die Bürgermeisterin darin keinen Interessenskonflikt sieht, antwortete ein Sprecher von Fezer gegenüber NIUS wie folgt: „Nein, es gibt keinen Interessenskonflikt durch die Vertretung der Landeshauptstadt im Gesamtvorstand der Stiftung.“
Weiter heißt es: „Bürgermeisterin Fezer sitzt dort "nur" im Gesamtvorstand, nicht im vertretungsberechtigten Vorstand, der tatsächlich Entscheidungen nach außen trifft. Diese Konstruktion ist rechtlich zulässig und üblich.“ Zusätzlich lässt ihr Sprecher noch hinzufügen, dass Bürgermeisterin Fezer keine Vergütung für ihre Arbeit in der Stiftung bekommt.
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