CDU-Antrag in NRW: Kommen jetzt Klassenarbeiten auf Arabisch?
Ein Beitrag von
Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat eine Gesetzesänderung beschlossen, die es Schülern künftig ermöglichen könnte, Klassenarbeiten auch in ihrer „Herkunftssprache“ zu schreiben. Die CDU und die Grünen verteidigen den Vorstoß als Beitrag zu mehr Integration und Förderung. Die Opposition befürchtet Entfremdung und bezeichnet den verabschiedeten Entwurf als „bildungspolitischen Skandal“.
Die Änderung des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen birgt das Potenzial, dass Prüfungen an deutschen Schulen nicht mehr ausschließlich in der Unterrichtssprache Deutsch, sondern auch in einer abweichenden Muttersprache abgelegt werden könnten. Konkret heißt es in dem Entwurf: „Der Landtag fordert die Landesregierung im Rahmen vorhandener Mittel auf, Regelungen anzupassen, sodass fachliche Kompetenzen auch dann angemessen erfasst werden können, wenn ein Kind aufgrund noch unzureichender Deutschkenntnisse seine Kompetenzen nicht vollständig darstellen kann (...).“

In Nordrhein-Westfalen haben 44 Prozent der Schüler derzeit eine „internationale Biografie“.
Bedeutet das, Schüler in Zukunft auch auf Arabisch, Russisch oder anderen Sprachen zu prüfen? Während CDU, Grüne und SPD in der Gesetzesänderung ein wertvolles Instrument zur Integration sehen, wittert die Opposition einen Skandal. Landtagsabgeordneter Alexander Steffen von der FDP-Fraktion schreibt auf X: „Möglich macht das eine unklare Formulierung im Antrag, die es zulässt, fachliche Leistungen auch dann zu bewerten, wenn ein Kind noch nicht gut genug Deutsch kann. Für die FDP und für mich bleibt klar: Deutsch in der Schule ist nicht verhandelbar.“

Der X-Post vom Landtagsabgeordneten Alexander Steffen (FDP)
Kritik der FDP löst Diskussion im Landtag aus
Vertreter der CDU warfen der FDP daraufhin im Landtag vor, die Debatte mit zugespitzten Darstellungen zu führen. Besonders die Social-Media-Posts einzelner FDP-Abgeordneter wurden scharf problematisiert und von der CDU als „Lüge“ bezeichnet. Mit deutlichen Worten richtete sich CDU-Mann Jonathan Grunwald an die Liberalen: „Was hat Sie geritten, solche Lügen zu verbreiten?“

CDU-Abgeordneter Grunwald meint, die FDP-Fraktion habe sich aus der „demokratischen Mitte verabschiedet.“
FDP-Fraktionsvorsitzender Henning Höne hielt dagegen und erklärte, die CDU übernehme lediglich einen Kurs, den die Grünen vorgäben, und „die CDU macht zähneknirschend mit.“ Zuvor sprach die Grünen-Abgeordnete Dilek Engin von italienischen und polnischen Schülern. Diese machen aber nur einen Bruchteil der Schülerschaft in dem Bundesland aus, die meisten Schüler sprechen zu Hause Türkisch, Arabisch und Ukrainisch. Entsprechend habe das von den Grünen angeführte Beispiel, so Höne, „nichts mit der Realität zu tun“.
Ex-Präsident des Deutschen Lehrerverbandes spricht von „Unterwerfung“
Josef Kraus, ehemaliger Präsident des Bundeslehrerverbandes, kritisiert den verabschiedeten Gesetzentwurf scharf. Gegenüber NIUS sagt er: „Da es nicht schon genug scheint, dass Deutschland zu Hunderttausenden Analphabetismus importiert, will nun die NRW-Landesregierung qua Landtagsbeschluss sukzessive auch die deutsche Sprache als alleinige Unterrichts- und Prüfungssprache schwächen.“

Von 1987 bis 2017 war Josef Kraus Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.
Für die schulische, berufliche und gesellschaftliche Integration von Kindern mit Migrationshintergrund sei das solide Beherrschen der deutschen Sprache zentrale Voraussetzung, so Kraus. „Wer anderes will, fördert bereits qua Schule tribalisierte Parallelgesellschaften, von denen es vor allem in den Ballungsgebieten und in Großstädten, zumal in NRW, ohnehin schon zu viele gibt.“
CDU gegenüber NIUS: „Die Schulsprache in Nordrhein-Westfalen ist und bleibt Deutsch“
NIUS wollte von der CDU wissen: Werden die Klassenarbeiten in Zukunft auf Arabisch und Türkisch stattfinden? Die Christdemokraten antworteten wie folgt: „Die deutsche Sprache ist das Fundament unseres Zusammenlebens. Sie ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn. Ohne das Erlernen der deutschen Sprache kann keine Integration funktionieren.“
Und weiter: „Die Schulsprache in Nordrhein-Westfalen ist und bleibt Deutsch. Es gab niemals einen Plan, Arbeiten und Klausuren auf Arabisch oder Russisch zu ermöglichen. Alle entsprechenden Prüfungen bleiben selbstverständlich in Deutsch. Ziel der Landesregierung ist, vorhandene fremdsprachliche Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler neben der deutschen Sprache zu fördern, um auf diese Weise wertvolle Potenziale für das spätere Berufsleben nutzbar zu machen.“
Haben Sie einen Hinweis zu diesem Thema? Hier können Sie uns schreiben.
Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
Mehr NIUS:
Dieser Radiosender dirigierte die Anti-AfD-Blockaden
Freibad erlässt nach Ansturm von Migrantinnen Einlass-Stopp
Den Promis reicht's mit dieser Politik
Thomalla, Ruland, Beil: Schauspielerinnen schießen gegen Kai Wegner und Bundesregierung
Antisemit der Woche: Türkischer Außenminister Hakan Fidan erklärt Israel zum „Problem für die gesamte Menschheit“
Landshut: Busfahrer stoppt Linienbus für islamisches Gebet
Er will das System stürzen: Das ist der Linksradikale im Zebrakleid
Dieter Bohlen rechnet hart mit der Regierung ab: „Mir ist jetzt auch klar, warum das PO-litik heißt – weil die fürn Arsch ist!“
Mehr NIUS:
Thomalla, Ruland, Beil: Schauspielerinnen schießen gegen Kai Wegner und Bundesregierung
Antisemit der Woche: Türkischer Außenminister Hakan Fidan erklärt Israel zum „Problem für die gesamte Menschheit“
Landshut: Busfahrer stoppt Linienbus für islamisches Gebet
Er will das System stürzen: Das ist der Linksradikale im Zebrakleid
Dieter Bohlen rechnet hart mit der Regierung ab: „Mir ist jetzt auch klar, warum das PO-litik heißt – weil die fürn Arsch ist!“
Angriffe gegen Journalisten? Kein Problem: Rot-Rot-Grün ist die Koalition der politischen Gewalt
Antisemit der Woche: UN-Sonderberichterstatterin Reem Alsalem leugnet, dass israelische Frauen von der Hamas vergewaltigt wurden
Nach zwei Jahren NIUS-Berichterstattung über den NGO-Komplex: Karin Prien will Projekte zukünftig vom Verfassungsschutz prüfen lassen
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare